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Die katholische Kirche hat sich in den politischen Streit um die Gleichstellung von Homo-Paaren im Adoptionsrecht eingeschaltet – sie lehnt den Vorstoß von Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) grundsätzlich ab.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick erklärte, die Adoption durch Homo-Paare sein nicht "das Beste für die Kinder" und würde die deutsche Verfassung verwässern: "Ehe und Familie, wie sie im Grundgesetz der Bundesrepublik verankert und geschützt sind, werden ausgehöhlt und irgendwann im eigentlichen Sinn nicht mehr erkannt", befürchtet der 59-Jährige. Er argumentiert weiter, dass es "in der ganzen Menschheitsgeschichte und in allen Kulturen" unbestritten sei, dass "die Kinder zu Mutter und Vater gehören".

Zwar nehme er zur Kenntnis, dass im Einzelfall "Kinder in so genannten Regenbogenfamilien" genauso gut leben könnten. Allerdings hieße das nicht, dass Homosexuelle ein generelles Adoptionsrecht erhalten sollten: "Dabei geht es nicht um Diskriminierung einer Gruppe in unserer Gesellschaft, sondern um das Beste für die Kinder", so Schick.

Die SPD-Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hatte zuvor eine Studie vorgelegt, nach der homosexuelle Eltern Kindern nicht schadeten (queer.de berichtete). Sie setzt sich daher für eine Gleichbehandlung von (heterosexuellen) Ehepartnern und Eingetragenen Lebenspartnern im Adoptionsrecht ein. Neben der SPD befürworten auch Grüne, FDP und Linke die Gleichbehandlung, während die Union für die Beibehaltung des Adoptionsverbots für Homo-Paare plädiert.

Schick führt zudem noch einen praktischen Grund für die Verweigerung des Adoptionsrechts für Schwule und Lesben an: "Die Zahl der Adoptionen sinkt erheblich", erklärte er und fragt, warum das Adoptionsrecht dann ausgeweitet werden solle. Diese Frage wurde bereits vergangene Woche von Zypries angesprochen: Sie argumentierte, dass aus Gründen der Gleichberechtigung die "formalen Diskriminierungen von homosexuellen Paaren" beseitigt werden müssten, selbst wenn nur wenige Paare vom neuen Recht Gebrauch machen könnten.

Bereits in der Vergangenheit hat die katholische Kirche gegen die Elternschaft von Schwulen und Lesben polemisiert. So erklärte der Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, dass es genau so schlimm sei, wenn ein Kind bei einem gleichgeschlechtlichen Elternpaar aufwächst oder ein (Hetero-)Elternteil stirbt (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

33 Kommentare

#1 RabaukeAnonym
  • 28.07.2009, 13:32h
  • Liebe Katholische Kirche!

    "in der ganzen Menschheitsgeschichte und allen Kulturen." Bitte? Es ist nahezu eine Frechheit und unglaubbbbblich, was dieser Herr hier steigen läßt!!! Hier erklärt ein Vetreter der katholischen Kirche nahezu alle Kulturen, für unter dem "Hut" und selben "Weltanschauungsbildnis" dieser Kirche zu stehen! Herr Erzbischof! Als bekennder Buddhist, lege ich hiermit, unter schärfsten Prostest, meinen Einspruch zu Grunde! Auch wenn "wir" gemeinsame "Wurzeln" besitzen, so hat sich der Buddhismus, in den letzten Jahrtausenden, deutlich und vorallem, tolleranter weiter entwickelt. Ich distanziere mich eindeutig von Ihrer ausgesprochenen, weltbefremdlichen Aussage, "alle Kulturen......". Mit welchen Recht nehmen Sie sich hier heraus, über die Köpfe anderer Kulturen und Relegionen hinweg zu sprechen? Es ist wirklich unglaublich! Sie begegnen dem Priesterschwund ihrer Kirche nicht durch gewagte, völlig unhaltbare Aussagen! Sie könnten mal Bitte versuchen, das Weltbild ihrer Kirche aufs Jahr 2009 zu aktualisieren. Mir scheint, die Katholische Kirche hat gerade das "Zeitalter" der "Industrialisierung" erreicht? Ich wünsche gute Besserung, Herr Erzbischof!!!!
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#2 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 28.07.2009, 13:42h
  • Was hat die "Katholische Kirche" sich da in die politische Debatte einzumischen. Politik geht sie überhaupt nichts an. Die soll sich einfach nur um ihren innerkultischen Kram kümmern und gut ist.
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#3 stephan
  • 28.07.2009, 13:45h
  • Na, ich hatte schon auf die ersten Wortmeldungen der röm.-kath. Institution gewartet und der Tenor überrascht ja hier wohl auch niemanden!

