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Einer amerikanischen Studie zufolge nehmen Schwule und Lesben doppelt so oft psychologische Hilfe in Anspruch als Heterosexuelle.

Demnach haben sich 48,5 Prozent von Schwulen und Lesben in Kalifornien von einem Psychologen oder Psychiater behandeln lassen, aber nur 22,5 Prozent der Heterosexuellen. Am meisten nahmen lesbische oder bisexuelle Frauen die Dienste in Anspruch, am wenigsten heterosexuelle Männer.

Wissenschaftler der University of California in Los Angeles haben für diese Studie insgesamt 2.000 Bürger befragt. Sie spekulieren, dass der Anteil an Schwulen und Lesben so hoch ist, weil sie mehr Diskriminierung erfahren würden und dadurch mehr Stress aushalten müssten. Dadurch würde insbesondere der Alkohol- und Drogenmissbrauch in dieser Gruppe steigen, wodurch psychologische Probleme verstärkt würden.

Bislang sei lediglich bekannt gewesen, dass Frauen eher als Männer psychologische Dienste in Anspruch nehmen, erklärte die Wissenschaftlerin Susan Cochran. "Hier haben wir gezeigt, dass auch die sexuelle Orientierung eine Rolle spielt." Da Homosexualität über Jahrhunderte als Krankheit betrachtet wurde, hätten es Schwule und Lesben nach wie vor schwer, ein gesundes Leben zu führen, so Cochran.

Die Weltgesundheitsorganisation hat Homosexualität erst 1992 aus der Liste der Krankheiten entfernt. Zuletzt hatte der Fachverband der nordamerikanischen Psychologen eine Metastudie herausgegeben, die festgestellt hat, dass die sexuelle Orientierung nicht durch Psychotherapie verändert werden kann (queer.de berichtete). Damit will der Verband gegen die "Ex-Gay"-Bewegung vorgehen, die Homosexualität als Sünde verurteilt und erklärt, jeder Schwule und jede Lesbe mit ein wenig Anstrengung könne heterosexuell werden.

Die Studie wird im Fachjournal "BMC Psychiatry" veröffentlicht. (dk)



13 Kommentare

#1 FloAnonym
  • 14.08.2009, 19:17h
  • Das wundert mich überhaupt nicht:

    wenn man in einem System leben muss, wo man als Mensch 2. Klasse gilt, hat das natürlich Auswirkungen auf die Psyche. (Und zwar bei jedem, nur gehen unterschiedliche Menschen unterschiedlich damit um.) Und manche brauchen dann halt (leider) sogar professionelle Hilfe.

    Nicht ohne Grund ist die Selbstmordrate unter homo-, bi- und transsexuellen Jugendlichen 4x so hoch, wie unter heterosexuellen Jugendlichen...

    Anstatt dass die Politik uns endlich rechtlich 100% gleichstellt (was auch Voraussetzung für gesellschaftliche Gleichstellung ist), vertrösten sie uns mit Almosen (SPD / FDP) oder wollen gar keinen Fortschritt (CSU / CSU). Echte Gleichstellung wollen leider nur 2 Parteien (Grüne / Linkspartei).

    Übrigens:
    dass das Ganze aus reiner Ideologie erfolgt ist klar, denn Staaten wie die Niederlande, Belgien, etc. zeigen, dass 100%ige Gleichstellung sehr gut funktioniert und für die gesamte Gesellschaft und sogar die Wirtschaft nur positive Folgen hat!

    All die Politiker, die uns nicht KOMPLETT gleichstellen wollen, tragen Mitschuld an psychischen Probleme bis hin zum Selbstmord... Und das trifft nicht nur die Homohasser aus der Union, sondern auch SPD und FDP, die uns nur teilweise gleichstellen wollen, aber nicht komplett!
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#2 schwarzwaldbub
  • 14.08.2009, 19:18h
  • Dieses Ergebnis wunder mich nicht.

    Bei mir wurde von Kindesbeinen an versucht, mehr oder weniger gewalttätig, meine sexuelle Identität zu „korrigieren“ – und ich war schon als Bub eine richtige Elfe. Ich wundere mich, dass ich das überhaupt überlebt habe!

