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Der nordamerikanische Fachverband der Psychologen hat eine umfassende Metastudie zu "Ex-Gay"-Therapien vorgelegt. Fazit: Homosexualität kann nicht wegtherapiert werden.

Die American Psychological Association erklärte, es gebe keine stichhaltigen Beweise, dass die sexuelle Orientierung durch Psychotherapie verändert werden kann. Vielmehr seien solche Therapien schädlich. Daher beschloss die APA am Mittwoch bei einer Konferenz im kanadischen Toronto eine Resolution, nach der Psychologen Patienten darauf hinweisen sollen, dass derlei Maßnahmen keinen Erfolg brächten.

Ex-Gay-Studien sind fehlerhaft

Eine Arbeitsgruppe unter Leitung der Ärztin Judith M. Glassgold hat sich aktuelle Studien zu dem Thema angesehen und ausgewertet. Keine von ihnen beweise, dass sexuelle Orientierung geändert werden könne – auch nicht diejenigen, die von "Ex-Gay"-Aktivisten gerne als Beispiel genommen werden würden: "Was diese Studien zeigen, ist, dass manche Personen lernen können, ihre homosexuellen Gefühle zu ignorieren oder nicht auszuleben", erklärte Glassgold. "Allerdings zeigen die Studien nicht, für wen ein solcher Vorgang möglich ist, wie lange er anhält und was die Langzeitfolgen auf die psychische Verfassung sind".

Menschen würden diese Angebote zwar wahrnehmen, insbesondere wenn die Homosexualität von ihrer Religion verurteilt wird. Psychologen, so rät die APA, sollten die Patienten aber in jedem Fall auf die Unveränderbarkeit der sexuellen Orientierung hinweisen. Homosexualität müsse in ein "religiös und spirituell erfülltes Leben" integriert werden.

Die aus sechs Wissenschaftlern bestehende Arbeitsgruppe wertete rund zwei Jahre lang 83 Studien aus den Jahren 1960 bis 2007 aus. Sie sollen mit ihren Ergebnissen Psychologen in Nordamerika Leitlinien über den Umgang mit "Ex-Gay"-Therapien zu geben, die bereits seit über zehn Jahren vom Psychologenverband verurteilt wurden. Nach Angaben von Glassgold enthielten viele dieser Studien von Anfang an Fehler im Aufbau. Zudem hätten sie potenzielle Gefahren einer Therapie grundsätzlich außen vor gelassen.

Youtube | Ein Opfer einer Ex-Gay-Therapie erzählt

Religion treibt Homo-Heiler an

Die so genannte "Ex-Gay"-Bewegung ist in den USA insbesondere unter evangelikalen Christen populär. Sie geht davon aus, dass Homosexualität eine sündhafte Entscheidung sei, die der einzelne trifft. Um vom christlichen Gott anerkannt zu werden, müssten sich Schwule und Lesben (gebührenpflichtigen) Therapien unterziehen, die sie in Heterosexuelle verwandeln. Immer wieder gibt es dabei Berichte von jungen Schwulen und Lesben, die zwangsweise in Umerziehungslager eingewiesen werden (queer.de berichtete).

Auch in Deutschland schafften es Homo-Heiler zuletzt in die Schlagzeilen, als sie bei einem psychologischen Kongress in Marburg ihre Theorien verkündeten (queer.de berichtete). Dabei wurden sie von Teilen der CDU/CSU unterstützt (queer.de berichtete). (dk)



#1 Knueppel
  • 06.08.2009, 13:52h
  • „Heilung“/„Umerziehung“
    Als ‚sadistischer‘ Arzt oder Psychiater kann ich jemandem mit einer Ekel- oder Schmerz-"Therapie" (z.B. Ekel-Fotos oder Elektro-Schocks) so ziemlich alles „abgewöhnen“. Würde ich Ihnen, liebe(r) Leser(in), z.B. jedesmal, wenn Sie einen Kommentar für dieses Online-Forum schreiben einen Elektro-Schock verpassen, könnte ich Ihnen das Schreiben abgewöhnen. Das nennt man aber nicht „Heilung“, sondern Konditionierung, also das, was mit Versuchstieren, z.B. Ratten, in Labors gemacht wird. Bei Menschen verursachen derart perverse „Behandlungsmethoden“ auf Dauer schwere psychische Störungen, die in Selbstmord gipfeln können.