    "Dabei geht es nicht um Diskriminierung einer Gruppe in unserer Gesellschaft, sondern um das Beste für die Kinder"

    Und wissen wir nicht alle, dass es natürlich das Beste für die Kinder ist, wenn sie vom Kindergarten an und dann in der Schule durch einen (in den meisten Landesverfassungen absicherten) sog. Religionsunterricht indoktriniert werden, damit die nächste Generation dann ebenso engstirnig ist, wie die vorhergehende.

    'Das Beste für die Kinder' - da kann man nur lachen - wie wäre es denn, wenn sich die Herren zunächst einmal darum kümmerten, dass die Kinder der kath. Priester mit Mutter und Vater aufwachsen können. Fälle von kath. Priestern, die weiter im Amt sind und von der Mutter ihres Kindes getrennt leben, gibt es ja nun wirklich genug.

    Mir persönlich ist z.B. ein Fall bekannt, bei dem der Priester, sich dann doch für Frau und Kind entschieden hat und sein Bischof ihm mehrfach nahelegte, sich doch noch einmal anders zu entscheiden ...

    Mehr Heuchelei als in diesem Verein gibt es wohl selten ... 'das Beste für die Kinder' ... einfach nur zum Lachen ...

    Mich mit den Argumenten der röm.-kath. Glaubensgemeinschaft weiter auseinanderzusetzen und noch einmal diese Einlassungen ad absurdum zu führen, habe ich zurzeit keine Lust ... sie sind für jeden vernünftigen Menschen ohnehin absolut wirr ...
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#4 alexander
  • 28.07.2009, 13:50h
  • na das wurde aber auch zeit, dass sich die "alleinseeligmachende" zu diesem thema meldet!
    natürlich geht es in erster linie wieder um :
    "das beste für die kinder" ???

    dann muss das grundgesetz, entgegen aller anders lautender urteile, wieder mal herhalten.
    offensichtlich nimmt sich diese "glaubensgemeinschaft" auch das recht heraus, unser gg in ihrem interesse zu interpretieren ?

    und dann noch der umkehrschluss, dass das gg ausgehöhlt wird und der eigentliche sinn zum schutz von ehe und familie nicht mehr erkannt wird ?
    da hat der "schicke ludwig" doch direkt einen geistesblitz oder erleuchtung gehabt, leider katholisch, weihrauchvernebelt, denn wo kein sinn drin ist, kann man auch keinen sinn erkennen !!!

    natürlich soll auch niemand diskriminiert werden, da es ja ohnehin weniger adoptionen gibt, lohnt sich das wohl ohnehin nicht ?

    die erfahrungen über die, die katholische kirche in sachen kindeswohl verfügt braucht man nach den unverhältnismässig hohen zahlen der missbrauchsfälle wohl nicht mehr zu diskutieren ! letztlich bleibt die frage, warum sich unsere konservativen herrschaften, auch in der gesellschaft und regierung so stark für die benachteiligten
    lieben kleinen einsetzen ?
    das kann nur die bankrotterklärung ihrer verfehlten "familien- und bildungspolitik" sein,
    denn nie ging es einer vielzahl von kindern in diesem land so schlecht wie heute !
    und das gewese von uschi v. d. leyen hat eh nur alibifunktion !
    ausserdem wäre man "not amused", wenn plötzlich das "unnormale regenbogenfamilienleben" besser als die ach so fromme, schützenswerte ehe und familie abschneiden würde !
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#5 HannibalEhemaliges Profil
  • 28.07.2009, 13:51h
  • Diese pädophilen Katholenbrüder sollen ihren verwixten Senf da gefälligst raus halten. Dies ist zum Glück immer noch ein laizistisches Land, in dem die Kirche nichts zu sagen hat - auch wenn die Katholen gerne einen christlichen Gottesstaat wie den Irak hier hätten! Daher: Fresse halten!
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#6 Soch KendungAnonym
  • 28.07.2009, 13:59h
  • Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen.

