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Axel ist 40 Jahre alt, wohnt in Köln und arbeitet als Florist. Warum er neben seiner Beziehung Sex mit anderen Männern hat und kein Mönch werden möchte, erzählt er hier.

Axel ist eines der Rollenmodelle für die Präventionskampagne "Ich weiss, was ich tu". Wir veröffentlichen in Auszügen seine persönlich erzählte Lebensgeschichte. Wer die komplette Story lesen oder mit Axel persönlichen Kontakt aufnehmen möchte, der kann dies auf www.iwwit.de tun.

"Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich in Bielefeld den ersten Mann kennengelernt habe, mit dem ich Sex hatte. Ich glaube, das war über eine Zeitungsanzeige. Wo der erste Sex stattfand, das weiß ich allerdings noch ganz genau: In einem weißen Mercedes, schwarze Lederausstattung, irgendwo in einem Moor. Mir war dabei gar nicht klar, was mich beim schwulen Sex so erwartet. Damals war es ja nicht ganz so einfach, an all die Informationen zu kommen. Heute ist das dank Internet viel leichter. Ich hatte also nur so vage Vorstellungen. Mit dem ersten Mann hatte ich aber wirklich Glück, denn er war sehr vorsichtig und hat die Situation nicht ausgenutzt. Ich habe mich mit ihm auch ein paar Mal getroffen, aber immer mit großen Abständen.

Analverkehr gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht. Es ging eben wirklich sehr vorsichtig vonstatten. Da ich durch den schwulen Sport deutschlandweit unterwegs war, war es später auch nicht schwer, Männer kennenzulernen. Beim gemeinsamen Sport gibt es manchmal eben auch einen wirklich hohen Flirtfaktor. Außerdem war ich auch bei Seminaren im Waldschlösschen und so. Da hat sich dann auch mal zufällig was ergeben.

Seit neun Jahren zusammen - und glücklich

Kurz nachdem ich 1999 nach Köln kam, habe ich auch meinen Freund kennengelernt. Ich hatte vorher eine Fernbeziehung, die frisch beendet war, und wollte eigentlich gar keinen Mann mehr haben. Mit dieser Einstellung habe ich ihn auf einer Geburtstagsfeier getroffen. Ich glaube, ihm ging es genauso: Er hatte sich auch gerade getrennt und hatte von Männern die Schnauze voll. Wir haben uns dann an dem Abend aber total verquatscht und hatten dann in der ersten Nacht hier in meiner Wohnung auch gleich Sex.

Inzwischen sind wir neun Jahre zusammen und nach wie vor sehr glücklich. Wir haben aber immer noch zwei Wohnungen. Ich muss mich auch mal zurückziehen, da ist eine gemeinsame Wohnung nicht das Richtige. Am Anfang wohnten wir hier in Köln noch weiter auseinander. Seit einiger Zeit ist er aber in die Nähe gezogen, gleicher Stadtteil. In der Woche sehen wir uns so zwei Mal und dann eben am Wochenende. Das hat sich so eingependelt. Von der Definition her führen wir eine offene Beziehung. Den Sex mit anderen Partnern haben wir dann in aller Regel eben in der Sauna. Dieses ganze Hin- und Hergeticker über das Internet, das ist nichts für mich. Zwar bin ich auch auf den berühmten "Blauen Seiten" vertreten, aber ich pflege darüber eher meine Sozialkontakte, indem ich Freunden mal kurz ein paar Sätze schreibe.

Wir lassen uns regelmäßig testen

In der Sauna ist es mit dem Sex einfacher. Man sieht den anderen eben. Einmal im Jahr fahren wir außerdem nach Ibiza. Und da findet auch schon mal was statt – jeder für sich oder zu dritt oder in welcher Form auch immer. Wenn da outdoormäßig mal was läuft, dann geht halt jeder seiner Wege und sagt, man ist jetzt eben mal ein bisschen cruisen. So kann jeder sein eigenes Ding machen – die Geschmäcker beim Sex sind ja auch verschieden. Dass wir das heute so handhaben, hat sich so ergeben. Wir haben das nicht verabredet, es ist etwas Gewachsenes. Ich denke, man kann Dinge auch zerreden. Wenn wir jetzt "fremd" Sex hatten, dann wird da auch nicht viel drüber gesprochen. Wir wissen, dass da bei dem anderen keine Sachen parallel laufen und dass man den Sexpartner von neulich höchstens noch ein zweites Mal in der Sauna trifft. Normalerweise finden da keine weiteren Dinge mehr statt. Mein Partner und ich ticken in dieser Hinsicht ganz ähnlich, vielleicht, weil wir beide Sternzeichen Jungfrau sind.

Mit meinem Partner habe ich meistens Safer Sex. Das heißt, beim Ficken nehmen wir ein Kondom. Aber es gibt beim Sex in der Beziehung durchaus Sachen, die nicht unbedingt immer hundertprozentig safe laufen. Meiner Verantwortung gegenüber meinem Partner bin ich mir aber bewusst. Wir machen deshalb auch regelmäßig einen HIV-Test und lassen auch andere sexuell übertragbare Krankheiten testen. Wir haben einen schwulen Hausarzt, und da geht das total problemlos vonstatten. Alles, was mit anderen läuft, ist aber immer safe. Darauf verlasse ich mich natürlich auch bei meinem Partner. Ich glaube nicht, dass ich gut damit leben könnte, wenn ich die Gesundheit von meinem Partner leichtsinnig aufs Spiel setze. Trotzdem drücke ich das alles so aus, weil ich natürlich weiß, dass da immer ein Restrisiko bleibt. Hundertprozentige Sicherheit gibt’s im Leben nicht. Also: Entweder wird man Mönch, oder man lebt damit."



12 Kommentare

#1 XDAAnonym
  • 15.08.2009, 10:33h
  • Promiskuität ist schon mit für die starke Ausbreitung von HIV verantwortlich und ist deshalb echt doof.
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#2 axelAnonym
  • 15.08.2009, 10:52h
  • schon richtig: Es gibt nirgends absolute sicherheit. ausser beim sterben, das müssen wir, so oder so.
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#3 HansAnonym
  • 16.08.2009, 01:59h
  • du meine güte ist das ein spießer und stereotyp.
    wer will denn schon mit ihm kontakt aufnehmen.
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#4 NecroAnonym
  • 16.08.2009, 09:17h
  • Aber das ist doch keine echte Beziehung oder gar Liebe, wenn die einfach mal mit nem anderen ins Bett steigen...
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#5 HannibalEhemaliges Profil
  • 16.08.2009, 09:47h
  • Antwort auf #1 von XDA
  • "Promiskuität ist schon mit für die starke Ausbreitung von HIV verantwortlich und ist deshalb echt doof."

    Falsch! Nicht Promiskuität ist für die Ausbreitung von HIV verantwortlich, sondern ungeschützter Sex! Du argumentierst genauso dümmlich wie die kath. Kirche und sonstige Spießer!
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#6 XDAAnonym
#7 Tim_ChrisProfil
#8 XDAAnonym
  • 17.08.2009, 19:16h
  • Nein eigentlich gar nicht. Aber als Florist, sollte man sich doch besser kleiden ...
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#9 Tim_ChrisProfil
#10 AntichristProfil