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  • 10. August 2009, noch kein Kommentar

Der Bund Lesbischer und Schwuler Journalisten (BLSJ) zeichnete beim CSD Hamburg Christine Schön für eine SWR-2-Radioreportage und Frank Stocker für ein Feature in der "WamS" aus.

Ihnen wurde am Samstagabend der Felix-Rexhausen-Preis von Lilo Wanders überreicht. Die Preisträger teilen sich das auf 1000 Euro verdoppelte Preisgeld. Der BLSJ vergibt den Preis seit 1998 jährlich und würdigt damit ein besonderes publizistisches Engagement bei der Berichterstattung über Lesben und Schwule.

Christine Schön spürt in ihrer O-Ton-Collage "Nachhall. Junge Lesben suchen nach ihrer Geschichte" (SWR 2, 15. April 2009) auf, wie sich lesbische Lebenswelten binnen eines halben Jahrhunderts verändert haben. Namens der Jury lobt Arnd Riekmann den Beitrag der Berliner Journalistin als "elegantes Hörfunkglanzstück, das berührt und zum Nachdenken anregt". Christine Schön stellt die Coming-out-Erfahrungen von acht Lesben aus zwei Generationen gegenüber. Trotz Jahrzehnten des Fortschritts und der Emanzipation haben sich die Schwierigkeiten dabei kaum verändert. "Obwohl die Autorin auf erläuternde Zwischentexte verzichtet, schafft sie es, dass dieses überraschende Fazit nicht explizit ausgesprochen wird, sondern sich beim Hörer von selbst einstellt", würdigt die Jury.

Frank Stocker arbeitet in seinem Feature "Wenn Liebe nur finanzielle Nachteile bringt" (Finanzseite der "Welt am Sonntag", 22. Februar 2009) heraus, wie der Gedanke einer gleichgeschlechtlichen Ehe im Gesetzgebungsprozess politisch zerrieben wurde. Vom Anspruch auf Gleichberechtigung homosexueller Partnerschaften sind am Ende nur die Pflichten im Gesetz gelandet - aber viele Rechte auf der Strecke geblieben", sagt Jury-Mitglied Arnd Riekmann. Er hebt hervor, dass dem Frankfurter Journalisten ein handwerklich solides Feature gelungen sei. "Für homosexuelle Leserinnen und Leser hat der Beitrag einen hohen Nutzwert - für alle anderen hat er einen hohen Erkenntnisgewinn." Die Jury war beeindruckt von der Souveränität und Leichtigkeit, mit der Frank Stocker Information, Service und politische Analyse verknüpft.

Die Jury vergab in diesem Jahr außerdem einen Sonderpreis: Andreas Völlinger wird für seine beiden Artikel "Schwule Hasen und echte Mädels" und "Voll schwule Superhelden" im Internet-Magazin Comicgate geehrt. Kenntnisreich und akribisch habe Völlinger die erste umfassende Bestandsaufnahme zu Homosexualität in Comics geschaffen, erklärt die Jury.

Im vergangenen Jahr hat die Jury die DSF-Reportage "Das große Tabu - Homosexualität und Fußball" mit dem Rexhausen-Preis ausgezeichnet (queer.de berichtete).

Felix Rexhausen (1932-1992), der Namenspatron des Preises, war gemeinsam mit Gerd Ruge und Carola Stern Mitbegründer der deutschen Sektion von Amnesty International und arbeitete für den Rundfunk sowie für Zeitungen und Zeitschriften. Rexhausen war noch zu Zeiten des alten Paragrafen 175 ein engagierter Journalist, der die Lebensumstände schwuler Männer eindringlich thematisierte. (pm/dk)