    Friede den Hütten
    Krieg den Palästen
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#7 RabaukeAnonym
  • 28.07.2009, 14:17h
  • Nachtrag:

    Ich habe an die Pressestelle des Herrn Erzbischof eine Protestmail gesendet. Es ist unglaublich, eine Unverschämtheit, was dieser "Würdenträger" hier vom "Stapel" laufen läßt!

    Sehr geehrter Herr Erzbischof Dr. Ludwig Schick,

    Ihre kürzlich durch Presse und Medien bekanntgewordene Verlautbarung, Betreff der Adoption für Homopaare und Regenbogenfamilien ist unglaublich! Als bekennder Buddhist möchte ich Ihnen hiermit meinen Protest in aller Förmlichkeit und Respekt um Ihre Kirche, übermitteln. "In der gesamten Menschheitsgeschichte und allen Kulturen gab es stets die Definition der Familie für Mutter und Vater." Herr Erzbischof, in allen Kulturen? Es ist ungeheuerlich, welch schleichende, man möchte beinahe behaupten, erschütterliche "Aroganz" hinter dieser gemachten "Verlautbarung" von Ihnen steht.

    Ich beziehe hier eine klare Stellung für den Buddhismus. In aller Form spreche ich Ihnen ab, bei Ihren kürzlich gemachten Äußerungen, über den Kopf "aller Kulturen" hinweg, eine Aussage zu treffen, in derem Recht Sie nicht stehen! Ich bin sehr betrübt und verärgert. Ganz gewiss findet jeder Mensch seinen Glauben. Lassen Sie mich jedoch anführen, daß jegliche Kultur und deren Glauben frei sind. Zu einigen Pastoren ihrer Kirche pflege ich sehr enge, freundschaftliche Bindungen. In unzählig, wunderbaren Unterhaltungen, sei es zum AT oder NT, der Bibel an und für sich, haben sich Buddhisten wie ich, mit der Katholischen Kirche in ein von grossem Wert, unschätzbares "Begegnungsprofil erschaffen. Relegionen sollten einander begegnen, kommunizieren, verstehen, erfahren, austauschen. Allem voran, steht aber der Mensch als Individium.

    Für den Buddhismus sprechend, darf ich Sie so verstehen? Es gibt keinen asiatischen, keinen afrikanischen, keinen anderen "Gott"? Sie "legen" das fest, indem Sie über alle Kulturen und die gesamte Menschheitsgeschichte reden?

    Dazu würde ich gern mit Ihnen einen Gedankenaustausch führen. Ihre Aussage wie sie steht, halte ich für einen unglaublichen "Faustschlag" ins Gesicht aller anderen Relegionen und deren kulturellen Entwicklung.
    Ich Bitte Sie freundlich um eine Stellungsnahme und verbleibe..........
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#9 LorenProfil
#10 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 28.07.2009, 15:09h
  • Antwort auf #5 von Hannibal
  • Deutschland ist leider kein laizistischer Staat. Sonst hätten wir keinen "Religionsunterricht" an öffentlichen Schulen, keinerlei Finanzierung der "Kirchen" durch den Staat und Vertreter der "Kirchen" nicht in den Rundfunkräten sitzen. Die "Katholische Kirche" gilt in Deutschland als eine Körperschaft öffentlichen Rechts und kann öffentlich-rechtlich handeln. Es wird Zeit, dass ihr und allen anderen "Kirchen" dieser Status aberkannt wird. Wird nur leider nicht so bald passieren.

    Deutschland gilt als säkular. Als laizistisch gelten nur wenige Staaten, z. B. Frankreich.
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