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Stephan ist 38 Jahre alt, wohnt in Offenbach und ist als Erzieher tätig. Jahrelang hat er AIDS-Aufklärung betrieben, sein eigenes positives Testergebnis war ein großer Schock.

Stephan ist das neue Rollenmodel für die Kampagne "Ich weiß, was ich tu". Queer.de dokumentiert in Auszügen seine Geschichte, in der er von Coming-Out, Infektion, Therapie und wie er im Laufe der Zeit gelernt hat, damit umzugehen. Auf iwwit.de gibt es den kompletten Text, außerdem kannst DU mit Stephan Kontakt aufnehmen und mit ihm diskutieren.

2005 kam ich zurück nach einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt zurück Deutschland. Ich bin erst einmal zu meinem Vater nach Offenbach gezogen. Ich wollte erst einmal sehen, wie es nun weitergehen sollte. Ein Freund, der am Frankfurter Flughafen arbeitet, brachte mich auf die Idee, mich als Flugbegleiter zu bewerben. Eine Heimatadresse zu haben und trotzdem durch die Welt zu jetten, sah ich als Traumjob an. Innerhalb von nur zwei Wochen schaffte ich alle erforderlichen Tests und erhielt eine Zusage. Es stand nur noch der medizinische Check aus. Der wird gemacht, kurz bevor man eingestellt wird. Und das dauerte noch ein bisschen. Teil dieser Untersuchung ist auch ein HIV-Test. Ich machte mir darum keine Sorgen, denn ich hatte kurz vorher einen neuen Mann kennengelernt, und wir waren erst gerade zusammen bei einem Test gewesen. Der war bei uns beiden negativ ausgefallen. Doch für den Check zur Flugtauglichkeit wird natürlich nichts von anderen Laboren anerkannt, und die haben einen neuen Test gemacht. Damit kam der große Schock: Das Ergebnis war positiv!

Ich weiß nicht, wie es passiert ist

Ich kam mir einfach eiskalt erwischt vor! Es lässt sich für mich auch nicht nachvollziehen, wie das eigentlich passiert ist. Ich hatte außerhalb der Beziehung ja nie Analverkehr ohne Gummi. In der Partnerschaft hatten wir die Verabredung getroffen: Vertrauen in der Partnerschaft – also ohne Kondom – und safe außerhalb der Beziehung. In der Beziehung gab es erst einmal Diskussionen, wir haben uns dann aber wieder zusammengerauft, HIV bleibt natürlich ein Thema. Es ist eben noch alles sehr frisch. Für mich gibt es eine neue Zeitrechnung: Vor dem Virus und nach dem Virus.

Gesundheitlich ging es mir schnell schlechter. Nach der Diagnose war ich ständig erkältet, kriegte Hautausschläge, Gürtelrose und mein Darm ist seitdem angeschlagen. Ich war gar nicht mehr richtig fähig dazu, zur Arbeit zu gehen. Das war so extrem, dass ich schon ein Jahr nach der Diagnose mit der Therapie angefangen habe. Seitdem geht es, Gott sei Dank, wieder aufwärts, wenn ich auch meine volle Leistungsfähigkeit noch nicht wieder erreicht habe. Am Anfang hatte meine Therapie viele Nebenwirkungen. Die Pillen sind ganz schöne Hämmer. Und du wirst zweimal am Tag daran erinnert, dass das Leben nun anders tickt. Mit meinem Traum vom Flugbegleiter war es natürlich auch aus. Die schmeißen einen natürlich nicht raus, wenn man schon dabei ist – aber die stellen einen auch nicht ein, das war das Dumme.

Mir kommt es heute so vor, als hätte ich vor meinem Testergebnis wie ein Blinder von den Blumen gesprochen, die er nie gesehen hat. Ich meine, ich habe die ganzen Jahre dagegen gekämpft, habe Präventionsarbeit gemacht, mit Betroffenen gesprochen. Du kannst dich ja nicht einmal selbst davor schützen, habe ich gedacht! Anderen erzählen, dass sie Kondome nehmen sollen, um sich zu schützen – und dir selbst passiert das! Es hat eine ganze Zeit gedauert, bis mir klar war, dass ich weiterkämpfen werde. Jetzt erst recht! Denn es gibt nun einmal dieses Restrisiko, das nicht ganz auszuschließen ist.

