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Bis zu 70.000 Menschen haben am Samstagabend auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv den Opfern des Anschlags auf einen lesbisch-schwulen Jugendtreff gedacht. Bei dem Anschlag am Samstag zuvor hatte ein maskierter Mann das Feuer im Keller des Schwulen- und Lesbenzentrum eröffnet, als dort ein Treffen für schwule und lesbische Jugendliche stattfand. Ein 16-jähriges Mädchen und ein 26-jähriger Gruppenleiter wurden getötet, rund 15 weitere zumeist junge Menschen verletzt (queer.de berichtete).

Es waren auch gerade die jungen Menschen, die von der Veranstaltung in Erinnerung bleiben werden. Ein Teenager wurde im Rollstuhl auf die Bühne gebracht; er trug kurze Hosen, an beiden Knieen Verbände. Er hielt eine emotionale Rede, sein Gesichtsausdruck wechselte zwischen Trauer, Schmerz und Wut: "Dieses Zuhause, das ein sicherer Platz für Jugendliche war, wurde zu einem Schlachthaus." Dies sei der Tag, "um unsere Stille zu beenden, das Verstecken".

Ein anderer Teenager sagte, er habe die ganze Woche Albträume gehabt. "Aber kein Mord wird uns am Coming-out hindern." Auch die junge Schwester des ermordeten Gruppenleiters Nir Katz sprach ermutende Worte in Richtung Jugendlicher.

Israels Staatspräsident Schimon Perez sagte in einer kurzen Ansprache, der Anschlag habe alle Isrealis getroffen: "Die Person, die die Pistole gegen Nir Katz, 26, und Liz Trobishi, 17, richtete, richtete sie gegen Sie alle, alle von uns, gegen mich." Kugeln würden die Prinzipien des Staates nicht ändern, jeder Mensch sei gleich und habe gleiche Rechte, "Mörder werden keinen Erfolg haben". Der Bürgermeister Tel Avis, Ron Huldai, zitierte Harvey Milk: "Lass die Kugel, die micht trifft, jede Schranktür zerstören". Zwischen den Redebeiträgen gab es bei der gut zweieinhalbstündigen Veranstaltung Gesangseinlagen, unter anderem von Dana International und Ivri Lider.

Youtube | Ausschnitt aus der Veranstaltung. Weitere Ausschnitte.

Drohungen im Vorfeld

Die Polizei ist in ihrem Bemühen, den Täter zu fassen, bislang nicht weiter gekommen. Am Nachmittag wurde ein 20-jähriger Soldat festgenommen, der Teilnehmern der Gedenkveranstaltung mit Granatenangriffen gedroht hatte. Bei Busunternehmen, die Teilnehmer aus dem ganzen Land nach Tel Aviv transportierten, seien weitere Drohungen eingegangen, berichten isrealische Medien.

Solidarität weltweit

Auf der ganzen Welt fanden am Samstag Gedenkveranstaltungen statt. In vielen europäischen Städten sollten Veranstaltungen zeitgleich zu dem Gedenken in Tel Aviv statt finden, darunter in London, Paris, Amsterdam und Madrid und am Berliner Nollendorfplatz. Bereits unter der Woche hatten Schwule und Lesben aus Deutschland in Berlin und Köln demonstriert (queer.de berichtete). (nb)

Youtube | Video von der Veranstaltung in Berlin von ErikSherwood. Es spricht Bastian Finke von Maneo.


#1 AxelAnonym
  • 08.08.2009, 22:18h
  • ".....Am Nachmittag wurde ein Soldat festgenommen, der Teilnehmern der Gedenkveranstaltung mit Granatenangriffen gedroht hatte....."

    Was soll man dazu noch sagen??

    Och habe mir die Gedenkfeier auf der HP angesehen - Livestream. Leider kann ich kein Häbräisch und sie war auch leider nicht untertitelt;-(, aber trotzdem ziemlich bewegend.
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#2 Jörg-HendrikAnonym
  • 08.08.2009, 22:55h
  • Danke an die Redaktion für die Möglichkeit die Veranstaltung mitverfolgen zu können, Dank für die aktuellen Berichte und Meldungen in der ganzen Zeit nach dem infamen Verbrechen.

