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Schwule Blogger nehmen den Komiker Hape Kerkeling unter Beschuss und werfen ihm "antidemokratisches und zugleich schwulenfeindliches Ressentiment" vor. Hintergrund sind Äußerungen, die Kerkeling in seiner Rolle als vermeintlicher Bundeskanzlerkandidat Horst Schlämmer gemacht hat.

Auf einer Pressekonferenz zum Film "Horst Schlämmer – Isch kandidiere!" am Dienstag meinte Schlämmer auf die Frage eines Journalisten, ob er sich einen homosexuellen Kabinettskollegen vorstellen könne: "In Grevenbroich sind die ja alle noch ziemlich verklemmt. Von daher weiß ich nicht, ob da vielleicht schon einer drunter ist. Wahrscheinlich ist das sogar so. Ich selber – politisch gesehen – finde Homosexualität absolut okay. Privat finde ich das widerlich."

Der Film "Horst Schlämmer – Isch kandidiere!" soll am 20. August in die deutschen Kinos kommen. In der Promokampagne für den Film wirbt Horst Schlämmer für seine Partei HSP (Horst Schlämmer Partei), mit der er angeblich bei der Bundestagswahl 2009 antreten will. Schlemmer war stellvertretender Chefredakteur des fiktiven Grevenbroicher Tagblatts, bevor er in die Politik wechselte. Seine Markenzeichen sind ein grau-beiger Trenchcoat, eine schwarze Herrenhandtasche, ein übergroßer Schnurrbart, schiefe Zähne und ein Alkoholproblem: Vor jedem Auftritt schüttet er sich ein Fläschchen Doornkaat über den Trenchcoat. Seine politische Ausrichtung beschreibt er als "liberal, konservativ und links".

Trotz der offensichtlichen Satire wirft nun u.a. der schwule Blogger "Samstag ist ein guter Tag" dem Komiker Hape Kerkeling schwulen Selbsthass vor: "Der Schwule Kerkeling alias Wahrscheinlich-Nicht-Schwuler Schlämmer findet Homosexualität widerlich. Ja, wir kapieren das süße Paradox, aber fragen uns trotzdem: Was bringt ihn dazu, das zu sagen? Weil es lustig ist zu wiederholen, was jedes Getto-Kid heutzutage sagen kann, bevor es auf drei zählen kann? Weil er wiederholt, was jeder Täter mit Krokodilsträne vorm Richter zu sagen weiß, wenn er gefragt wird, warum er den Schwulen zusammengeprügelt hat? Weil er wiederholt, was Hapes heterosexuelles Mehrheitspublikum auch denkt?"

Hape Kerkeling wurde 1991 von Rosa von Praunheim geoutet. Seit über 20 Jahren lebt er mit seinem Freund und Co-Autor Angelo Colagrossi zusammen. Colagrossi ist auch Regisseur von "Isch kandidiere!". Im offiziellen Trailer zum Film darf der homophobe Rapper Bushido dennoch einen Auftritt haben. (cw)

Youtube | Offizieller Trailer zum Film


#1 CatAnonym
  • 06.08.2009, 19:14h
  • Wenn fundamentalistische Moslems über das seit 60 Jahren gesungene Schalke-Vereinslied herfallen, weil sie sich/ihren Glauben/Mohamend "beleidigt" sehen, verdreht jeder die Augen - zu Recht!

    Ich verdrehe die Augen über solche, die bei einer Parodie - und Horst Schlämmer ist eine Parodie des gewöhnlichen Spießbürgers - jedes Wort auf die Goldwaage legen.
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#2 hwAnonym
#3 Knueppel
  • 06.08.2009, 19:27h
  • Ja Hape, Du ärgerst Dich wahrscheinlich heute noch darüber, dass Dein Doppelleben durch Praunheim so jäh beendet wurde.

    Die Vermutung, dass Du unter "schwulem Selbsthaß" leidest, wie der schwule Blogger "Samstag ist ein guter Tag" schreibt, scheint mir begründet zu sein.

    Auch Deine "Tunten-Parodie" (in einem Café beim Telefonieren mit dem Handy) finde ich grenzwertig, weil sie extrem verletzend ist.

    Mein Tipp:
    Akzeptiere Dich endlich als Schwulen und nicht nur als "Auch-Schwulen", denn "Teil- oder Freizeit-Schwule" bekommen irgendwann Persönlichkeitsstörungen (Identitätskrise).

    Knueppel
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#4 LorenProfil
  • 06.08.2009, 19:31hGreifswald
  • "Ich selber -politisch gesehen- finde Homosexua-
    lität absolut okay. Privat finde ich das widerlich."

    Da frage ich mich, wieviele Politiker sich in dieser
    Aussage wiederfinden können?
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#5 jochenProfil
  • 06.08.2009, 20:03hmünchen
  • also um ehrlich zu sein, gehts mir ähnlich wie Herrn Schlämmer:

    ich finde heterosexualität politisch in ordnung, aber privat find ich muschi lecken echt widerlich.

    jeder weiss doch, dass hape selber schwul ist. und das ganze ne satire. ..