Ich habe mich nun noch mehr in die Präventionsarbeit reingefuchst und mache vor allem Online-Prävention. Bei GayRomeo bin ich einer der Online-Supporter, die man anschreiben kann. Und im Internet sind ja auch viele unterwegs, die sich noch gar nicht geoutet haben und die alles noch ganz heimlich machen. Das Internet ist für die eben eine tolle Gelegenheit. Man kann so manchen ermutigen sich mit Fragen des Lebensstils und der Gesundheit auseinander zu setzen. Es gibt da noch viel zu tun! Aus meiner Sicht gibt es auch immer noch Leute, die eigentlich viel zu wenig über HIV und Aids, Hepatitis oder auch andere Geschlechtskrankheiten wie Tripper, Syphilis oder Feigwarzen wissen. Es sind nicht nur die ganz Jungen, die fragen, wie sicher Blasen ist oder auch Ficken. Die wollen dann wirklich wissen, ob das oder das schon ansteckend ist. An manchen scheinen also die Kampagnen wirklich vorbeigegangen zu sein. Oder haben die vielleicht in Timbuktu gelebt? Darüber bin ich dann doch erstaunt! Ein Grund mehr, mir zu sagen: Bleib bei der Stange – es muss noch mehr getan werden!

Auch mit Gummi bleibt ein kleines Risiko

Mein Leben teilt sich im Moment in eine positive und eine negative Zeit. In der negativen Zeit habe ich mich schon viel engagiert. Nicht nur in Sachen HIV und Aids, sondern auch dafür, dass Homosexualität endlich einmal anerkannt wird. Und seit ich positiv bin, ist es mir erst recht ein Anliegen. Ich sage mir: Ich bin zwar verwundet, aber solange ich gerade stehen und das Gewehr halten kann, ziele ich auf dieses Virus. Gerade, weil’s eigentlich so einfach ist, sich zu schützen. Mit einem kleinen Stückchen Latex kann man sich sehr gut schützen. Und trotzdem: Auch wenn man es ständig benutzt, bleibt da eben noch immer ein kleines Risiko. Und wenn sich das verwirklicht, ist es kein Grund, sich aufzugeben. Glücklicherweise vertragen die Meisten ihre Therapien besser als ich bisher. Und es gibt ein gutes Hilfenetz.

Offenheit ist mir sehr wichtig. Und mir ist auch klar: Mit meiner Beteiligung an dieser Kampagne kann ich gesehen werden, weil ich mich öffentlich präsentiere. Und ich arbeite mit Kindern. Damit mache ich mich natürlich auch angreifbar. Gerade für die Eltern: Der ist schwul und auch noch HIV-infiziert. Das kann bitterböse Konsequenzen haben. Also habe ich zuerst bei der Arbeit im Team darüber gesprochen, allen reinen Wein eingeschenkt. Und die Reaktionen waren überwältigend. Und selbst wenn die Amok laufen würden, ich würde mich immer noch hinstellen und sagen: Hallo Leute, nehmt mich, wie ich bin. Ich bin schwul und HIV-positiv, und so sehe ich mein Leben, denn das Leben ist immer nur genau das, was man selber daraus macht. Selbst wenn ich meinen Job verlieren würde. Ich habe da alle Szenarien durchgespielt, aber ich werde auch von einer inneren Kraft getrieben, und auf dieses Gefühl kann ich mich verlassen. Deswegen weiß ich, was ich tue.



24 Kommentare

#1 RabaukeAnonym
  • 23.07.2009, 10:27h
  • RESPEKT!!!! Kann gar nichts sagen...........Einer der besten Beiträge, welche ich bis dato hier, azf queer lesen durfte. Beeindruckend!!!!!!!!!
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#2 iwwitSTEPHANProfil
  • 23.07.2009, 12:50hBerlin
  • Antwort auf #1 von Rabauke
  • Danke Rabauke,

    aber eigentlich sollte doch JEDER einfach nur ehrlich sein und zu dem stehen, was er macht, oder?

