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Die von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries gezündete Wahlkampfbombe Adoption durch Homo-Paare stellt die Union massenweise bloß. Immer mehr Vorder- und Hinterbänkler ätzen gegen "schädliche Hirngespinste" der Ministerin.

Von Norbert Blech

Nach der pünktlich zum Wahlkampfbeginn von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) vorgestellten Studie zur Adoption von Kindern durch schwule und lesbische Paare ist es zu heftigen Reaktionen von Unionspolitikern gekommen. Die umfassende Studie hatte ergeben, dass Kinder keine Nachteile durch Aufwachsen in einer Regenbogenfamilie haben (queer.de berichtete); die Ministerin sprach sich daher für ein umfassendes Adoptionsrecht für Lesben und Schwule aus.

Bei dem Vorstoß der Ministerin für ein erweitertes Adoptionsrecht ginge es "allein um die Selbstverwirklichung von Lesben und Schwulen und nicht um das Wohl der Kinder", sagte der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder. Den Inhalt der von Zypries vorgestellten Studie, der durch ähnliche Studienergebnisse weltweit erhärtet wird, stellte er in Frage: "Es gibt auch andere wissenschaftliche Erkenntnisse." Ein "volles Adoptionsrecht für Schwule und Lesben widerspricht den Interessen der Kinder", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

Der CSU-Rechtsexperte Norbert Geis sagte der "Bild"-Zeitung, eine solche Adoption wäre nicht zum Wohle des Kindes. "Das Kind braucht Vater und Mutter als Bezugsperson und nicht Vater und Vater - gerade als Adoptivkind!" Der Generalsekretär der CSU, Alexander Dobrindt, warf Zypries vor, die Studie gezielt aus dem Hut zu zaubern. Die Adoption sei ein "zu sensibles Thema, um damit Wahlkampf zu machen".

Adoption durch Schwule und Lesben ein "Hirngespinst"

Der CSU-Fraktionsvorsitzende im Münchner Landtag, Georg Schmidt, sagte, für die Entwicklung von Kindern sei es das beste, wenn diese bei Vater und Mutter aufwüchsen, und bezeichnete Zypries' Vorstoß am Freitag als "schädliche Hirngespinste". Sein baden-württembergischer Kollege Stefan Mappus (CDU) betonte gegenüber der Zeitung, Kinder seien "ungeeignet für Experimente".

Der Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Hartmut Koschyk, warf Zypries ebenfalls vor, ein "billiges Wahlkampfmanöver" zu veranstalten. "Ich glaube, dass es, bei aller Toleranz für gleichgeschlechtliche Beziehungen, für Kinder besser ist, wenn sie bei Mann und Frau aufwachsen", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Der besondere Schutz des Grundgesetzes für Ehe und Familie dürfe nicht aufgeweicht werden, ergänzte er. Am Freitag hatten bereits Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) und die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) den Vorstoß von Zypries kritisiert (queer.de berichtete).

Oppositionspolitiker unterstützen Zypries

Die FDP-Familienexpertin Ina Lenke erklärte nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung", bei einer Koalition mit der Union wären "dicke Bretter" zu bohren. Die Zeit sei überreif, homosexuellen Paaren mehr Rechte zu geben. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, Volker Beck, sagte, das Familienbild der Union sei "rückständig und realitätsfremd". Beim Thema Familie zähle für die Union nur "Schema F". Der Abgeordnete der Linken, Lutz Heilmann, sagte: "Dass Kinder am besten in einer Mann-Frau-Beziehung aufgehoben sind, ist mittelalterlich."

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38 Kommentare

#1 discohero
  • 25.07.2009, 13:48h
  • Rechtschreibfehler, zweiter Absatz: Aufachsen statt aufwachsen

    Anm. d. Red.: Och jeh
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#2 Adrian
#3 SmartiSaar
  • 25.07.2009, 13:56h
  • Nee ist klar, nach Bosbach und Harderthauer kommen dann jetzt die üblichen verdächtigen Kauder, Geis und einige unbekannte Hinterbänkler von CDU/CSU die meinen Ihren überflüssigen Senf dazu abgeben zu müssen.

