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  • 06. August 2009, noch kein Kommentar

Im neuesten Film von Regisseur Pedro Almodóvar stehen mal wieder Frauen in kunterbunten Sets am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Von Carsten Weidemann

Das neueste Meisterstück des spanischen Ausnahmeregisseurs Pedro Almodóvar ist an Raffinesse, Eleganz und emotionaler Kraft kaum mehr zu überbieten. Denn es verbindet die Gefühlstiefe einer großen Liebesgeschichte mit einer formalen Virtuosität, die momentan weltweit ihres gleichen sucht. Mit einer geradezu traumwandlerischen Sicherheit und Leichtigkeit wechselt Almodóvar die Genres und Zeitebenen, vermischt verschiedene mediale Systeme und zitiert ebenso dreist wie humorvoll fremde wie eigene Kinohighlights. Im strahlenden Mittelpunkt des Films steht dabei Almodóvars neue Muse, die atemberaubend schöne Oscar-Preisträgerin Penélope Cruz.

Die Story: Ein Mann schreibt, lebt und liebt in der Finsternis. 14 Jahre zuvor war er in einen schweren Autounfall auf der Kanareninsel Lanzarote verwickelt. Bei diesem Unfall verlor er nicht nur sein Augenlicht, sondern auch Lena, die Liebe seines Lebens.

Der Mann benutzt zwei Namen: Harry Caine, ein spielerisches Pseudonym, mit dem er seine literarischen Arbeiten, Geschichten und Drehbücher signiert, und Mateo Blanco, seinen richtigen Namen, mit dem er lebt und unter dem er seine Filme herausbringt. Nach dem Unfall reduziert sich Mateo Blanco auf sein Pseudonym Harry Caine. Denn wenn er schon nicht mehr in der Lage ist, Filme zu drehen, dann kann er nur mit der Vorstellung weiter leben, dass er gemeinsam mit seiner geliebten Lena auf Lanzarote gestorben ist.

Youtube | Deutscher Trailer

Die Tatsache, dass Harry Caine in der Gegenwart ein relativ normales Leben führen kann, verdankt er seiner Arbeit als Drehbuchautor und der Hilfe, die ihm durch seine treue ehemalige Produktionsleiterin Judit García und ihren Sohn Diego, der ihm als Assistent und rechte Hand dient, ständig zuteilwird. Seitdem er sich dazu entschlossen hat, sein Leben trotz des erlittenen Unglücks fortzusetzen und literarisch produktiv zu bleiben, ist Harry ein aktiver, attraktiver blinder Mann, der - auf der Basis von Ironie und selbst verordneter Amnesie - all seine ihm verbliebenen Sinne dazu einsetzt, sein Leben zu genießen. Aus seiner Biografie hat er alle Spuren seiner früheren Identität als Mateo Blanco getilgt.

Als Diego eines Nachts einem Unfall zum Opfer fällt, nimmt ihn Mateo zur Pflege vorübergehend bei sich auf. Diegos Mutter Judit, die gerade außerhalb Madrids unterwegs ist, soll nämlich von dem Vorfall nichts wissen. Während sich Diego langsam in Harrys Gästezimmer erholt, fragt er seinen Gastgeber über dessen Vergangenheit als Mateo Blanco aus. Nach einem Moment der Verwunderung beginnt Harry schließlich doch von den Ereignissen vor 14 Jahren zu erzählen, ganz so wie ein Vater, der sein Kind mit einer Gutenachtgeschichte unterhalten und in den Schlaf wiegen will.

Die Geschichte von Mateo, Lena, Judit und Ernesto Martel handelt von einer fatalen "Amour fou" und ist geprägt von Verhängnis, Eifersucht, Machtmissbrauch, Verrat und einem Schuldkomplex. Eine bewegende und tragische Geschichte, die ihren eindringlichsten symbolhaften Ausdruck in einem Foto zweier sich innig umarmender Liebenden findet, welches in tausend kleine Stücke zerrissen ist.

Galerie:
Zerrissene Umarmungen
10 Bilder