    Bei aller Sachlichkeit ist da die Empörung immer noch zu spüren.
    In einer Welt mit nicht wenigen Betroffenheitsbürokraten, tut so etwas auch gut. Nochmals Danke.

    Gerade den jungen und jüngeren LGBTs in Israel
    wünsche ich bald die Meldung über den/die(?) gefaßten Täter.

    Ältere werden mit dem Bedrohungsgefühl wohl
    schon rationaler umgehen können.

    Gefreut hat mich die Anzahl der Teilnehmer in Tel Aviv.

    Sie zeigt, dass das infame Vebrechen klar als Anschlag auf die Zivilgesellschaft verstanden
    wurde.
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#3 Knueppel
#4 Reb YosseleAnonym
#5 SimoneAnonym
  • 09.08.2009, 12:31h
  • Das Maneo-Gedenken war ja nicht gerade ein Erfolg, mehr als 50 Leute scheinen das nicht gewesen zu sein. Gut, dass wir Gloria Viagra haben...
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#6 claudioAnonym
#7 LeaAnonym
#8 Freedom_for_allAnonym
  • 09.08.2009, 15:58h
  • Zwei Artikel über die Reaktionen und die Situation in Israel:

    Israel steht zur schwul-lesbischen Community

    Nach dem Anschlag in Tel Aviv

    Netanjahu: "Anschlag war Terrorismus"

    Mit deutlichen Worten hat Binjamin Netanjahu, Ministerpräsident Israels und Vorsitzender des konservativen Likud-Blocks, einen Anschlag auf ein schwullesbisches Jugendzentrum in Tel Aviv verurteilt. Bei dem Anschlag vor einer Woche wurden zwei Personen getötet und mehrere Menschen teilweise schwer verletzt. Bereits einen Tag nach dem Anschlag hatte die israelische Regierung auf einer Sitzung betroffen und mit scharfer Verurteilung auf das Verbrechen reagiert. Jetzt besuchte PM Netanjahu den Ort des Anschlags.

    fischer24.eu/index.php?site=artikel1&id1=3400

    "Die Kugeln haben uns alle getroffen"

    Israels Präsident Shimon Peres bekundet
    Trauer und Solidarität mit Gemeinschaft der Schwulen-Lesben- Bisexuellen und Transgender in Israel

    von Anat Zetnik

    fischer24.eu/index.php?site=artikel1&id1=3401
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#9 fundsache Anonym
  • 09.08.2009, 18:59h
  • ....Entsprechend hat sich auch in Israel seit einiger Zeit eine Art politischer Arbeitsteilung etabliert: Während der ultraorthodoxe Innenminister Eli Yishai (Shas) „Homosexuelle und Lesben“ in der Knesset als „kranke Menschen“ bezeichnet, denen er eine „schnelle Genesung“ (und die baldige Erfindung einer chemischen Medikation) wünscht, benutzt der faschistische Außenminister Avigdor Liebermann (Jisra‘el Beitenu) das Thema, um „die internationale schwule Gemeinschaft“ für Israels politi­sche Ziele „zu rekrutieren“ (Ha‘aretz)..........

    lysis.blogsport.de/2009/08/04/aufschlag-in-der-wueste-des-re
    alen/#more-758
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#10 bln-tlvAnonym
  • 09.08.2009, 19:16h
  • Ich finde jede Form von Solidaritätskundgebung großartig und beeindruckend. Ob am Dienstag etwa 400 Demonstranten mit Gloria Viagra auf dem Tauentziehen laufen oder ob 50 in stillem Gedenken am Mann-O-Meter sind.
    Auch die breite Unterstützung in Israel von Künstlern und Politikern ist toll, es zeigt, dass Israels Gesellschaft solche Anschläge nicht duldet.

    Die deutsch-israelische Radiosendung "Kol Berlin" hat ausführlich auf Hebräisch und Deutsch über die Demonstrationen berichtet und Vertreter aus Israel zu Wort kommen lassen. Diese breite Solidarität auch aus Berlin und weltweit ist beeindruckend!

    www.podcast.de/episode/1319943/07.08.09
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