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In Berlin, Köln und Rostock haben Demonstranten ihre Solidarität mit den Opfern des Anschlags von Tel Aviv gezeigt, am Sonntag folgt eine weitere Mahnwache in der Hauptstadt. Vor Ort wurde weiter über Person und Motiv des Täters spekuliert.

Von Norbert Blech

Rund 400 Menschen haben am Dienstag in Berlin auf dem Breitscheidplatz gegen Homophobie demonstiert. Organisator Gloria Viagra hielt - unverkleidet - eine Ansprache, bevor die Menschen bis zum Nollendorfplatz unter dem Motto "Smash Homophobia" marschierten. Unterwegs wurde die Demo für weitere Ansprachen unterbrochen, unter anderem kamen ein Freund des ermordeten Nir Katz und Vertreter von Gladt zu Wort. Auch viele Menschen aus dem links-alternativen Spektrum mischten sich unter die schwul-lesbischen Demonstranten. Anlass war der Angriff eines maskierten Schützen auf einem schwul-lesbischen Jugendtreff in Tel Aviv in der Nacht zum Sonntag, bei dem zwei Menschen getötet und fünfzehn weitere verletzt wurden (queer.de berichtete).

Am Montag hatten bereits in Köln rund 150 Menschen Solidarität mit den Opern in der Partnerstadt Tel Aviv gezeigt. Die kurzfristig aufgebotene Mahnwache umfasste die Möglichkeit für alle Teilnehmer, über Mikrofon zu sprechen, eine Schweigeminute und ein Trillerpfeifenkonzert. Die Betroffenheit und Verunsicherung war vielen Teilnehmern anzusehen. Bei einigen war sie persönlicher Natur: Vertreter der Homo-Organisation Aguda aus Tel Aviv waren beim letzten CSD in Köln zu Besuch.

Auch in Rostock hatten sich am Montag circa 40 Menschen zusammengefunden, um ihre Solidarität zu zeigen. In vielen weiteren Städten weltweit gab es Gedenken. In Wien soll am Mittwoch um 19 Uhr am Tel Aviv Beach am Donaukanal eine Mahnwache stattfinden.

Weitere Mahnwache in Berlin am Samstag

Das Berliner Überfalltelefon Maneo hat für Samstag um 19.30 Uhr zu einer weiteren Mahnwache vor dem Mann-O-Meter am Nollendorfplatz aufgerufen. "Wir zeigen europaweite Solidarität. Darum organisieren wir gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen in Frankreich, Polen und Spanien zeitgleich Mahnwachen", so Projektleiter Bastian Finke. Maneo habe sich mit den Organisatoren der Demonstration in Tel Aviv abgesprochen. Adir Steiner, Koordinator für LGBT-Events beim Bürgermeister von Tel Aviv: "Unsere Demonstration wird unter der Überschrift stehen: 'Continuing with Pride - für Toleranz, für Unterstützung der lesbisch-schwulen Community und in Gedenken and die Opfer'. Euer Beitrag ist für uns eine großartige Unterstützung."

Polizei ohne Spur?

Am Dienstag hat die Polizei von Tel Aviv den Anschlag nachgestellt. Über den Stand der Ermittlungen gibt es weiterhin keine offiziellen Auskünfte. Kommissar David Cohen hatte am Montag gesagt, man solle nicht frühzeitig über die Motivation des Täters spekulieren. Es gebe keinen klaren Hinweis für ein Hassverbechen, auch eine Beziehungstat sei nicht auszuschließen. Ein Polizist sagte der Zeitung "Haaretz", die Ermittlungen könnten lange anhalten, ein anderer Polizist sagte, es gebe nach einem Hinweis eine Spur. Die Fernsehnachrichten von Channel 2 zeigten Bilder einer Überwachungskamera des flüchtenden Täters. Mehr als ein schwarzer Schatten ist darauf nicht zu erkennen.

Vier Opfer der Attacke werden weiterhin im Ichilov-Krankenhaus behandelt, eines mit schweren Verletzungen. Das Zentrum der Schwulen- und Lesbenorganisation Aguda hatte am Montag wieder geöffnet. Der Gruppenraum im Keller, Ziel des Anschlags, bleibt vorerst geschlossen. Er war die letzten Jahre eine sichere Anlaufstation für schwule und lesbische Jugendliche.



