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  • 13. August 2009, noch kein Kommentar

Der Kinofilm zeigt das Leben einer unangepassten Frau, die sich in der von (schwulen) Männern dominierten Modewelt durchsetzt.

Von Carsten Weidemann

Erzählt wird die Geschichte von Gabrielle Chanel, die ihr Leben als willensstarkes Waisenkind beginnt und sich auf außergewöhnliche Weise zur legendären Modeschöpferin entwickelt, zur Verkörperung der modernen Frau – und zum zeitlosen Symbol für Erfolg, Freiheit und Stil.

Der autobiographische Kinofilm springt durch diverse Abschnitte im Leben der 1883 geborenen und 1971 verstorbenen Französin: Ein kleines Mädchen, das irgendwo im tiefsten Frankreich mit seiner Schwester in einem Waisenhaus lebt und jeden Sonntag vergeblich darauf wartet, vom Vater abgeholt zu werden. Eine Varietésängerin mit schwacher Stimme, die vor einem Publikum aus betrunkenen Soldaten singt. Eine arme Näherin, die im Hinterzimmer einer Provinzschneiderei Säume stichelt. Eine junge, magere Nachwuchskurtisane, die bei ihrem Beschützer Etienne Balsan Zuflucht findet, unter Kokotten und Lebemännern. Eine Liebende, die weiß, dass sie niemals nur "einem Mann" gehören wird und sogar die Ehe mit Boy Capel verweigert, obwohl dieser sie wirklich liebt. Eine Rebellin, die an den Konventionen ihrer Zeit erstickt und die Kleidung ihrer Liebhaber trägt.

Youtube | Offizieller Trailer

Seit langem ist die Regisseurin Anne Fontaine von dem Mythos Coco Chanel fasziniert. "Die Mode interessierte mich allerdings weniger als der Charakter dieser außergewöhnlichen Frau", erklärt Fontaine. "Was mich besonders berührte, war die Tatsache, dass sie Autodidaktin war. Dieses Mädchen, das aus der tiefsten französischen Provinz stammte, das arm und ungebildet, aber mit einer außergewöhnlichen Persönlichkeit gesegnet war, war dazu bestimmt, ihrer Zeit weit voraus zu sein."

Viele Jahre, nachdem sie sich erstmals mit dem Thema befasst hatte, ergab sich für Fontaine die Chance, einen Film über die legendäre Frauengestalt zu drehen. "Ich musste mir darüber klar werden, ob es möglich war, sich auf den ersten Abschnitt ihres Lebens zu beschränken, ihre Lehrjahre und das, was alles geschah, bevor Chanel selbst überhaupt begriff, welches glanzvolle Schicksal ihr beschieden war", erklärt die Regisseurin. "Deshalb las ich noch einmal die Biografie von Edmonde Charles-Roux, ,Coco Chanel – Ein Leben‘. Die andere zwingende Notwendigkeit bestand darin, eine Schauspielerin zu finden, die diese Figur wirklich verkörpern konnte – und nicht bloß eine blasse Kopie von Chanel abgibt oder sie nachäfft." In Audrey Tautou fand Fontaine die personifizierte Chanel.