    So habe ich mich entschlossen mit meiner Geschichte bei IWWIT anderen zu helfen oder beizustehen.

    Das Leben ist immer nur genau das, was du selber daraus machst! Danach lebe ich, danach handel ich!

    HIV ist nicht mehr ignorierbar, es ist immer und überall anzutreffen. Das falscheste was Mann und Frau tun kann ist, es zu leugnen oder zu ignorieren. Es verändert dein Leben! Wenn ich sehe, wie viele damit umgehen, dann wundert es mich nicht, dass es sich immer noch so stark verbreitet!

    Deshalb möchte ich helfen, das Virus einzudämmen und Aufklärung betreiben!

    Als Rollenmodell habe ich die Möglichkeit dazu mit meiner Geschichte dafür einzustehen!

    Wer mehr darüber erfahren möchte, oder mit mir in Kontakt treten möchte, kann das gerne jederzeit hier oder bei www.iwwit.de machen.

    Gruss Stephan
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#3 RabaukeAnonym
  • 23.07.2009, 14:03h
  • Oi Oi lieber Stephan,

    ja...in der Tat. Jede Neuinfektion ist eine zuviel. Daher fand und finde ich diese Aktion echt grosse Klasse! In meinen "Sturm und Dranjahren", ich darf gar nicht daran denken, bin ich auch durch Parks, Klappen, Clubs "gepoppt". Ich sah Freunde sterben und habe mir erst dann eine Platte gemacht. Scheint so, als hätte ich verdammtes Glück gehabt. Inzwischen lebe ich in einer festen Partnerschaft und kann mit Stolz sagen, bewusst!Wenn man in diversen Chats so mal lies, bekomme ich ganz heftige Gänsehaut, wenns um Prävention und Safer geht. Offenbar hat HIV und Aids für so "Einge" den Schrecken verloren. Daher, lieber Stephan, schließe ich mich Deiner schönen Ergänzung an und hoffe, es werden mehr und mehr Menschen, nicht nur "Betroffene" .....nein ........denn es geht UNS alle an.
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#4 seb1983
  • 23.07.2009, 14:12h
  • Ehrlich gesagt eine der Geschichten bei der es mir heiß und kalt wird. So gut es geht aufgeklärt, Kondome benutzt, und dann ist es doch passiert...

    Auch wenn es makaber ist: Die ganzen bare Ficker, die sich dann infizieren, beruhigen mich auf eine Art, da denke ich: Früher oder später erwicht es die halt, da wurde im "persönlichen Risikomanagement" das Level eben so tief es geht angesetzt.
    Nur wenn es dann Leute wie hier trifft, quasi alles richtig gemacht und am Ende doch verloren, das schockt dann doch...
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#5 Adrian
  • 23.07.2009, 17:28h
  • Hi Stephan,

    danke für deine Offenheit!

    Ich sage manchmal, es ist wie mit der Demokratie, wenn man nicht ständig für sie kämpft, gerät sie in Gefahr.

    So ähnlich sehe ich das mit den Kampagnen gegen HIV/AIDS, wenn das Thema in den Medien nicht mehr angesprochen wird, führt das, besonders bei der nachwachsenden Generation, dazu anzunehmen "es sei wohl alles nicht (mehr) so schlimm, sonst würde man ja mehr hören und lesen ..." Ein fataler Irrtum.

    Ich habe der Redaktion vorgeschlagen irgendwann einmal das Thema "Schwule Pornografie" als Teil der schwulen "Pop-Kultur" und ihr Einfluß auf unser aller Verhalten anzugehen. Sehr gern hätte ich dann deinen Kollegen, Role-Model Jan Fischer (DJ und Porno-Darsteller beim U.S.-Porno-Label "Randy" Blue), als Diskussionspartner dabei.

    Als Unter-Thema würde ich mir u.a. wünschen "Vorbild-Charakter" der stark zugenommenen sog. Bareback-Pornos ... Hättest du dann auch Lust hier mitzudiskutieren? Aber ... dazu müßte das Thema erst einmal von der Redaktion akzeptiert werden.

    Dir persönlich alles Gute und viel Erfolg für IWWIT !!!

