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Der Streit um Homosexualität in der anglikanischen Kirche spitzt sich zu: Die Diözese Los Angeles hat nun sechs Kandidaten für zwei Posten als Suffraganbischöfe nominiert - darunter ist ein Schwuler und eine Lesbe, teilte die Diözese mit.

Die Entscheidung über die Postenverteilung der 70.000 Gläubige zählenden Diözese fällt im Dezember. Suffraganbischöfe sind in der anglikanischen Kirche Regionalbischöfe in großen Diözesen. Sie unterstehen direkt dem Bischof. Die Namen der Nominierten gab die Kirche nicht bekannt.

Diese Nominierung könnte die Auseinandersetzung in der weltweit 80 Millionen Mitglieder zählenden Kirche wieder hochkochen lassen. Der Streit schwelt bereits seit 2003, als der offen schwule Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire gewählt wurde (queer.de berichtete). In der rund 500-jährigen Geschichte der Glaubensrichtung führte damit erstmals ein offen Homosexueller eine anglikanische Diözese. Die Mutterkirche in England hatte die US-Dependance daraufhin aufgefordert, aus Sorge um die Einheit der Kirche zukünftig keine Schwulen und Lesben mehr in Ämter zu berufen. Mehrere afrikanische Bischöfe haben seitdem gedroht, sich von der Mutterkirche abzuspalten, da sie Homosexualität als unchristlich ansehen. Die liberale amerikanische Chef-Bischöfin Katharine Jefferts Schori hat trotz dieser Drohungen aber bereits im Juli angekündigt, wieder Schwule und Lesben weihen zu wollen (queer.de berichtete).

Kritiker fürchten Entfremdung

Konservative Anglikaner haben die Nominierung in Los Angeles bereits scharf kritisiert. So erklärte Traditionalist David Virtue, dass dies "die orthodoxen Gläubigen in der Anglikanischen Gemeinschaft weiter entfremden kann. Das dient für sie als Beweis, dass die US-Anglikaner ungehemmt sind und dem Kirchenchef den Mittelfinger zeigen." Chef der anglikanischen Gemeinschaft ist der Chef der Church of England, gegenwärtig Erzbischof Rowan Williams. Er hatte im letzten Jahr an die Amerikaner appelliert, keine Schwulen mehr zu weihen (queer.de berichtete). Er hat aber keine rechtliche Handhabe, diesen Appell durchzusetzen.

Liberale Anglikaner verweisen dagegen auf Parallelen zwischen den Rechten von Frauen und denen von Homosexuellen. Die US-Anglikaner haben erstmals vor 35 Jahren Frauen geweiht - ein Fortschritt, der unter konservativen Anglikanern insbesondere in Afrika nach wie vor in der Kritik steht. "Die Fastenzeit für Schwule und Lesben ist endlich vorbei", erklärte die kalifornische Pfarrerin Susan Russell gegenüber der Zeitung "USA Today" begeistert.

Bereits nach der Wahl Robinsons haben mehrere Gemeinden die US-Kirche verlassen und die konservative "Anglican Church in North America" gegründet. Dieser gehören rund zehn Prozent der US-Anglikaner an. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 timmAnonym
  • 04.08.2009, 20:10h
  • Achja die Anglikaner... es zerreißt diese Kirchenwelt. Schon interessant, wie sich hier angeblich christliche Nächstenliebe lebenden Menschen sogar eine eigenständige Kirche gründen und sich abspalten, um bloss nicht einen offen schwulen Bischof zu ertragen. Verlogenheit pur zeigt sich hier.

    Aber andererseits immerhin...die anglikanische Kirchenwelt schafft es gleichwohl in ihrer Mehrheit, diesen Schritt umzusetzen.

    Die Lutheraner sind ähnlich weit bzw. einen Schritt sogar weiter, wenn man sich beispielsweise die Schwedische Kirche und die dortige offen lesbische Bischöfin Eva Brunne in Stockholm anschaut.

    Bei den Katholiken gibt es jede Menge schwule Bischöfe - nur sie verraten es nicht und leben oftmals sogar ein Doppelleben: siehe aktuell den einer Erpressung zum Opfer gefallenen Bischof Francisco Domingo Da Silveira in Uruguay, der Sex mit Häftlingen hatte.
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#2 schwarzwaldbub
  • 05.08.2009, 00:15h
  • Die amerikanischen Anglikaner/innen haben Recht, wenn sie sich über die Drohung der Spaltung durch homophobe Regionalkirchen hinweg setzten. Ich denke, sie durchlaufen einen ähnlichen Prozess, wie in Zeiten der Debatte um die Ordination von Frauen – abgesehen von den sexistischen und homophoben katholischen und orthodoxen Kirchen wird heutzutage kaum eine/r die Zulassung von Frauen zum Pfarr- oder Priesteramt in Frage stellen.

    Ich wundere mich ein wenig, dass ausgerechnet eine anglikanische Kirche hier die Initiative übernimmt. Die deutschen Protestanten sind nicht so wagemutig.

    Außerordentlich freue ich mich, dass die englischen Quäker, die keine Sakramente kennen, vergangene Woche beschlossen haben, LGBTs Heteros vollumfänglich gleich zu stellen. Diese Entscheidung ist historisch: Damit sind die englischen Quäker die erste christliche Religionsgemeinschaft, abgesehen von bestehenden lgbt Kirchen, die die Diskriminierung von LGBTs komplett aufheben!!!
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#3 jacekAnonym
#4 anonymusAnonym
  • 05.08.2009, 09:47h
  • Rowan Williams, der "Chef" war noch vor einem oder zwei Jahren dafür über die Teileinführung der Schariah in England zu reden.
    Gut daß ihm die amerikanische Seite den "Mittelfinger zeigt."
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