    Ich weis ich wiederhole mich jetzt aber geht zur Wahl und laßt uns was ändern sonst heißt es wieder 4 Jahre mit warten verbringen, in denen die Union dann wohl in Koalition mit der FDP ihre Blockade-Politik weiterbetreibt wenns um die Gleichstellung geht. Die CDU/CSU muß endlich begreifen das auch unsere Geduld ein ende hat.
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#4 VolumeProProfil
  • 25.07.2009, 14:06hMönchengladbach
  • Die rechtliche Unkenntnis der Union fasziniert mich immer wieder aufs neue. Jeder Jura-Student lernt in der Veranstaltung zu den Grundrechten, dass Familie im Sinne des Grundrechtsschutzes eine Gemeinschaft von Personen mehrere Generationen ist, diese müssen auch nicht unbedingt voneinander genetisch abstammen. Dem Grundgesetz ist es vollkommen egal, ob nun die alte Generation zwei Angehörige des gleichen Geschlechtes sind oder von unterschiedlichen Geschlechtern. Auch das mit der Ehe ist so eine Sache. Laut der aktuellen Interpretation des Grundgesetzes ist eine Ehe eine Gemeinschaft zwischen Mann und Frau, aber das Bundesverfassungsgericht hat in seiner Entscheidung über das Lebenspartnerschaftsgesetz eindeutig festgestellt, dass die Ehe zwar priviligiert sein muss, aber es egal ist, ob es ein weiteres Institut gibt, dass den Beteiligten die gleichen Rechte und Pflichten gibt, oder nicht.

    Die Union sollte endlich mal in den Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts nachlesen und/oder mal eine Grundrechts-Vorlesung in einer Universität besuchen.
    Ich kann da die Vorlesungen von Prof. Martin Morlok an der Uni Düsseldorf empfehlen, die sind sehr gut.
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#5 spontiAnonym
  • 25.07.2009, 14:18h
  • wir haben an der studie teilgenommen und wundern uns natürlich nicht über das ergebnis.

    mein sohn hat selber entschieden bei uns zu leben und nicht bei seiner mutter. wie müssen äußerungen der cdu in seinen ohren klingen?

    die reaktionen der cdu sind angesichts unserer lebensrealität verletztend. verletzend besonders für unseren sohn. die würde der kinder, die mit schwulen oder lesbischen eltern leben wird angetastet.
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#6 herbert frahmAnonym
  • 25.07.2009, 14:21h
  • mein tipp: 4000

    -ca. 1 tag n. chr. vater und mutter (höhöhö..)
    -ca. 2000 n.chr: "sie bei Mann und Frau aufwachsen"
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#7 SmartiSaar
  • 25.07.2009, 15:04h
  • Antwort auf #4 von VolumePro
  • Noch erstaunlicher finde ich ja die Tatsache das diese ich sag mal Möchtegernpolitiker eben solche Äußerungen bei ihrem beruflichen Hintergrund tätigen, schauen wir uns doch mal die Damen und Herren näher an:

    Christiane Haderthauer CSU = Rechtsanwältin

    Norbert Geis CSU = Rechtsanwalt

    Voler Kauder CDU = 2. Staatsexamen in Rechtswissenschaften

    Alexander Dobrindt CSU = hat Soziologie studiert

    Georg Schmidt CSU = 2. Staatsexamen in Rechtswissenschaften

    Daniela Raab CSU = Rechtsanwälting (hat sich bisher noch nicht geäußert ist aber generell gegen eine weiter Gleichstellung siehe Rede im Bundestag am 19.12.2008)

    Bei all diesen studierten insbesondere im Bereich des Rechts sollte man doch annehmen das sie Verstand haben, logisch denken können und Dinge realistisch betrachten. Schaut man sich allerdings ihre Äußerungen an wird schnell klar das die Studienzeit wohl eher Zeitverschwendung war den gelernt scheinen sie ja nichts zu haben.

