Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?10881

Ein Schwuso-Mitglied hat auf dem Straßenfest des Hamburger CSD die Christdemokraten mit den Nationalsozialisten verglichen – die Schwusos haben den Vorfall inzwischen bedauert.

Ein offenbar unter Alkoholeinfluss geführtes Streitgespräch beim Hamburger CSD hat zu heftigen Angriffen der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) auf den Homo-Verband der Sozialdemokraten (Schwusos) geführt. Ein Schwuso-Mitglied hatte am Sonntagnachmittag offenbar mehrere schwule Besucher verbal angegriffen, weil sie ihm gesagt hatten, sie würden CDU wählen. "Das ist ja wie bei Schweinen, die sich freiwillig beim Metzger auf den Tisch legen", soll er daraufhin erklärt haben – und anschließend einen pikanten Nazi-Vergleich gebracht haben: "Das ist ja so, wie wenn die Juden früher Nazis gewählt hätten."

Die sonst so akkuraten Konservativen haben daraufhin am Montag eine wütende Pressemitteilung herausgegeben, in der die Rechtschreibung keine Priorität besaß. Ingo Pohl, Chef der LSU Nord, zeigte sich entrüstet: "Die Äußerungen dieses Schwuso-Aktivisten beleidigen nicht nur die Mitglieder der LSU, die sich seit Jahren erfolgreich für Gleichstellungspolitik einsetzen", erklärte er. "Sie beleidigen alle Opfer des Naziterrors. Selbst überhöhten Alkoholkonsum lasse ich als Entschuldigung für diesen Vorfall nicht gelten." Dabei beschuldigte er insbesondere den Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs (SPD) der Mitverantwortung, weil dieser ebenfalls am Stand gewesen ist und den "Stil des Schwuso-Wahlkampfes" präge. Für den pöbelnden Schwuso-Aktivisten forderte er einen "Fortbildungskurs in Politik und Benehmen".

Den Schwusos ist der Vorgang offenbar peinlich. Sie bedauerten den Vorfall öffentlich: "Bei der Aussage handelte es ich um die persönliche Aussage eines Wahlkämpfers, der gleich vor Ort von Johannes Kahrs auf seinen undifferenzierten Vergleich hingewiesen worden ist und vom Stand verwiesen wurde", heißt es in einer Mitteilung. "Herr Kahrs hat sich danach persönlich für diesen Vergleich entschuldigt und den Betroffenen versichert, mit dem Wahlkämpfer zu reden. Dieser hat sich mittlerweile auch schon bei dem Betroffenen entschuldigt." Mehr wollten die Schwusos auf Anfrage nicht zu dem Fall sagen.

Die CSD-Parade in Hamburg wurde am Samstag erstmals von Bürgermeister Ole von Beust (CDU) angeführt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Flotter 3er für das Grundgesetz". Damit wird auf Artikel 3 des Grundgesetzes angespielt, in dem die Gleichheit aller Menschen betont wird. Dort werden auch eine Reihe von Diskriminierungsmerkmalen genannt, etwa Rasse oder religiöse Anschauungen, nicht aber sexuelle Orientierung. Die Aktivisten fordern eine Ergänzung des Artikels. (dk)



Der queere Ministercheck

Die Ministerposten im neuen Kabinett sind vergeben. Was ist zu erwarten von den Männern und Frauen in den Ressorts, in denen Homopolitik relevant ist?
Langner entschuldigt sich

Der SPD-Politiker Peter Langner hat sich für seine Aussage entschuldigt, er lehne FDP-Chef Guido Westerwelle als Außenminister ab, weil dieser homosexuell ist.
Die Wähler haben Mut bewiesen

Die sexuelle Prägung spielte bei dieser Bundestagswahl keine Rolle mehr – und das ist gut so! Eine Nachbetrachtung von Jürgen Friedenberg
CSD Berlin endet erstmals am Brandenburger Tor

Der 32. CSD in Berlin bietet dieses Jahr eine Premiere: Erstmals endet die Parade am Brandenburger Tor.
Belgrad: CSD nach Gewaltdrohungen abgesagt

Wegen Sicherheitsbedenken ist der Belgrader CSD am Samstag abgesagt worden. Nationalisten feierten die Entscheidung als Niederlage für "Ungläubige und Satanisten".
Serbien: Amnesty warnt vor Gewalt gegen Schwule

Im Vorfeld des zweiten CSDs in Belgrad warnt Amnesty International davor, dass Hass und Gewalt gegen Homosexuelle aus der Mitte der Gesellschaft komme.

40 Kommentare

#1 goddamnedliberalAnonym
  • 10.08.2009, 19:03h
  • "Das ist ja so, wie wenn die Juden früher Nazis gewählt hätten."

    Nazi-Vergleiche sind meistens unangebracht, weil die faschistischen Verbrechen verharmlosend. Dass die Wahl einer vielfach homophoben Partei, vielmehr aber noch die Identifikation mit extrem homophoben religiösen Bekenntnissen etwas mit Selbsthass zu tun haben müssen, ist m. E. aber offensichtlich - gerade heute gibt es ja politische und religiöse Alternativen.

    Da gibt es dann leider auch tragische historische Parallelen:

    de.wikipedia.org/wiki/Hans-Joachim_Schoeps
  • Antworten » | Direktlink »
#2 axelAnonym
  • 10.08.2009, 19:09h
  • Naja, sollen sich mal nicht so haben - ist ja nichts ungwöhnliches, das sich CDU-Leute gerne mal Rechts aussen bewegen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Knueppel
  • 10.08.2009, 20:01h
  • "... mehrere schwule Besucher verbal angegriffen, weil sie ihm gesagt hatten, sie würden CDU wählen. 'Das ist ja wie bei Schweinen, die sich freiwillig beim Metzger auf den Tisch legen' ",

    Bis hierhin, kann ich die Aussage unterstützen und noch ergänzen:
    "Nur die allerdümmsten Kälber wählen Ihren Schlachter selber."

    Den Nazi-Vergleich kann der Schwuso ja zurücknehmen und fertig!

    Knueppel
  • Antworten » | Direktlink »
#4 axelAnonym
#5 hwAnonym
#6 heinAnonym
  • 10.08.2009, 20:57h
  • Ach, der Sozi Kahrs von der Rüstungslobby,
    so sieht der aus.

    www.tagesschau.de/inland/ruestungsvereine100.html

    Deutsche Waffen, deutsches Geld,
    morden mit in aller Welt.

    Deutschland ist Europameister im Waffenexport. Mit Rüstungslieferungen in großem Stil heizt unsere Industrie weltweit schwelende Krisen und Kriege an. Militärisches Gerät gelangt in Spannungsgebieten in die Hände von zwielichtigen Truppen. Und der Bundestag schaut weg.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Tim_ChrisProfil
  • 10.08.2009, 22:06hBremen
  • "Das ist ja wie bei Schweinen, die sich freiwillig beim Metzger auf den Tisch legen"

    Damit hat er ja nicht unrecht.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Bärbel das SchafAnonym
#9 HannibalEhemaliges Profil
  • 11.08.2009, 06:36h
  • "...und anschließend einen pikanten Nazi-Vergleich gebracht haben: "Das ist ja so, wie wenn die Juden früher Nazis gewählt hätten.""

    Hoppla! Das Zitat ist doch eigentlich von mir!
    Sooo besofen war ich doch am Sonntag gar nicht, dass ich mich nicht mehr daran erinnern könnte. Achja - und ich bin auch kein Mitglied bei den Schwusos! Trotzdem finde ich den Vergleich äußerst zutreffend!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 alexander