    Liebe Grüße
    Adrian
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#6 Victor
  • 23.07.2009, 19:13h
  • Antwort auf #4 von seb1983
  • @ seb1983

    Hallo seb1983,

    ich halte das für eine fatale Aussage: "Die ganzen bare Ficker, die sich dann infizieren, beruhigen mich auf eine Art, da denke ich: Früher oder später erwicht es die halt, da wurde im "persönlichen Risikomanagement" das Level eben so tief es geht angesetzt. Nur wenn es dann Leute wie hier trifft, quasi alles richtig gemacht und am Ende doch verloren, das schockt dann doch..."

    Hüten wir uns doch bitte vor "Schuldzuweisungen" an "Unvorsichtige, Leichtsinnige usw." sonst landen wir ganz schnell in geistiger Nähe bei denjenigen katholischen Klerikalen, die zu Beginn der AIDS-Pandemie davon faselten "AIDS sei Gottes Strafe für auschweifendes Leben ..."

    Was für eine menschenverachtende, zynische und widerliche Aussage!!!

    NEIN und nochmals NEIN! Niemand hat eine HIV- oder AIDS-Infektion "verdient" und jetzt zitiere ich mal "wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein ..."

    Selbstgerechtigkeit konnte ich noch nie ausstehen und das wird sich bei mir wohl auch nicht mehr ändern.

    Victor
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#7 seb1983
  • 23.07.2009, 20:03h
  • Antwort auf #6 von Victor
  • Hilfe, das war keine Schuldzuweisung, und niemand hat irgendeine Krankheit verdient.

    Das habe ich versucht mit dem "persönlichen Risikomanagement" auszudrücken.

    Wer mit 200 durch den Ort rast
    wer am Tag eine Stange kippen raucht
    wer 5 Flaschen Schnaps am Tag trinkt
    wer ohne warme Klamotten im Winter draußen ist
    oder wer sich eben bare durch alle klappen und Saunen vögelt
    der sollte sich am Ende jeweils nicht zu sehr wundern, wenn etwas passiert, denn er ist exorbitante Risiken eingegangen. Mit Gott hat das nichts zu tun.

    Das gibt einem selbst eine gewisse Sicherheit, wenn man mehr auf sein Leben aufpasst, die dann durch Fälle wie diesen immer wieder erschüttert wird.
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#8 Victor
  • 23.07.2009, 20:24h
  • Antwort auf #7 von seb1983
  • @seb1983

    Hallo seb1983,

    ich möchte etwas richtigstellen:
    Mit "menschenverachtende, widerliche Einstellung" meinte ich selbstverständlich die der katholischen Klerikalen, die seinerzeit von "der Strafe Gottes" sprachen und nicht etwa dich!!!

    Gruss
    Victor

    P.S. Ich hatte übrigens "mehr Glück, als Verstand" ... irgendwann ist mir das bewußt geworden, seitdem engagiere ich mich in der AIDS-Hilfe
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#9 MIZAnonym
  • 23.07.2009, 23:04h
  • Hallo Adrian!
    Woher willst Du wissen, dass durch den Konsum sog. Bareback-Pornos der kondomlose Sex unter schwulen Männern zunimmt? Ist das eine persönliche Vermutung von Dir oder hast Du dafür eine wissenschaftlich fundierte Quelle?

    Dein Kommentar erinnert mich stark an die Diskussion um die sexuelle Verwahrlosung Jugendlicher, wo stets behauptet wird, dass Pornografiekonsum, Sex in den Medien usw. zu einer sexuellen Desorientierung junger Menschen führe. Tatsache ist, dass die (wenigen) Studien, die es zum Thema gibt, das nicht belegen! Ein Pornofilm macht aus einem Jugendlichen kein Sexmonster! Und ich glaube nicht, dass ein Bareback-Porno aus schwulen Männern Barebacker macht. So bescheuert sind die Männer dann doch nicht, dass sie nicht zwischen Film und Realität unterscheiden können. Man weiß doch inzwischen sehr genau, dass in keiner Bevölkerungsgruppe die Kondomtreue so hoch ist, wie unter schwulen Männern. Um so erstaunlicher finde ich es manchmal, dass gerade unter uns Schwulen die Skandalisierung von kondomlosen Sex so stark ausgeprägt ist, dass der Eindruck entstehen kann, wir würden alle massenhaft ohne Gummi poppen. Das Gegenteil ist der Fall! Anstatt immer nur auf dieser verfickten Bareback-Welle zu reiten und das Thema schwule Sexualität damit negativ zu besetzen, sollten wir sehr selbstbewußt darauf verweisen, dass Safer Sex für die ganz, ganz große Mehrheit von uns eine Selbstverständlichkeit ist.
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#10 Adrian
  • 24.07.2009, 00:00h
  • Antwort auf #9 von MIZ
  • @ MIZ

