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C/O Berlin präsentiert zum ersten Mal seit 15 Jahren eine Ausstellung des schwulen Künstlerpaares in Deutschland – als einzige Station.

Von Carsten Weidemann

Süß wie Himbeereis, verlockend wie Popcorn – so kennt man die verführerischen Bildwelten des schwulen Künstlerpaars Pierre et Gilles seit vielen Jahren. Die beiden Franzosen zeigen Menschen in kitschigen Szenarios, häufig eingebettet in Blumenranken und Herzenketten: Porträts von guten Freunden wie Marc Almond oder Nina Hagen, oft inszenieren sie auch sich selbst.

Zum ersten Mal seit 15 Jahren präsentiert C/O Berlin nun eine Ausstellung von Pierre et Gilles in Deutschland – als einzige Station. Die Retrospektive in der Hauptstadt vom 25. Juli bis 4. Oktober umfasst insgesamt 80 großformatige Arbeiten von frühen Fotografien der siebziger Jahre bis hin zu den neuesten, bislang noch nie öffentlich gezeigten Bildern.

Der Fotograf Pierre Commoy, geboren 1950, und der Maler Gilles Blanchard, geboren 1953, leben und arbeiten seit 1976 zusammen. Von der Pop-Art beeinflusst, gestaltete Gilles erstmals im Jahr 1977 eine Fotografie von Pierre. Diese Form der Kooperation von Fotografie und Malerei entwickelten sie zu ihrem Markenzeichen, das bis heute einzigartig und prägend ist.

Die beiden Künstler arbeiten fast ausschließlich im kunstvoll ausgestatteten Studio, in dem der Porträtierte aufwändig kostümiert und vor einen plastisch gestalteten Hintergrund platziert wird. Das Modell wird von Pierre fotografiert, dann der Abzug von Gilles retuschiert und koloriert. Das reproduzierbare Porträt wird durch die Malerei, die jedes Detail mit ausgewählten Materialien und Accessoires hervorhebt, zum Unikat geadelt.

Der Kosmos des weltweit berühmten Künstlerpaares ist eine farbenfrohe Welt zwischen barocker Pracht und irdischer Vorhölle. Pierre et Gilles erschaffen einzigartige handbemalte Fotoporträts von Popdiven und Filmikonen, Matrosen und Prinzen, Heiligen und Sündern, von mythologischen Figuren und Unbekannten. Märchenhafte Paradiese und abgründige Tiefen, populäre Bildsprachen und Kunstgeschichte – Pierre et Gilles folgen ihrer ganz eigenen Vision von einer verzauberten Welt. In ästhetischer Perfektion verbildlichen sie immer wieder neu ihren persönlichen Traum von Realität.

Pierre et Gilles gehören zweifellos zu den einflussreichsten Künstlern der Gegenwart. In ihren komplexen, vielschichtigen Bildern zitieren sie die Kunstgeschichte, brechen und spielen gekonnt mit althergebrachten moralischen Schranken und gesellschaftlichen Klischees. Ihre fotografisch-malerischen Meisterwerke entfalten eine visuelle Kraft, der man sich nicht entziehen kann.

Ausstellungsdauer: 25.07.-04.10.09, Eröffnung: Freitag, 24.07, 19 Uhr, C/O Berlin, Postfuhramt, Oranienburger Str. 35/36, 10117 Berlin-Mitte, tgl. 11-20 Uhr, Eintritt: 7 Euro (ermäßigt 5 Euro)



#1 fipsAnonym
#2 hwAnonym
#3 Victor
  • 23.07.2009, 19:25h
  • Den Bildband
    "Pierre Et Gilles The Complete Works 1976 - 1996" (Taschen Verlag)
    blättere ich immer wieder gern durch:

    Es ist tatsächlich ein wenig, wie köstlich, aber "zu viele Kalorien" und man kann "trotzdem" nicht aufhören hinzusehen.

    Mir gefällt u.a. was die beiden mit den Fotos von Prominenten, wie Nina Hagen oder Catherine Deneuve gemacht haben ...

    Und am geilsten finde ich "Let Petit Jardinier" (den pissenden Gärtner) und "Midnight Cowboy" (der seine Erektion so beiläufig präsentiert).

    Viel Spaß bei der Ausstellung in Bln.

    Victor
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#4 MarstophProfil
  • 31.07.2009, 21:40hBerlin
  • Wir waren heute dort.
    Die Bilder passen gut in die Räumlichkietn des ehem. Postfuhramtes :-)

    Gute Bilderauswahl, sehr spannend teilweise.
    Nur die Beschriftungen sind absolut "unterirdisch", an kleinen Aufstellern auf dem Fußboden unter den Bildern angebracht.

    Bei dem DDR-Charme der Räumlichkeiten wären Klebereste oder Nägelchen in den Wänden nun gar nicht aufgefallen.

    Eintritt 7 EUR, 5 ermäßigt. Es lohnt sich.
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