    Dies ist ein Auszug aus meinem Blog/Artikel bei ZEIT-ONLINE, hier der komplette Text:

    kommentare.zeit.de/user/kn%C3%BCppel/beitrag/2009/04/09/was-
    sie-schon-immer-%C3%BCber-homosexualit%C3%A4t-wissen-wollten
    -aber-bisher-n


    Knueppel
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#2 schwarzwaldbub
  • 06.08.2009, 14:27h
  • Soso, die Amerikanischen Therapeut/in/en halten Umpolungsversuche sogar für schädlich!

    Ich finde es immer wieder faszinierend, dass Wissenschaftler/innen unsere Sexualität erforschen und dann zu Schlussfolgerungen gelangen, die für jede/n LGBT völlig selbstverständlich sind – neulich z.B. in der Studie über Kinder in lgbt Familien:
    www.queer.de/detail.php?article_id=10798

    Nicht, dass ich etwas dagegen habe – immerhin kann man das unseren lieben lieben Freund/inn/en von den Religionen und den Unionsparteien vor die Nase halten, die einem stichhaltige Argumente sowieso nicht glauben wollen.

    Auch bei den Hindus funktioniert nix: Pinknews aus UK titelt heute: Gay Indian prince: „Yoga didn't turn me straight'“ (Schwuler Indischer Prinz: „Yoga hat mich nicht hetero gemacht“)
    www.pinknews.co.uk/news/articles/2005-13586.html.
    Bei den Muslim/inn/en und Jüd/inn/en vermute ich auch keine höhere Erfolgsquote.

    Haltet Euch also bloß fern von Ex-Gay-Gesundbeter/inn/e/n. Man muss ganz besonders darauf achten, dass minderjährige LGBTs denen nicht in die Hände fallen.
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#3 discohero
#4 anonymusAnonym
  • 06.08.2009, 16:47h
  • "Homosexualität müsse in ein "religiös und spirituell erfülltes Leben" integriert werden."

    ..und das KANN es auch! Gerade in ein vernunftgeprägtes christliches Leben (wer will)
    Jesus Christus äussert sich in Matthäus 19- Vers 12
    klar und einfach dazu - ohne Verurteilung, ohne dass man sich in "Therapie" begeben müsse um vom christlichen Gott anerkannt zu werden.
    Er widerspricht dabei auch keineswegs dem Gebot des alten Testaments - "ein Mann soll bei einem Mann nicht liegen wie bei einer Frau. Dabei wird auf eine gesundheitlich riskante Praxis hingewiesen (nicht nur wegen Aids)
    Es ist erschreckend zu sehen was seine Nachfolger, bei allem Respekt für ihren Einsatz, aus seiner im Grunde einfachen Lehre, gemacht haben - versklaven die Menschen mit unsinnigen Regeln und Bestimmungen - aber damit hat er ja schon zu seiner Erdenzeit zu kämpfen gehabt bei seinen jüdischen Mitbürgern - Das ist das erschreckende - die Nachfolger eines Religionstifters sind strenger und unerbittlicher als der Religionstifter selbst! So kommt es dann zu den Fabeln und Märchen.
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#5 CarstenFfm
  • 06.08.2009, 17:22h
  • Wir haben es uns nicht ausgesucht, schwul zu werden...
    wir haben einfach Glück gehabt.

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#6 Knueppel
  • 06.08.2009, 17:26h
  • Antwort auf #5 von CarstenFfm
  • Hi CarstenFfm,

    genauso habe ich mich auch bei meinem Coming-Out (mit 16 Jahren) gefühlt, kein Scheiss!!!
    Endlich wußte ich, dass ich in den nächsten Jahren mit den geilsten Typen viel, viel Sex haben würde ...

    Gruß
    Knueppel
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#7 MystereAnonym
#8 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 06.08.2009, 17:28h
  • Antwort auf #4 von anonymus
  • Oder man sucht sich ein spirituelles Übungssystem, wo Homosexualität von sich aus ganz selbstverständlich schon mit drin ist, dann braucht man gar nicht erst groß herum integrieren, z. B. Gay-Tantra.
    Man kann sich auch ein gänzlich neues schaffen, anstatt ein bereits vorgefertigtes nur auf die eigenen Bedürfnisse zu modifizieren.
    Ich erwähne das nur, weil vielen gar nicht so bewusst ist, wie vielfältig die Möglichkeiten im Bereich der Spiritualität sind.
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#9 jayadevaAnonym
#10 LorenProfil