32 Kommentare

#1 schwarzwaldbub
  • 04.08.2009, 23:37h
  • Ein Mann betritt ein Schwulen- und Lesben-Zentrum und stößt auf eine Jugendgruppe, er zieht seine Sturmwaffe und schießt in die Menge. Es gibt zwei Tote und 15 Verletzte, 4 davon schwer. Die meisten Opfer sind minderjährig. Danach versucht er in ein lgbt Café einzudringen, wird aber vom Sicherheitsdienst zurückgewiesen und flüchtet unerkannt in die Nacht.

    Solange kein anderes Tatmotiv als Homophobie fest steht, gehe ich von einem Hassverbrechen aus, trauere und protestiere und bezichtige das religiöse Lager der geistigen Brandstiftung. Ich hoffe, dass ich mich irre!
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#2 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 04.08.2009, 23:46h
  • Ich bin froh, dass ich nach der Arbeit zur Demo gegangen bin. Danke an Gloria Viagra und ihren HelferInnen für's Organisieren und die Reden und danke an alle Demonstranten, wie z. B. die @Kameliendame, für die Teilnahme. Bis zum nächsten Mal. Leider.
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#3 hwAnonym
  • 05.08.2009, 00:09h
  • Wie könnte der gemeinhin "russisch" beobachtete Schwulenhass, seinen Weg nach Israel finden ?

    So geht's:

    Antisemitismus in Israel

    Florian Rötzer 25.06.2003

    Erstmals ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen eine Website von Exilrussen in Israel
    Antisemitismus gibt es nicht nur außerhalb Israels. In den letzten Jahren sind aus den GUS-Staaten um die eine Million jüdischstämmige Menschen in das Land eingewandert, die oft nur wenig oder gar nichts mit der jüdischen Kultur und Religion zu tun haben. Jetzt ermittelt Generalstaatsanwalt Elyakim Rubinstein gegen die in Israel lebenden Betreiber einer rassistischen Website, die gegen Juden und Araber gerichtet ist.

    www.heise.de/tp/r4/artikel/15/15070/1.html
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#4 PRO ISRAELAnonym
  • 05.08.2009, 01:18h
  • ..die Verunsicherung hält an - oder es ist alles sehr zerbrechlich..

    "..Die Homosexuellen in Israel müssen um ihre Rechte hart kämpfen. Es gibt in dem Land, wo nur religiöse Eheschließungen möglich sind, keine gleichgeschlechtliche Ehe. Schwule und lesbische Paare können jedoch einen Ehevertrag abschließen und so etwa im Bereich des Erb- und Besitzrechts praktisch den gleichen Status erlangen wie traditionelle Paare. Alle Fortschritte seien jedoch bislang durch Gerichtsurteile, nicht durch Gesetzesänderungen im Parlament erzielt worden, erklärt Rosenblum. «Es ist alles sehr zerbrechlich.» (Sara Lemel, dpa).."

    "...Wir haben in Tel Aviv diese Angst seit Jahren nicht mehr gespürt und jetzt merken wir, dass es eine Illusion war», sagte der schwule Sänger Amir Fay Gutman dem israelischen Online-Dienst «ynet» am Sonntag. «Ausgerechnet an dem Ort, an dem man bisher Hand in Hand gehen konnte, ohne sich zu fürchten...."

    www.netzeitung.de/politik/ausland/1421299.html

    Diese Front muss unterstützt werden.

    Und nicht die Regierungspropaganda, die den harten Kampf um mehr Rechte gegen israelische Rechte, und die Erfolge als national-religiöse Regierung auch noch zur Auslandspropaganda einsetzt.
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#5 jacekAnonym
#7 BrunxAnonym
  • 05.08.2009, 09:33h
  • Ich war auch bei der Kundgebung und war froj, abseits zu stehen und das, was dort geschah, von außen zu beobachten.

    Was fiel auf?

    - Gloria Viagra war die einzige RednerIn, andere sollten nicht zu Wort kommen;

    - In ihrem Redebeitrag hat GV ganz bewusst die Unwahrheit gesagt, um ein ihr genehmes ideologisches Bild zu produzieren: In seiner Erklärung nach dem Attentat hat der israelische Ministerpräsident Netanjahu sehr wohl die Wörter "schwul", "lesbisch" und "Homosexuelle" in den Mund genommen und sich unmißverständlich auf die Sei8te der Community gestellt. An der Demonstration nach dem Attentat in Tel Aviv nahm nicht nur ein Abgeordneter der linksaußen-Splitterpartei Meretz teil, sondern auch die Vorsitzende der liberal-konservativen Kadima-Partei und ehemalige Außenministerin Zipi Livni. Doch diese Umstände passen nicht in das Bild, das von der Organisatorin gezeichnet werden sollte.