    ..nur versteh ich nicht dass er mit der rap-ushi gedreht hat. der ist ja echt widerlich.
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#6 smallAnonym
  • 06.08.2009, 20:38h
  • „Da frage ich mich, wieviele Politiker sich in dieser
    Aussage wiederfinden können?“
    Das dürfte wohl die Kernaussage sein!

    „…ich finde heterosexualität politisch in ordnung, aber privat find ich muschi lecken echt widerlich.“
    So ist das wohl, mal mehr, mal weniger, ich persönlich müsste glaub ich kotzen… ;-)

    Und überhaupt, Horst Schlämmer ist doch auch nur maximal zweitklassig, wenn einer die Merkel schlagen kann, gibt es nur eine, die in Frage kommt.
    Sie ist wieder da…, die einzige…, die unvergessliche…, die göttliche:
    USCHI BLUM!!!
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#7 JeffAnonym
  • 06.08.2009, 21:08h
  • Antwort auf #3 von Knueppel
  • Es tut mir Leid, aber wer hier den überdeutlichen Humor der Parodie nicht versteht, dem ist auch nicht mehr zu helfen!

    Der Spruch "Ich selber -politisch gesehen- finde Homosexualität absolut okay. Privat finde ich das widerlich." kritisiert ja wohl unmissverständlich die heuchlerische Position verschiedener Bürger und Politiker! Wer dies nicht versteht, der ist, meiner Meinung nach, ein bisschen beschränkt!

    Und an "Knueppel": Um Gottes willen, Hape leidet doch nicht an schwulem Selbsthass! Wenn der dies lesen würde, dann würde er sich sicher über solche Dummheit schlapp lachen! Und wenn wir Homos nicht mehr über uns selbst lachen können, dann sehe ich schwarz für unsere Zukunft! Wenn du dich verletzt fühlt, dass Hape einen Tunten-Sketch vorführt, dann frage ich mich ehrlich, was mit dir los ist. Hey, lach doch mal wieder, und werd nicht zu 'ner Berufsschwuchtel! Das sind Witze, Parodien und Satiren, so wie man sie über jeden findet: Frauen, Männer, Asiaten, Christen, Muslime, Schwarze, Amerikaner, Deutsche und auch Homos! Hape leidet bestimmt nicht an Persönlichkeitsstörungen, das ist absolut lachhaft! Er lebt offen schwul mit seinem Mann zusammen, aber er trennt eben Privat- und Berufsleben, was ich absolut in Ordnung finde!

    Also nehmt nicht alles so ernst, sonst werden wir da draußen auch nicht mehr ernst genommen!

    Jeff
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#8 chistophAnonym
  • 06.08.2009, 21:16h
  • Antwort auf #3 von Knueppel
  • Ich erkläre mich hiermit in Solidarität zu allen auch-schwulen zum stolzen auch-schwuler, ich muss nämlich arbeiten gehen, Bücher lesen, ins Kino gehen und viele andere Dinge, die nichts mit schwul zu tun haben.

    Schwul bin ich leidenschaftlich und gerne, aber eben nicht rund um die Uhr. Schiene mir auch eine ziemliche geistige und soziale Einengung.

    Nur diese Eineng macht es wohl möglich, absurderweise über schwulen Selbsthass zu sprechen, wenn ein schwuler Konmiker einen heterosexuellen Schlämmer in seiner geistigen Beschränktheit konsequent durchspielt.

    Auf schwulen Selbsthass lässt viel mehr die hysterische, hasserfüllte Reaktion einiger Genossen schließen - wer sich ständig untbewusst angegriffen fühlt, weil er mit sich selbst nicht im reinen ist, schiebt das dann nach außen, absurderweise auf jemanden wie Kerkeling, auf den wir eigentlich "stolz" sein könnten.

    Aber viele kommen eben nicht damit klar, wenn jemand so frei ist, das schwule Getto zu verlassen.
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#9 Video BeamerAnonym
  • 06.08.2009, 21:25h
  • So lernen die jungen Video-Aktivisten, die bei dem Konzert einer Hass-Truppe phantastische
    Arbeit geleistet haben , dass ein Arsch aus dem Establishment, eben mal so, mit selbigem Arsch einreißt, gegen was sie mit viel Kopf und Engagement ankämpfen.

    Die Zugkraft dieses Establishment zeigt sich auch daran,
    das bisher hier kaum auf den Clip eingegangen wird.

    Wenn man sich die bisherigen Threads zu diesem Thema anschaut, ordne ich das unter sozialdemokratischer Religiösität ein. Wir können doch unserem Kanzler nicht in den Rücken fallen.

    Vom Arbeiter, zum Arbeitnehmer, zur arbeitnehmerischen Mitte, was ist das Nächste ?
    Die gedankliche Tranferleistung wird schon gelingen.
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#10 smallAnonym
  • 06.08.2009, 21:26h
  • Antwort auf #7 von Jeff
  • Huch, welch wahren Worte, na wenn die politisch mal noch korrekt sind... ;-))

    Diese Figur kann doch gar nicht anders -nebenbei bemertk, das ist auch gut so *schüttel*-, politisch bemüht, aber an sonsten verklemmt bis zum geht nicht mehr. Wenn schon Satire, dann auch richtig....
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