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Der schwule Journalist und Buchautor verstarb am 28. Juli in Moosbach im Alter von 54 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes.

Von Christian Scheuß

Das bestätigte der Frankfurter Verleger Kurt J. Foerster von Foerster Media auf Anfrage von queer.de. Huber und Foerster waren befreundet, kannten sich durch die berufliche Zusammenarbeit seit 30 Jahren. Huber war am Dienstagnachmittag in Moosbach zusammengebrochen und konnte durch den Rettungsdienst nicht mehr reanimiert werden. Als Todesursache wird ein Herzinfarkt angegeben.

Den 1954 im bayerischen Moosbach geborenen Huber zog es zunächst in die Politik, bevor er zum Journalismus wechselte. Bereits 1972 war er Vorsitzender und Pressesprecher mehrerer bayerischer Jugendorganisationen und kandidierte bei der Bundestagswahl 1976 als jüngster deutscher Bundestagskandidat. Von 1977 bis 1981 war er Bundesvorsitzender des Jugendpresseverbandes "Medien und Jugend in Deutschland"; gleichzeitig Chefredakteur der Zeitschriften "die alternative" und "Der Blickpunkt".

Kein Kind von Traurigkeit

Seinem eigentlichen Interesse – Die Welt des Glamours, der Stars und Sternchen – konnte er sich seit den achtziger Jahren widmen. Er begann seine unermüdliche Tätigkeit als freier Journalist und Buchautor. Rund 40 Zeitungen, Magazine und Onlineportale waren Abnehmer seiner Geschichten. 14 Bücher veröffentlichte er, darunter auch schwule Standardwerke wie das allererste schwule Filmlexikon "Gewalt und Leidenschaft", die Bände "Leben, Lieben, Legenden" sowie " Leben. Laster, Leidenschaft" mit Promibiografien, oder auch den zweiteiligen "Gay Video Guide" mit Infos zur Historie der schwulen Pornografie.

"Hermann war kein Kind von Traurigkeit", erinnert sich Kurt J. Foerster gegenüber queer.de, was Kollegen bestätigen, die mit ihm bereits einmal auf einer Pressereise unterwegs waren. Mit vollem Körpereinsatz erzählte er – am liebsten bei gutem Essen und feinen Weinen - von seinen zahlreichen Unternehmungen. Mit einer unglaublichen Energie und einer charmanten Schamlosigkeit ging der 54-jährige auf Prominente zu, und bekam damit jeden vor das Mikrofon und die Kamera. Huber war dabei kein kritisch hinterfragender oder in unangenehmen Dingen wühlender Reporter, ihn interessierte das menschliche der Personen hinter all dem Glamour. "Huber war Journalist, weil er von den Menschen, die er interviewte, geliebt werden wollte", deutet ein Journalistenkollege sein Schaffen.

Wie sein Freund Kurt J. Foerster berichtet, wird die Beerdigung am 31. Juli im engsten Freundes- und Familienkreis in seinem Heimatort Moosbach stattfinden. Huber hinterlässt einen Beziehungspartner aus Frankfurt. Foerster hofft, dass er den Nachlass Hubers verwalten und ihn dem Schwulen Museum in Berlin zugänglich machen kann. Huber war nämlich auch ein leidenschaftlicher Sammler. Nicht nur sein umfangreiches Fotoarchiv, eine große Materialsammlung und Bücher, auch mehrere tausend Videokassetten und DVDs mit schwuler Pornografie hat er im Laufe seine Lebens zusammengetragen.



#1 JanAnonym
  • 31.07.2009, 02:43h
  • Eine sehr traurige Nachricht! Durfte Hermann nur einmal für wenige Tage auf einer Pressereise erleben - Ende 2008 in Oostende. Er war ein überaus unterhaltsamer, witziger Zeitgenosse, der viele, spannende Anekdoten zum Besten geben konnte. Der Artikel beschreibt ihn sehr gut.
    RIP, Hermann!!!
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#2 Peter GoebelAnonym
  • 31.07.2009, 10:54h
  • bin sehr traurig, habe sehr gerne mit Hermann zusammen gearbeitet der immer fröhlich war und die Künslter, die er interviewt hat, waren von seiner herzlichen Art immer begeistert. RIP Hermann.
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#3 S. SpitzkatAnonym
  • 31.07.2009, 11:57h
  • Wir hatten noch gemeinsame Reise- und Redaktionspläne. Und jetzt ist alles so unvorhergesehen zu Ende. Ich kann es gar nicht fassen und begreifen.

    Ich behalte Hermann in unbeschreiblicher Erinnerung. Er war ein ausgefallener extrovertierter, aber auch unheimlich liebenswerter Mensch. Ich bin wirklich glücklich darüber ihn gekannt zu haben ;-)
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#4 MarstophProfil
  • 31.07.2009, 21:37hBerlin
  • Nach dem Coming Out mit 16 war ich auch als erstes über Veröffentlichungen aus dem Offenbacher Förster-Verlag gestolpert.
    Hermann J. Huber hat sich mir als Autor sofort eingeprägt.

    Die schwule Autoren-, Bücher- und Magazinlandschaft jener Zeit hat ihm bis heute viel zu verdanken und ich denke auch seine Leser.

    Was er schrieb, hat sich mir eingeprägt und er war damit sozusagen einer, der inhaltlich mein Coming Out Mitte der 8oer Jahre mitgeprägt hat.

    Danke Hermann J. Huber!
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#5 Barbara DornauerAnonym
  • 14.09.2009, 03:36h
  • Antwort auf #3 von S. Spitzkat
  • Hallo Herr Spitzkat,ich habe gerade mit Entsetzen auf der webseite vom Herrn Huber den Nachruf gelesen ,ich war war befreundet mit Ihm und Mario,wir lebten damals auf Gran Canaria und ich habe Fotos mit und Fuer ihn gemacht dort ,haben Sie irgendwie Kontakt zu mario damit ich mich bei ihm melden kann
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#6 Horst Weipert Anonym
  • 08.03.2010, 13:03h
  • Ich werde Ihn nie vergessen, ein toller Schreiberling und ein liebenswerter Zeitgenosse, tolle Tage in Vrbnik (Kroatien) Party ohne ende....Film Foerster Verlag.....
    Habe seinen 50 Geburtstag noch mit Ihm gefeiert und so bleibt er in meiner Erinnerung
    werde Ihn sehr vermissen.

    Horst Weipert....Werkhalle
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