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Ein thailändischer Boxer wurde von seinem Verband gesperrt, weil er leicht bekleidet in der Fotoserie eines Schwulenmagazins zu sehen ist.

Worapoj Petchkoom galt zuvor als einer der größten Goldhoffnungen seines Landes bei den Olympischen Spielen 2012. Der Silbermedaillengewinner von 2004 erklärte, er habe nicht gewusst, dass seine Bilder im Homo-Blatt "Stage" veröffentlicht werden würden. Im Innenteil des Heftes gab es dazu eine Fotoserie.

Der thailändische Amateurboxverband erklärte dagegen, die Bilder seien "unangemessen". Worapoj habe auch nicht die Genehmigung des Verbandes vor dem zweitägigen Fotoshooting eingeholt. "Wir werden ihn befragen. Danach werden wir über die endgültige Strafe entscheiden", erklärte Verbandspräsident Thaweep Jantharoj. Im schlimmsten Fall könnte dem 28-jährigen Boxer eine lebenslange Sperre drohen.

Boxer fühlt sich von Homo-Magazin hintergangen

Er selbst erklärte in einer Fernsehsendung im thailändischen Channel 5: "Ich dachte zunächst, es wäre eine Ehre, auf dem Titelbild eines Magazins zu seinem dreijährigen Jubiläum zu erscheinen", so Worapoj. Er habe aber zunächst nicht gewusst, dass es sich dabei um ein Magazin für schwule Männer handele. "Ich wurde skeptisch, als mir gesagt wurde, ich solle nur Unterwäsche tragen. Die haben gesagt, sie wollen meine Bauchmuskeln zeigen." Ihm sei dabei angedroht worden, eine Vertragsstrafe zahlen zu müssen, wenn er sich weigerte. Am zweiten Tag des Shootings brachte er seine Freundin mit, die ebenfalls versuchte, ihn aus dem Vertrag herauszubringen. Das sei aber nicht möglich gewesen. Seine Kompensation, 15.000 Baht (300 Euro) für zwei Tage Arbeit, nannte er "knausrig".

Zudem betonte er während des Interviews wiederholt, dass er heterosexuell sei. Immer wieder erwähnte er seine Freundin. Er entschuldigte sich bei seinen Fans für die Irritationen: "Man lernt aus seinen Fehlern – das nächste Mal werde ich mich klüger verhalten".

Bereits in der Vergangenheit haben freizügige Aufnahmen von Boxern das Königreich in Aufruhr versetzt. So hat 2005 ein Gericht den feschen Profisportler Sirimongkol Singwancha verurteilt, weil Nacktfotos in einem Magazin aufgetaucht waren (queer.de berichtete). Die thailändischen Richter sahen die Bilder als verbotene Pornografie an.

Zudem sorgte eine transsexuelle Kickboxerin für Aufsehen (queer.de berichtete). Ihre Geschichte wurde im internationalen Kinohit "Beautiful Boxer" erzählt. (dk)

Galerie:
Boxer Worapoj Petchkoom
5 Bilder