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Der britische Schauspieler Rupert Everett erklärte, er wolle nicht Teil der "heterosexuellen Norm" sein.

Der 50-jährige Everett erklärte in einem Interview mit der linksliberalen Tageszeitung "The Guardian", seine Erfahrungen seien davon geprägt, dass er in "den letzten Jahren der Illegalität" aufgewachsen sei. In England und Wales wurde Homosexualität im Jahre 1967 erlaubt, zwei Jahre bevor auch Deutschland den Paragrafen 175 entschärfte. "Diese Illegalität hat meine ganze Persönlichkeit geprägt. Wahrscheinlich ging das jedem Schwulen so. Man sah sich als Außenseiter, der nicht zur Hauptstruktur der Gesellschaft gehört." Später hätten die Liberalisierungen nicht mehr viel an der Einstellung geändert: "Ich wollte nie diese ganze heterosexuelle Norm."

Bereits zuvor hatte Everett erklärt, er komme mit den heterosexuellen Idealen nicht klar. So kritisierte er schwule Väter als "egozentrisch und eitel" (queer.de berichtete). Im neuen Interview sagte er, dass es einen Vorteil gebe, Kinder zu haben: Diese könnten einem "den Hintern abwischen, wenn man älter ist". Deshalb wünscht sich Everett, im hohen Alter möglichst schnell aus dem Leben zu scheiden: "Ich sollte einen tödlichen Herzinfarkt durch eine Überdosis Poppers im Alter von 78 Jahren haben".

Rupert Everett ist durch Filme wie "Another Country" (1984), "Chronik eines angekündigten Todes" (1987) und "Die Hochzeit meines besten Freundes" (1997) in Hollywood erfolgreich. Allerdings bemängelte der eigensinnige Engländer, dass offen schwule Schauspieler wie er in der Traumfabrik diskriminiert werden würden (queer.de berichtete). (dk)



35 Kommentare

#1 nurmalsoAnonym
#2 seb1983
#3 Victor
  • 21.07.2009, 17:02h
  • Ich kann Everett (ich liebe den Film "Die Hochzeit meines besten Freundes" !!!) sehr gut verstehen!

    Manchmal, wenn sich mein Freund irgend so eine dämliche, heterosexuell geprägte, Soap 'reinzieht, werde ich wütend und sage: "Was geht mich diese ganze Hetero-Scheiße an? Ich bin nicht heterosexuell!"

    Mit Poppers, als Hilfsmittel zum Exidus, könnte es bei mir auch klappen. Ich bin einer derjenigen, bei dem Poppers zu einem gefährlichen Abfall des Blutdrucks führt (fast zur Bewußtlosigkeit), seitdem ich das weiß, reagiere ich geradezu allergisch auf den Geruch (wahrscheinlich ein Schutz-Reflex).

    Ich mag Rupert Everett, weil er ein selbstbewußter schwuler Mann ist, offen und zynisch und ... weil er ein ausgezeichneter Schauspieler ist! Ende der Predigt!

    Victor (Role-Model)
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#4 alexander
  • 21.07.2009, 17:05h
  • obwohl ich ihn als schauspieler mag, sind seine selbstinzenierungen eher unangenehm.

    wenn er heute 50 ist, wie kann er dann als 8/9 jahre alter bengel schon von der schwulen illegalität (bis 1967) geprägt worden sein ?
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#5 Victor
  • 21.07.2009, 17:16h
  • Antwort auf #4 von alexander
  • @ alexander

    "... wenn er heute 50 ist, wie kann er dann als 8/9 jahre alter bengel schon von der schwulen illegalität (bis 1967) geprägt worden sein?"

    Why not?
    Ich wußte schon als kleiner Junge, dass ich auf Jungs (und Männer) stehe und ich habe genau verstanden, das "das" nicht erwünscht war/ist!!!

    Klar, ich habe neulich auch einen Zahnarzt kennengelernt, der hatte erst mit Anfang 40 sein Coming-Out und meinte jetzt "alles" nachholen zu müssen. Ich habe ihn wohl sehr frustriert, als ich ihm sagte (meine geilsten sexuellen Erlebnisse hatte ich zwischen meinem 16. und 20. Lebensjahr). Er war übrigens so "naiv", dass er jetzt HIV-positiv ist. Ich hätte ihm eine klatschen können (er als Zahnarzt und dann so unvorsichtig ... "das" mußte er nun wirklich nicht nachholen).

    Also noch einmal:
    Etliche schwule Jungs wissen schon sehr früh was es bedeutet schwul zu sein (ich gehöre dazu), auch wenn sie noch gar keine Bezeichnung (homosexuell) dafür kennen.