    Was kommt wohl dabei heraus, wenn man Menschen über einen langen Zeitraum bedeutet, das sie schlecht seien und das, was sie tun, eine Sünde ist ….

    Im Grunde ist es so: Mit uns LGBTs ist alles in Ordnung: Nicht normal sind die Religionsgemeinschaften und alle, die einem heterosexistischen Wahn folgen.
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#3 KonstantinEhemaliges Profil
  • 14.08.2009, 19:45h
  • Wen sollte DAS schon wundern! Wenn man täglich in den Drecksmedien liest, wie wir Homos immer noch gedisst werden und ganz besonders, wie es in letzter Zeit wieder zunimmt, wundert mich gar nichts mehr. Wenn ich ein junger unsicherer Schwuler wäre, der seiner Identität unsicher ist, hätte ich auch meine Zweifel, ob es "wirklich sein muss" Homo zu "werden". Die Gesellschaft erlebt grade ein ganz gewaltiges konservatives Rollback. Es war noch nie leicht homo zu sein, aber es wird wieder schwerer. Und ganz generell ist das eine ganz logische Schlussfolgerung! Diese beschissene Spießergesellschaft legt es ja auch darauf an, Menschen, die nicht dem Mainstream entsprechen in den Wahnsinn zu treiben. Das Problem liegt dabei allerdings nicht bei uns Homos, sondern bei den "anderen". Denn die einzigen die KRANK sind, sind die Spießer! Und DIE personiefizieren sich in der CDU, in den Christen, in den Muslimen, in den Rastas in den Rechten und watt weiss ich wo noch! Soll heissen: Unsere Gesellschaft ist krank! Sie krankt daran, andere nicht sein lassen zu können wie sie wollen. Nein, man muss anderen immer seine eigene Meinung aufzwängen.
    UND DAS wiedrerum ist ein kulturelles Erbe des Christentums. Ich sage nur: Der Drang zur Mission!

    Auf der anderen Seite stehen natürlich die Menschen, die sich, durch einen Mangel an eigener Meinung missionieren lassen! Und wer ist es denn, der sich in Mission flüchtet? Religiöse Deppen, die sonst keine Meinung haben. In der Religion ist Meinung unerwünscht. Weshalb flüchten denn so viele Menschen in religiöse Werte? Weil sie sonst nichts haben! Weil sie zu dumm sind um ETWAS zu haben! In der Religion ist Meinung nicht gefragt! Nur Anpassung! Wie einfach! Wird ja alles schön vorgebetet und Amen! selbst denken ist ja viel zu anstrengend! Besonders, wenn man es nie gelernt hat. Mama hat ja auch immer so hübsch mit mir gebetet am Bettchen. Aber am schlimmsten: Man könnte ja unangenehm auffallen! Au weia!

    Und genau jetzt brülle ich euch Klemmschwestern zu:
    Macht das Maul auf! Irgendwann werdet Ihr sterben und habt euer Leben vergeudet! Für etwas, was von euch erwartet wurde. Lebt es, für das was Ihr seid! Ihr seid niemandem Rechenschaft schuldig! Unsere Brüder bei Stonewall haben sich die Fresse für ihre Überzeugung polieren lassen! Und Ihr zieht jetzt die Schwänze ein?
    Ich schäme mich für euch!
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#4 LorenProfil
  • 14.08.2009, 21:13hGreifswald
  • Antwort auf #3 von Konstantin
  • Wunderbar geschrieben, klar und deutlich.

    Bleibt mir nur noch zu ergänzen, dass

    1. sich viele auch durch einen Mangel an Selbst-
    bewusstsein "missionieren" lassen und

    2. nicht nur religiöse Gemeinschaften, sondern auch politische Vereinigungen anziehend wirken
    können, in denen selbständiges (d.h. von der
    "Parteilinie" abweichendes) Denken oft auch nicht
    erwünscht ist.
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#5 xyAnonym
  • 15.08.2009, 01:27h
  • Und hier noch einige überraschende Thesen, welche der wissenschaftlichen Untermauerung harren: Juden fühlen sich überdurchschnittlich oft verfolgt. Schwarze haben in vielen Teilen der Welt häufig den Eindruck, auf Grund ihres Aussehens diskriminiert zu werden. Frauen glauben zuweilen, nicht als vollwertige Menschen betrachtet zu werden.

