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Ein Teilnehmer der World Outgames in Kopenhagen wurde am Dienstag verletzt, als ein 31-Jähriger offenbar aus Homophobie einen Feuerwerkskörper auf die Rennbahn des Østerbro-Stadions schoss.

Dean Koga aus dem amerikanischen Seattle erlitt dabei Verletzungen an der Hand. Splitter des Feuerwerkskörpers mussten operativ entfernt werden. Einen Tag später konnte der 58-Jährige mit einem Verband am 200-Meter-Lauf teilnehmen – und gewann trotz der Verletzung die Gold-Medaille in seiner Altersklasse.

Nach dänischen Medienberichten nahm die Polizei einen 31-jährigen Mann fest, der sich jetzt in Untersuchungshaft befindet. Er soll in einem Rucksack weitere Feuerwerkskörper bei sich getragen haben. Der mutmaßliche Täter soll nun wegen eines Hassverbrechens angeklagt werden, er bestreitet aber die homophobe Absicht: Er habe lediglich versucht, den Feuerwerkskörper an die Wand zu schmeißen und wollte dabei keine Menschen gefährden, erklärte er in ersten Aussagen. Auch sei ihm nicht bewusst gewesen, dass es sich bei der Veranstaltung um ein schwul-lesbisches Festival gehandelt habe. Die Polizei bezweifelt diese Aussagen.

Bereits bei der Eröffnung wurden drei Teilnehmer offenbar aus rein homophoben Motiven zusammengeschlagen (queer.de berichtete). Auch hier ermittelt die Polizei wegen eines Hassverbrechens.

Dänische Politiker verurteilten die Gewalt bei den Spielen scharf: "Ich bin überrascht, dass so etwas hier passiert", erklärte Klaus Bondam, offen schwuler stellvertretender Bürgermeister von Kopenhagen gegenüber der BBC. "Ich hätte gedacht, dass Kopenhagen Schwulen und Lesben aus der ganzen Welt einen besseren Empfang beschert."

Die World Outgames sind neben den Gay Games das größte schwul-lesbische Sportfestival der Welt. Die Spiele wurden am Samstag eröffnet und sollen noch bis zum 2. August andauern. Insgesamt sollen 5.500 schwule, lesbische, bi- und transsexuelle Sportler aus über 100 Ländern an dem Event teilnehmen. Im kommenden Jahr finden dann die Gay Games in Köln statt. (dk)



#1 SmartiSaar
  • 30.07.2009, 19:47h
  • Schon der Zweite Angriff auf Teilnehmer der Outgames innerhalb weniger Tage, das Klima wird rauer nicht nur bei uns in Deutschland.
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#2 antos
  • 30.07.2009, 21:25h
  • Was bitte ist daran "scharf" ge- oder gar verurteilt, wenn Klaus Bondam "überrascht" ist, das so etwas in Kopenhagen passiert?

    Der abenteuerlustige Sadismus solcher "homophober" Täter, dieser Wille zur Machtdemonstration und zum Verletzen anderer "überrascht" mich nicht, er bereitet mir schieres Entsetzen und die Opfer tun mir entsetzlich leid!

    Homophob setze ich deswegen in Anführungszeichen, weil ich den Begriff für schwachsinnig halte, denn solche Täter sind alles andere als verängstigt; ich bemerke im Gegenteil bei jedem Schwulenhasser, der meinen Weg kreuzt, wie überlegen er sich fühlt - wie viel besser, weil normaler und robuster er sich vorkommt als die von ihm verachteten und im schlimmsten Fall drangsalierten Homos, Tunten, schwulen Säue. "Homophobie" - was für ein den Blick auf die Realitäten verstellendes Unsinns-Konstrukt, geprägt natürlich vom psychoanalytischen Denken, dass immer gern für neblige Täter-Opfer-Umkehr steht.

    Alles Gute, Dean Koga!
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#3 Nur mal soAnonym
  • 30.07.2009, 22:36h
  • Antwort auf #2 von antos
  • "Das ist ungenau, denn es benutzt die Interpretation der Mediziner für diesen Begriff.

    Der ursprüngliche Begriff Phobos begreift den Inhalt eher im Sinne von "Furcht und Schrecken verbreiten" also aktiv. Dies wird auch in der griechischen Mythologie so behandelt, wo der Bruder von Phobos Daimos ist,
    und beide Söhne von Ares sind.

    Somit bezeichnet der soziologische (also nicht medizinische) Begriff Homophobie eher einen Hass, der Furcht (und Schrecken) verbreitet..."

    Nur mal so
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