    Und dann - mit 16 Jahren - habe ich mich gegenüber Eltern, Geschwistern und Mitschülern geoutet. Und ... ich fühlte mich toll! Ich habe meine Sexualität sofort angenommen und gelebt und so ist es geblieben, ich danke (wem auch immer) dafür, dass ich schwul bin!

    Victor
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#6 gatopardo
  • 21.07.2009, 17:37h
  • Antwort auf #4 von alexander
  • Es ist vielleicht eine gewisse Selbstüberschätzung, wenn sich so junge Leute wie Everett mit Lebenserfahrungen und durchgemachten harten Zeiten äussern. Natürlich schützt unser hohes Alter uns auch nicht vor Torheit, aber mitten im Krieg geboren und im Adenauer-Mief der 50er aufgewachsen, war unser Dasein wohl von ganz anderem Kaliber ? (Keine Angst, ich weiss, dass Du mindestens 10 Jahre jünger bist als ich !)
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#7 alexander
  • 21.07.2009, 19:27h
  • dank an meine vorredner, es ist fast amüsant so am rande die einzelnen "erfahrungen" zu betrachten. ich habe meinen ersten homosex erlebt, da wusste ich noch gar nicht dass das etwas besonderes ist, ausser das erwachsene generell sexuelle aktivitäten bei "kindern" nicht dulden.
    als ich mit 10 jahren in ein protestantisches
    internat (mit militärischem drill) gesteckt wurde, wusste ich sehr genau, dass mich jungs interessierten und habe es auch genutzt.
    bis hin zum erwischt werden, ein "zuckerschlecken" bei hundert mitschülern und lehrern !
    mit 14 habe ich nägel mit köpfen gemacht und meiner familie klar gemacht, dass ich auf männer stehe, vorgewarnt waren sie schon und haben mich zumindest nicht gedrietzt.
    der § 175 interessierte mich erst, als ich einen wesentlich älteren freund kennenlernte, mit 15 jahren, denn für den wurde es gefährlich, will damit sagen, ich hatte diesbezüglich (gesetze) nie ein unrechtsbewusstsein und empfand meine gefühle auch nicht als illegal !

    diese von everett angesprochene "illegalität" ,
    spürte ich eigentlich erst später, als mir die allgemeinen benachteiligungen im sogenannten alltagsleben zu schaffen machten.
    drum erbosen mich die heutige gesellschaftliche entwicklung mit ihrem "rollback" in die süsslich, verlogenen 50/60 jahre so sehr und die diskussion über die politik der kleinen schrittchen, letztlich möchte man eine positive weiterentwicklung auch noch erleben.
    es ist wie mit den renten, jetzt fordert, aussgerechnet die deutsche bank, das rentenalter auf 69 zu erhöhen, unglaublich !
    wer hat denn in seinem umfeld schon sehr viele menschen, die in den "genuss" einer ausreichenden rente kommen ?
    aber das ist ein anders thema.
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#8 ThomasxProfil
  • 21.07.2009, 20:52hNürnberg
  • Antwort auf #6 von gatopardo
  • Kann man denn das Aufwachsen im Krieg und das Aufwachsen unter dem Homosexuellen-Paragraphen überhaupt irgendwie vergleichen?

    Ich denke nicht.
    Bin zwar einiges jünger und habe - Gott sei Dank- beides nicht (bewusst) miterlebt.

    Im Übrigen find ich das mit dem Tod im Sex (Poppers-) Rausch eher belangslos, denn viele - egal ob hetero oder homo- würden gerne so sterben :-)
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#9 gatopardo
  • 21.07.2009, 21:55h
  • Antwort auf #8 von Thomasx
  • Paragraf175 wurde von der NS-Zeit nahtlos in die BRD gerettet. Mir sind Fälle von Gleichaltrigen bekannt, die straffällig wurden, nur weil man ihnen homosexuelle Handlungen nachwies.Man konnte damals unbehelligt nur davonkommen, wenn man mit Frauengeschichten heuchelte. Diese Tatsache und das damalige Elend meine ich, hat uns eine Erfahrung eingebracht, die Jüngere nicht haben können.
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#10 hwAnonym
  • 21.07.2009, 22:29h
  • Antwort auf #8 von Thomasx
  • vorkriegszeit. verbergen, daß man kommunist, jude,schwul, halb-jude, sozialist ist. uä. ?

    lager, arbeitslager, vernichtungslager ?

    krieg war auch unterschiedlich.
    nachkrieg auch.

    wird in schulen aber eigentlich nicht vermittelt.
    schon ein unterschied, wie und wo ur- und großeltern den krieg erlebt haben.

    traumatisierungen (krieg, flucht, katastrophe) werden wohl nicht selten in bestimmten ausmaßen bis in die ca. 4. generation weitergegeben.

    insofern auch gerade eine spannende zeit.
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