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Homo-Aktivisten zeigen sich enttäuscht über die ersten sieben Monate der Präsidentschaft von Barack Obama – im größten schwul-lesbischen Magazin machen sie ihrem Unmut Luft.

Der renommierte "Advocate" hat in seiner neuesten Ausgabe in einer achtseitigen Titelgeschichte Obama aufgefordert, seine Wahlversprechen einzulösen. Auf der Titelseite zeigt das Magazin ein rosafarbenes Präsidentenporträt, darunter steht in großen Buchstaben: "Nein?".

Die Autoren kritisieren, dass Obama im Wahlkampf viel versprochen habe, jetzt aber in Fragen der Homo-Rechte auf die Bremse trete. Kommentator Dan Savage vergleicht den Staatschef dabei mit einem One-Night-Stand: "Sind Sie je jemandem vorgestellt worden, mit dem Sie nur ein einziges Mal schrecklichen Sex gehabt haben und jetzt weiß er nicht, wie er sich verhalten soll? ‚Du kennst mich nicht?’, werden sie mit lauter Stimme sagen wollen. "Schätzchen, dabei hast du meinen After geleckt’. Könnte Obama dieser One-Night-Stand sein?".

Schlechte Noten für Obama

Tatsächlich gibt der "Advocate" dem Präsidenten in einem "Zeugnis" auch gute Noten. Von vier angesprochenen Themen, zeigen sich die Autoren beim Bundesgesetz gegen Hassverbrechen und beim Antidiskriminierungsgesetz zufrieden. Beide Themen werden derzeit im Parlament behandelt – und obwohl sich der Präsident praktisch nicht im Gesetzgebungsverfahren engagiert, sehen die Aktivisten Land in Sicht.

Anders sieht es aus beim Homoverbot im Militär und einem Bundesgesetz, das die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Ehen verbietet. Bei der "Don’t ask, don’t tell"-Regelung, die schwulen und lesbischen Soldaten mit der Kündigung droht, wenn ihre sexuelle Orientierung bekannt wird, erhält Obama die Schulnote 3-. Er hat das Gesetz nicht durch einen Executive Order (Erlass) gekippt, obwohl das möglich ist. Seine Regierung verteidigt außerdem die gegenwärtige Praxis; mehrere Soldaten sind deshalb schon allein wegen ihrer sexueller Orientierung unter Obama entlassen worden (queer.de berichtete).

Noch schlechter sieht es aus beim Thema Homo-Ehe. Vor den Wahlen hat Obama noch ein Ende des "Gesetzes zum Schutz der Ehe" aus dem Jahre 1996 versprochen, das die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Ehen durch den Bund verbietet. Dadurch haben verheiratete Homo-Paare diverse Nachteile, etwa werden sie bei der Bundeseinkommenssteuer wie Fremde behandelt. Bei diesem Thema verlieh der "Advocate" Obama eine glatte 6, denn gegenwärtig verteidigt sein Justizministerium das Gesetz. Der Präsident hat bislang noch nicht erklärt, ob das Ende des Ehe-Verbots nach wie vor auf seiner Agenda steht. (dk)



13 Kommentare

#1 fipsAnonym
#2 FloAnonym
  • 05.08.2009, 16:54h
  • Tja, habe ich ja immer schon gesagt, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben...

    Ich fand es schon befremdlich, dass sogar hierzulande einige Leute mit Obama-Buttons rumgelaufen sind... Das war je ein richtiger Kult und nun erwachen alle in der Realität!

    Letztendlich ist es wie leider so oft in der Politik:
    vor Wahlen wird alles mögliche versprochen, nur damit einen möglichst viele wählen und nach der Wahl ist das dann alles vergessen, selbst wenn man die Möglichkeit hätte, was zu ändern...
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#3 GandalfAnonym
  • 05.08.2009, 17:31h
  • Antwort auf #2 von Flo
  • after campaign.

    a.abcnews.com/images/Politics/abc_axelrod_obama_emanuel_0811
    06_mn.jpg


    links im bild kampagnen-chef david axelrod

    rechts im bild stabs-chef rahm emanuel

    by the way, campaigns....

    "..I also recently read in this newspaper that Israel will escalate its public relations campaign against Iran. Our foreign ministry [lieberman] plans to enlist

    the gay and lesbian community worldwide

    to expose the persecution of homosexuals led by the ayatollahs and their people. We should hope that this campaign is being undertaken with the blessing of the entire coalition, some of whose members have characterized homosexuals as "deviants who should be put to death." ..
    www.haaretz.com/hasen/spages/1104795.html
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#4 bananasEhemaliges Profil
  • 05.08.2009, 18:35h
  • Ist ja ganz was Neues, das Politiker Ihre Wahlversprechen nicht einhalten. Naiv wer daran glaubt.
    "Versprechen" bedeutet ja eigentlich auch als Redensart : " Über die eigenen Worte stolpern".

    Die Wikipedia-Erklärung: "Das Versprechen ist eine einseitige Zusage über eine zukünftige Handlung oder ein zukünftiges Ereignis" hat er vermutlich nie gemeint.
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#5 LorenProfil
  • 05.08.2009, 20:19hGreifswald
  • Antwort auf #4 von bananas
  • Abwarten und ... trinken (zumindest hier in
    Deutschland). Obama hat noch genug Zeit, die
    versprochenen Veränderungen anzugehen.
    Alles auf einmal ist vielleicht aus Sicht seiner
    Berater zuviel des Guten für "Joe the Plumber".
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#6 gniwerjProfil
  • 06.08.2009, 01:34hdortmund
  • Antwort auf #5 von Loren
  • seh ich auch so. wenn mensch bedenkt wie viel georgy-boy kaputt gemacht hat, obama also zu richten, glaub ich nicht, dass er sich auf alle problme gleichzeitig stürzen kann. jetzt vorschnelle schlüsse zu ziehen halt ich für eher fragwürdig. die amtsperiode ist noch lang...
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#7 dummfugAnonym
#9 Fiete_Jansen
  • 06.08.2009, 11:46h
  • Ja, ja....was bin ich angegangen worden, als ich vor der Wahl geschrieben habe, dass in den USA der Präsident eine Marionette der Wirtschaft ist und es auch so bleiben wird.
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#10 FloAnonym
  • 06.08.2009, 11:47h
  • Antwort auf #5 von Loren
  • @Loren:

    Allerdings ist Obama gerade mit dem Anspruch angetreten, eben nicht populistische Politik für den vielzitierten "Joe the plumber" zu machen (der ihn wohl eh nicht gewählt hat), sondern eine Politik der Vernunft zu machen, auch wenn nicht jeder das alles verstehen und begrüßen muss. Allen kann man es eh nicht recht machen und es wird immer Leute geben, die nicht einverstanden sind, sonst gäbe es ja auch nicht unterschiedliche Parteien...

    In anderen Bereichen zieht er das ja auch durch, nur halt bei den Homorechten nicht!

    Es erwartet auch keiner, dass er jetzt innerhalb kürzester Zeit die USA zu einem Homoparadies macht, aber dass er langsam mal anfängt, wenigstens das ein oder andere zu beginnen oder wenigstens darüber zu diskutieren, das kann man schon erwarten.
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