    Dazu passt es dann auch, das Gloria Viagra fast schon schamlos die Gelegenheit nutzte, endlich mal wieder vor etwas größerem Publikum ihre vertaubten Klassenkampf-Phrasen aus der Mottemliste des Kommunismus zu verbraten.

    Ging es ihr wirklich nur um die Opfer des Anschlags oder um Selbstinszenierung und den Missbrauch eines schockierenden Verbrechens, um linke Phrasen dreschen zu können?

    Dazu würde passen, das sie auf Facebook von angeblich "1000" Teilnehmern phantasiert, wobvei die hier im Bericht angegebenen 400 Teilnehmer schon sehr wohlwollen geschätzt sind.

    Ich bin froh, das es Dank Maneo am SWamstag die Gelegenheit gibt, tatsächlich den Opfern zu gedenken und gegen Homophobie zu demonstrieren, ohne von linksextremen Kadern mißbraucht zu werden - und von Selbstdarstellern.
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#8 SimoneAnonym
  • 05.08.2009, 12:52h
  • Antwort auf #7 von Brunx
  • Selten so einen engstirnigen Schrott gelesen.

    Von 1000 Teilnehmern sprechen auch Agenturen, bei CSD-Demos gibt es auch immer sehr gewagte Teilnehmerzahlen. Und schätzen ist eine Kunst für sich.

    Dass auch politisch interessierte Jugendliche ("linksextreme Kader", wie Du sie nennst), Heteros, solidarisch mitmarschieren, sollte uns freuen.

    Und die vermeintlichen "Selbstdarsteller", also privat Engagierte, sind mir lieber als professionelle Darsteller wie der Maneo-Mensch, der sich die Demo sicher auf seien Stundenzettel notiert und hundert Mal erwähnen wird, wenn es mal wieder um Fördermittel geht. Und der gerne auch mal lautstark zu einer Anti-Homophobie-Demo aufruft, wenn schon klar ist, dass die Tat nicht homophob gewesen war (wie in diesem Frühjahr).

    Und Gloria war NICHT der einzige Redner, siehe Text oben oder die Videos auf Youtube. Und ich bin sehr froh für das eigentliche Zeichen der Demo, dass nicht alle Leute nur am Rand standen so wie du.
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#9 meschuggeAnonym
  • 05.08.2009, 15:29h
  • Antwort auf #8 von Simone
  • In seinem Umfeld ist der Beitrag inspired, open minded & spohisticated.

    Die Meretz-Partei ist in europäischem Sinne keine
    Linksaußen-Partei. Sie ist eine linke zionistische Partei, für deren Inhalte der Vergleich "SPD nach Godesberg" zuträfe.

    Du kannst dir dann vorstellen, wo sein Umfeld oder die Quellen seiner Informationen zu finden sind.

    Die alte zionistische "SPD" Israels befindet sich seit längerem in einem Zustand, auf den die die
    deutsche SPD seit Jahren immer erfolgreicher hinbewegt.
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#10 BrunxAnonym
  • 05.08.2009, 15:31h
  • Antwort auf #8 von Simone
  • Unter den etwa 300 bis max. 400 Teilnehmern waren nicht wenige Personen aus dem linksautonomen Kreuzberg-Milieu, daher überrascht es nicht, das z.B. einige junge schwule Israelis angepöbelt wurden, weil sie eine Israelfahne dabei hatten. Zumindest aber wurde darauf verzichtet, zumindest bei dieser Gelegenheit nicht die Autor fremder Leute abzufackeln, wie es die Lieblingsbeschäftigung unterforderter und gelangweilter Sprößlinge der "proletarischen Sozialisationskultur" Kreuzbergs zumindest derzeit entspricht.

    Tatsache bleibt auch weiter, das GV ideologisch begründet mehrfach die Unwahrheit hinsichtlich der realen Verhältnisse in Israel postulierte.
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