    Statt dessen bescheinigen sie allesamt gleichgeschlechtlichen Eltern Unfähigkeit bei der Kindererziehung, denn nur Vater und Mutter können ja Kinder erziehen.

    Würden sie die Realität sehen müssten sie erkennen das gerade lesbische und schwule Eltern vor dem rechtlichen Hintergrund den heterosexuellen Eltern zumindest ebenbürtig sind, da sie es schaffen trotz erschwerten Bedingungen ihre Kinder zu toleranten und wertvollen mitgliedern unserer Gesellschaft zu erziehen. Statt dies entsprechen zu würdigen in dem sie endlich die Gleichstellung in der Politik mittragen entwürdigen sie eben diese Familien mit ihren menschenverachtenden Äußerungen.
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#8 VolumeProProfil
  • 25.07.2009, 15:46hMönchengladbach
  • Antwort auf #7 von SmartiSaar
  • Natürlich ist das ein Angriff auf die Menschenwürde der Kinder, die in gleichgeschlechlichen Partnerschaften aufgewachsen sind oder aufwachsen. Artikel 1 Absatz 1 Satz 1 gebietet "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Dort steht nicht, dass dieses nicht für Kinder aus schwul-lesbischen Partnerschaften gilt.

    Die Union hat sowieso ein seltsames Familienbild. Wenn ich bedenke, wie oft Kinder von ihren eigenen Eltern vernachlässigt werden oder diese schlichweg bei der Erziehung versagen. Da soll mir mal jemand erzählen, dass es dort besonders gut zugeht.
    Vor allem ist die Union mit ihrer Aussage, dass die Familie "Kern des Staates" sei, nicht gerade weit weg von der NS-Ideologie unter der Schwule und Lesben ja auch nichts zu lachen hatten.
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#9 TimmAnonym
  • 25.07.2009, 16:41h
  • Die wissenschaftliche Studie aus Bamberg bestätigt wissenschaftliche Untersuchungen aus Kanada oder Schweden, wo ebensolche guten Resultate zugunsten Regenbogenfamilien vorliegen.

    Kauder, Geis, Bosbach oder Haderthauer sollten sich schämen, wenn sie mit solchen Sie entlarvenden Vorurteilen an die Öffentlichkeit gehen und erklären, dass homosexuelle Paare keine guten Eltern sein. Eine bodenlose Frechheit und Unverschämtheit; die können froh sein, dass ich nicht in deren Nachbarschaft wohne. Da würde ich aber für Stimmung gegen solche Personen sorgen.

    Mit solchen Äußerungen zeigen Kauder, Bosbach, Geis oder Haderthauer, was für schlechte Eltern in Wahrheit Sie sind. Ich möchte nicht wissen, was für einen Mist, die Ihren Kindern beibringen, wenn diese Politiker mit solchen bodenlosen Unverschämtheiten gegenüber homosexuellen Paaren an die Öffentlichkeit gehen.

    Die Studie aus Bamberg entlarvt unsere verlogenen Hinterbänkler in der CDU/CSU.
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#10 free_worldEhemaliges Profil
  • 25.07.2009, 16:58h
  • Ich finde das schon irgendwo ziemlich interessant, angesichts von Meldungen, das Mütter ihre Kinder verhungern lassen, einfrieren, auf den Strich jagen, Betteln schicken,....

    Wo bitte ist das in einer Regenbogenfamilie bisher schonmal vorgekommen?

    Ausserdem scheint der Satz "Keine Experimente" bei der CDU, vor allem dann wenn ihr die Argumente ausgehen, sehr beliebt zu sein:

    www.cdu-schwerte-mitte.de/img/experimente.jpg
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