    Hi, du schreibst u.a. "Woher willst Du wissen, dass durch den Konsum sog. Bareback-Pornos der kondomlose Sex unter schwulen Männern zunimmt?"

    Wo soll ich das bitte geschrieben haben?

    Es handelt sich um den Vorschlag eine Diskussion über den Stellenwert schwuler Pornografie innerhalb unserer Kultur zu führen und dabei "Insider", wie z.B. Jan Fischer zu Wort kommen zu lassen.

    Fakten sind u.a.
    Der Anstieg von HIV-Infektionen ist bei der Gruppe schwuler Männer überproportional hoch (Quelle: Deutsche AIDS-Hilfe)
    www.aidshilfe.de/

    www.iwwit.de/

    wobei der Hauptübertragungsweg nach wie vor ungeschützter Analverkehr ist.

    Was du in meine Ausführungen - die ja, wie gesagt, lediglich die Anregung zu einer Diskussion sind - interpretierst ist nicht korrekt. Weder habe ich von "... sexueller Verwahrlosung Jugendlicher ..." geschrieben, noch von einer "...sexuellen Desorientierung junger Menschen ..." Das sind allein deine Aussagen.

    Du schreibst außerdem: "Und ich glaube nicht, dass ein Bareback-Porno aus schwulen Männern Barebacker macht. So bescheuert sind die Männer dann doch nicht, dass sie nicht zwischen Film und Realität unterscheiden können ..."

    Nun, offenbar sehen das (auf Druck amerikanischer Schwulenverbände?) viele Porno-Produzenten inzwischen anders. In neueren Bareback-Produktionen findet man folgenden Hinweis: "Unsere Darsteller sind komplett HIV-negativ getestet, bei der Darstellung von kondomlosem Analverkehr handelt es sich lediglich um eine sexuelle Phantasie. Wir empfehlen Ihnen dringend in ihrem privaten Sexualleben unbedingt Kondome zu benutzen. Ungeschützter Analverkehr erhöht das Risiko einer HIV-Infektion erheblich ..."

    Schön, dass du offenbar zu den "Vernünftigen" gehörst. Neulich habe ich in der lokalen AIDS-Hilfe, der ein Pflegedienst für HIV-Infizierte und AIDS-Erkrankte angeschlossen ist, mit einer völlig verzweifelten Pflegekraft gesprochen. Sie hat mich eindringlich gefragt: "Warum haben alle Schwulen AIDS?" Natürlich war das von ihr völlig überzogen, aber sie wollte mir drastisch den starken Anstieg von Neu-Infektionen, besonders in der Gruppe schwuler Männer, vor Augen führen.

    Ein anderes Gespräch habe ich mit dem Geschäftsführer eines schwulen Sex-Shops geführt und ihn auf die große Anzahl von Bareback-Pornos in seinem Sortiment hingewiesen. Seine Antwort: "Warum sollen immer wir Schwulen mit Kondom ficken, in den Hetero-Pornos wird das ja auch nicht gemacht."
    Das war die "trotzige" Antwort, auf dem Niveau eines 6-Jährigen, der offenbar meinte irgendjemand wolle uns den Spaß verderben.

    Aber, vielleicht ergibt sich demnächst die Gelegenheit zu einer Diskussion, falls der von mir angeregte Thread zustande kommen sollte.

    Beste Grüße
    Adrian (Mitglied der örtlichen AIDS-Hilfe)
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