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Die Regierung von Albanien hat am Donnerstag angekündigt, einen Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe ins Parlament einzubringen.

Albanien wäre das erste mehrheitlich muslimische Land, das Schwule und Lesben im Eherecht gleichstellt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP hat die Mitte-Rechts-Regierung auf ihrer Website das Gesetz angekündigt, das "eine Debatte auslösen könnte".

Ministerpräsident Sali Berisha erklärte, dass die Diskriminierung von schwulen und lesbischen Paaren in dem drei Millionen Einwohner zählenden Land beendet werden müsste. Derzeit werden Homo-Paare gesetzlich nicht anerkannt. Berisha sagte ferner, dass Gleichbehandlung von Minderheiten eine Voraussetzung für die Aufnahme seines Landes in die Europäische Union sei.

Aus Angst vor Diskriminierung outen sich gegenwärtig sehr wenige Schwule und Lesben. Gegenwärtig gibt es nicht einmal in der Hauptstadt Tirana Homo-Bars oder –Clubs. "Die Einstellung gegenüber Homosexualität hat sich in den letzten Jahren nicht gewandelt. Schwule und Lesben müssen sich daher schützen", erklärte Genci Terpo, ein Menschenrechtsanwalt aus Tirana, gegenüber "Balkan Insight". "Homosexuelle werden immer noch diskriminiert in allen Lebenslagen. Auch Staatliche Einrichtungen mischen bei dieser Ungleichbehandlung mit."

Muslime und Christen protestieren

Muslimische und christliche Vertreter haben bereits Widerstand gegen die Entscheidung angekündigt: "Wir werden versuchen, dieses Gesetz zu verhindern", erklärte Selim Muca, Chef des Rates der Muslime, gegenüber der Nachrichtenagetur AFP. Auch die katholische Kirche erklärte, eine Ehe-Öffnung sei inakzeptabel.

Bis 1990 verboten die kommunistischen Machthaber jegliche Religionsausübung. Deshalb ist heute der Anteil der Atheisten in Albanien höher als in anderen Teilen Osteuropas. Auch die Kommunisten verurteilten Homosexualität als dekadent und westlich und ließen Schwule verhaften. Auf Homo-Sex standen in dem drei Millionen Einwohner zählenden Land noch bis 1995 zehn Jahre Gefängnis. Umfragen zufolge lehnen vier Fünftel der Bevölkerung die Homo-Ehe ab.

Berisha und seine konservative Demokratische Partei konnten sich erst am 28. Juni in Parlamentswahlen gegen die Sozialisten durchsetzen.

Bislang haben mit den Niederlanden, Belgien, Spanien, Kanada, Südafrika, Norwegen und Schweden erst sieben Länder Schwule und Lesben beim Ehe-Recht gleichgestellt. (dk)



Eingetragene Partnerschaften in Albanien?

In Albanien wird auf Initiative des Europarates über die Einführung von eingetragenen Partnerschaften und die Verbesserung der Situation von Transgendern debattiert.

31 Kommentare

#1 Yuuki83Anonym
#2 seb1983
#3 RabaukeAnonym
  • 30.07.2009, 16:17h
  • Ich gratuliere dem albanischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, zu diesen, ersten Schritten, in eine neue Zeit.
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#4 Linu86Profil
  • 30.07.2009, 16:36hAachen
  • Kaum zu fassen... ich bin wirklich völlig baff...

    Aber prima, dass sich auch mal eine "konservative" Regierung gegen die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung durchsetzt... vielleicht ändert das auch manch eine Einstellung.

    Von 0 auf 100 sozusagen... und in Deutschland weiter die "Trippelschrittmentalität" ... wann wird bei uns endlich die Ehe geöffnet? :P
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#5 KerberosAnonym
  • 30.07.2009, 16:42h
  • Na wenn eine albanische ! Mitte-Rechts-Regierung die Ehe öffnen will dann geht es doch wohl in erster Linie darum das Land, welches sich in einer nicht wirklich stabilen Region befindet, in den sicheren und komfortablen Schoß der EU zu lotsen.

    Erstaunlich wie pragmatisch selbst konservative Poliker mit der Homoehe umgehen, obwohl sie diese doch sonst als "so großes Übel" verdammen.

    Ich liebe die EU !!!
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#6 discohero
  • 30.07.2009, 17:04h
  • Ganz genau... in Deutschland nur in Trippelschritten... ich finde, der einfachste (!) und beste Weg, die Diskriminierung in Deutschland abzuschaffen, wäre, die "Hetero"-Ehe für Homosexuelle zu öffnen. Und gut ist. Keine weiteren Sonderregelungen. Damit hat jeder die gleichen Rechte und wir können DIESE Sache zu den Akten legen. Daher sind die großen Volksparteien CDU und SPD für mich nicht mehr wählbar.
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#7 AnsakAnonym
  • 30.07.2009, 17:05h
  • Was nützt den Albanern die Eheöffnung, wenn im ganzen Lande Homosexuelle drangsaliert werden. Die albanische Regierung will damit nicht die Diskriminierung von Schwulen mindern, sondern sie will Mitglied der Europäischen Union werden. Für die Betroffenen wäre das nur eine symbolische Geste und nur eine theoretische Verbesserung und hätte praktisch kaum Auswirkungen.
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#8 Katrin
  • 30.07.2009, 17:21h
  • Prima, wieder ein Land das in Sachen Antidiskriminierung an Deutschland vorbei zieht. Da werden sich in den nächsten Jahren auch mehr Menschen trauen in Umfragen ihre wirkliche Meinung zusagen, als aus Angst als homofreundlich geoutet zu werden in die allgemeine Trompete zu blasen.
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#9 Leroy(der Echte)Anonym
#10 seb1983
  • 30.07.2009, 18:06h
  • Antwort auf #8 von Katrin
  • Nana, wir wollen mal nicht eine Eheöffnung mit Antidiskriminierung verwechseln.
    Auch danach, falls es wirklich klappt, werden deutsche Schwule wohl nicht massenhaft nach Albanien einfallen. Noch immer sehe ich Deutschland in Sachen Toleranz und Sicherheit mit einigen anderen Industrieländern in einer Spitzengruppe.
    Mit dem Alltagsleben hat nämlich weder eine Homoehe noch ein grundgesetzliches Diskriminierungsverbot zu zun.
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