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  • 02. Juni 2004, noch kein Kommentar

Während sich Köln um die Gay Games 2010 bewirbt, bemüht sich Ex-Konkurrent Berlin jetzt um die OutGames 2009

Von Dennis Klein

Köln ist seinen bislang einzigen innerdeutschen Konkurrenten für die Gay Games 2010 los: Berlin hat die Bewerbung zurückgezogen. Die Hauptstadt will nun den Zuschlag für die OutGames 2009 erhalten, die unter dem Dach der im vergangenen Jahr neu gegründeten Gay and Lesbian International Sports Association (GLISA) ausgetragen werden. Das hat die Hauptversammlung des Games Berlin e.V. im Mai beschlossen.

Hintergrund: Die Federation of Gay Games (FGG) hatte Ende letzten Jahres dem kanadischen Montréal als Austragungsort 2006 die Spiele wieder entzogen und daraufhin Chicago den Zuschlag gegeben. Grund war ein Streit um finanzielle Kontrolle. "Seitdem haben wir uns eingehend überlegt, ob wir die Spiele unter der Fahne der FGG austragen wollen", so Dagmar Timm, Geschäftsführerin des Games Berlin e.V., gegenüber QUEER.DE. "Wir wollten ja nicht, dass uns dasselbe passiert wie Montréal."

Daher habe man sich eingehend die Bewerbungsbedingungen der beiden konkurrierenden Organisationen angeschaut. "Die FGG wollte eine starre Teilnehmerzahl von 10.000, alles andere wäre genehmigungspflichtig gewesen", erklärt Timm. "Außerdem wollten wir das ganze Event mit Kulturveranstaltungen verbinden und mit dem CSD kooperieren – natürlich auch, um die Kosten zu verteilen. Die FGG sagt, das verwässert die Spiele. Die GLISA meint dagegen, bei den Spielen geht es auch darum, das Schwul- und Lesbischsein zu feiern." Schon zuvor hatte es Kritik am Gay-Games-Veranstalter gegeben: Wegen "Demokratiedefiziten" ist bereits im März die European Gay and Lesbian Sports Federation (EGLSF) aus dem Dachverband FGG ausgetreten.

Der Kölner SC Janus hat sich trotz dieser Entwicklungen Ende April für die Gay Games 2010 beworben. Vorsitzender Uli Breite will "das Original": "Für mich ist die neue Organisation nur Geschäftemacherei, das hat man auch an den monumentalen Planungen in Montréal gesehen. Der Geist des Originals – der Gay Games – muss erhalten bleiben."

Die Berliner sehen das genau umgekehrt: "Die Sportler fahren nicht wegen des Namens zu den Spielen, sondern weil sie gemeinsam etwas erleben wollen", so Timm, "Wir sind keine Kopie, wir wollen die eigentlichen Spiele machen."

Für die Gay-Games-Bewerbung kann der SC Janus jedoch viel prominente Unterstützung verbuchen. Neben Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) und Regierungspräsident Jürgen Roters haben alle Fraktionen im Kölner Rat Unterstützung zugesagt.

2. Juni 2004