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  • 27. Juli 2009, noch kein Kommentar

Jahresausstellung "Die Stunden des Fauns" von Robert C. Rore in der Münchener Kunstbehandlung

Von Carsten Weidemann

Die diesjährige Robert-C.-Rore-Jahresausstellung in der Münchener Kunstbehandlung trägt den Titel "Die Stunden des Fauns". Dass der Maler bei der Arbeit sein Atelier mit klassischer Musik beschallt, ist kein Geheimnis und seinen Werken auch anzusehen. Allerdings zählen Bach und Händel zu seinen bevorzugten Komponisten.

Nun zitiert er mit dem Titel dieser Ausstellung das "Prélude à l'après midi d'un faune" von Claude Debussy. Interessant dabei ist, dass aus dem Nachmittag des Faunes bei Robert C. Rore ein ganzer Tag wird, Morgen, Mittagsstunden und Nacht also mit dabei sind. Ebenso interessant ist der Hinweis auf die Person Debussys, der mit seinem Werk als Bindeglied zwischen Romantik und Moderne gilt und sich bei seinen Kompositionen seinerseits von Malerei inspirieren ließ.

Für den Künstler hat München eine beachtliche "Faunstradition". Diese Tradition beginnt mit der steingewordenen schwülen überwältigenden prachtmännlichen Sinnlichkeit des barberinischen Fauns in der Glyptothek, der seine nun schon zweitausendjährige Siesta in einem arcadischen Licht in aller Unschuld verdämmert. Dann die Bilder der Maler Böcklin und Putz. Und die Albernheiten der Faune bei Stuck. Und dazwischen ein geschnitzter Faunskopf im Cuvilliés Theater - ein Schelm wer Schlechtes bei seinem Grinsen denkt!

Der Faun selbst ist der altitalische Gott der freien Natur, ein Schalmei oder Flöte spielender Waldgeist, der die Felder bewacht und bei Mensch und Tier für Fruchtbarkeit sorgt und nicht als einzelnes Wesen sondern in großer Zahl auftritt und damit Verwirrung stiftet. Dies alles sind Hinweise auf das, was den Betrachter der neuen Werke von Robert C. Rore erwartet: Gemalte Musik, Sinnlichkeit, Natur, Sonnenlicht, Blaue Stunde, Nachtszenen und vieles mehr. Und wie immer sorgen die zahlreichen unverschämt gut aussehenden Männer für Verwirrung.

Die Ausstellung ist vom 30. Juli bis 5. Oktober in der Münchener Kunstbehandlung zu sehen.