    Woher das alles bloß kommen könnte?
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#6 TischbeinAnonym
  • 15.08.2009, 10:03h
  • Antwort auf #5 von xy
  • Die Ausbeutung ist ein teuflisch Ding.
    Sie macht den Menschen karg und kärger.
    Sie macht ihn hoffnungsarm und sorgenreich.
    Der Mensch jagt sich und andere.
    Das Unfassbare: Sie wissen nicht, was zu tun ist.
    Die Hoffnung: Das ist von Menschenhand !

    Anders als bei den Fischen

    "..Die Hauptsache wäre natürlich die moralische Ausbildung der Fischlein. Sie würden unterrichtet werden, dass es das Größte und Schönste sei, wenn ein Fischlein sich freiwillig aufopfert, und sie alle an die Haifische glauben müßten, vor allem, wenn sie sagten, sie würden für eine schöne Zukunft sorgen. Man würde den Fischlein beibringen, dass diese Zukunft nur gesichert sei, wenn sie Gehorsam lernten. Vor allen niedrigen, materialistischen, egoistischen und marxistischen Neigungen müßten sich die Fischlein hüten, und es sofort melden, wenn eines von ihnen solche Neigungen verriete.

    Wenn die Haifische Menschen wären, würden sie natürlich auch untereinander Kriege führen, um fremde Fischkästen und fremde Fischlein zu erobern. Die Kriege würden sie von ihren eigenen Fischlein führen lassen. Sie würden die Fischlein lehren, dass zwischen ihnen und den Fischlein der anderen Haifische ein riesiger Unterschied bestehe. Die Fischlein, würden sie verkünden, sich bekanntlich stumm, aber sie schweigen in ganz verschiedenen Sprachen und könnten einander daher unmöglich verstehen..."

    www.yolanthe.de/stories/brecht03.htm
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#7 goddamnedliberalAnonym
  • 15.08.2009, 11:05h
  • Antwort auf #5 von xy
  • Tja,

    das Infame ist, dass gerade die Tatsache, dass diskriminierte Schwule und Lesben mehr professionelle Hilfe von Psychologen einfordern, wird von unseren Feinden (wie z. B. der evangelikalen Homo-Umpolerin Frau Vonholdt) als Beweis für die Krankhaftigkeit von Homosexualität genommen, das ist so, als würde man zuerst jemand zusammenschlagen und ihm dann bescheinigen: 'Bist Du aber kaputt!'

    Trotzdem ist die Nachfrage nach Beistand sinnvoll. Sie stände aber den Homophoben noch mehr an als uns...
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#8 hwAnonym
#9 NachtragAnonym
  • 15.08.2009, 11:51h
  • Antwort auf #8 von hw
  • Arbeit macht krank

    Professor Klaus Weber forscht an der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften der Fachhochschule München. Telepolis befragte den Psychologen zur aktuellen Entwicklung psychosomatischer Krankheiten in der neoliberalen Gesellschaft.

    www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28352/1.html

    Schwule die FDP oder CDU wählen, helfen aktiv mit hundertausende Schwule in Existenzängste, Panikattacken oder Depressionen zu treiben.
    Angst vor Arbeitsplatzverlust, Angst vor Lohn- und Urlaubsraub, Angst vor Wohnungsverlust,
    Angst vor dem Verlust soizaler Kontakte, zusätzlich zu möglicher Diskriminierung und Mobbing.

    Brechtlied: Mutter wozu hast du deinen Sohn geboren....

    So einfach ist das. Meine uraltälteste beste Freundin ist Psychologin am ZI in Mannheim, eine andere hat hat eine eigene Praxis im Nachbarort.
    Wir sprechen über Politik und wählen die LINKE.
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#10 goddamnedliberalAnonym
  • 15.08.2009, 12:19h
  • Antwort auf #8 von hw
  • Wenn ich mir die dicken Autos vor den Opus-Dei-Kirchen anggucke, dann denke ich schon, dass sich rechte Klerikalinskis ne Therapie leisten können....

    Man sollte vielleicht den Leidensdruck noch erhöhen...
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