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Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warnt: Männer, die im Irak als schwul gelten, werden mehr und mehr zum Freiwild.

Der am Montag vorgestellte HRW-Bericht "They Want Us Exterminated" ("Sie wollen uns ausrotten") zeichnet auf 67 Seiten die gegenwärtige Lage für sexuelle Minderheiten im Land. "Dieser Bericht dokumentiert die Gewaltorgie gegen Männer im Irak, die für schwul gehalten werden oder sich in den Augen der Mörder einfach nicht männlich genug verhalten", erklärte Scott Long, der für den Themenbereich schwul-lesbische Rechte bei HRW verantwortlich ist.

Im Irak gibt es immer wieder Medienberichte über Exekutionen von Schwulen durch islamistische Milizen (queer.de berichtete). Prediger wiegeln die Gläubigen dabei immer wieder zum Hass auf Homosexuelle und andere "Verdorbene" auf. So erklärte der mächtige Schiiten-Führer und Politiker Muktada al-Sadr, dass er Homosexualität in seinem Land "auslöschen" wolle (queer.de berichtete).

Schwule zu Tode gefoltert

Es sei unmöglich, die genaue Zahl der Todesopfer zu bestimmen. Es muss sich aber mindestens um mehrere hundert Exekutionen handeln, erklärte der HRW. In dem Bericht heißt es, dass Bagdad am härtesten von den Übergriffen auf Schwule betroffen sei. Viele Gerichtsmediziner sprechen auch von grausamen Foltermethoden. So hätten mehrere Ärzte gegenüber HRW bestätigt, dass Schwule an den Folgen des "iranischen Kaugummis" zu Tode gequält worden seien. Hier wird der Anus der Opfer zugeklebt und ihnen dann ein Getränk eingeflößt, das Durchfall erzeugt. Medien im Nahen Osten hatten bereits über diese Art der Folter berichtet (queer.de berichtete).

Erschwerend für schwule Iraker komme hinzu, dass es für viele nahezu unmöglich ist, in ein sicheres Land zu fliehen, da fast alle Nachbarn Homosexualität verbieten. So werden etwa Schwule in Syrien ebenfalls wegen ihrer Homosexualität verfolgt und eingesperrt. Eine Ausweisung in den Irak mit dem Hinweis auf die Sexualität des Flüchtlings komme demnach meist einem Todesurteil gleich.

HRW appelliert an die US-Truppen im Irak, sich für ein Ende der Verfolgung von Schwulen einzusetzen. Ferner müssten andere Länder außerhalb der Region helfen, schwule Flüchtlinge aufzunehmen.

Bis 2001 war Homosexualität im Irak de facto legal, dann erließ der damalige Diktator Saddam Hussein ein Verbot. Bei Wiederholungs-"Tätern" war die Todesstrafe möglich. Derzeit gibt es zwar kein ausdrückliches Homo-Verbot, allerdings können Schwule offiziell wegen "unsittlichem Verhalten" oder "Verbreitung von Krankheiten" belangt werden. (dk)



40 Kommentare

#1 FloAnonym
  • 17.08.2009, 16:34h
  • Schlimm schlimm in diesem Barbarenstaat...

    Umso wichtiger, dass endlich in Deutschland und der gesamten EU die sexuelle Orientierung als Verfolgungsgrund und Fluchtgrund anerkannt wird, so dass die Menschen, die die Flucht aus diesem unmenschlichen System schaffen hier einen sicheren Hafen als anerkannter Flüchtling haben und nicht wieder zurückgeschickt werden, wie schon so oft!!!
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#2 JensAnonym
  • 17.08.2009, 16:58h
  • Ich sag nur weg mit dem Islam das ist ja noch schlimmer als die Kirche, die Kirche tut ja noch was gutes indem sie armen hilft. Aber der Islam hilft niemanden die betreiben Gehirnwäsche und die Leute glauben an den Schei....

    Gruß Jens
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#3 goddamnedliberalAnonym
  • 17.08.2009, 17:17h
  • Antwort auf #2 von Jens
  • Also, Sozialabgaben sind im politischen Islam Teil des Systems. Sympathischer wird er aber dadurch auch nicht...

    Interessant ist ja, dass der Irak-Krieg ja angeblich das betroffene Land zum 'Lightfire of Democracy' machen sollte. Auf entsprechenden Websites wie 'Davids Medienkritik' wurde dann noch der demokratische Wiederaufbau des Irak als besser als der Deutschlands nach '45 hingestellt. War wohl nichts.

    Stattdessen gibt es Progrome gegen alle möglichen Minderheiten (neben Schwulen auch Christen)...

    Und es gab mindestens 150.000 Tote. Viel zuviel für ein Geschichtsexperiment, das solche 'Erfolge' zeitigt...
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#4 karlunEhemaliges Profil
  • 17.08.2009, 17:25h
  • gayromeo, infothek, schwulenverfolgung,

    "..Erfahrungsbericht eines User aus dem Irak (16-12-2008)
    Es steht nichts in der Irakischen Verfassung darüber, dass Homosexualität verboten sei. Dennoch ist es vom Gebiet oder der Nachbarschaft abhängig in der du lebst, da diese dieses Thema oft verhöhnt. Vor allem Kultur und Religion neigen dazu, Homosexualität als sozialen Mangel abzulehnen, welcher die eheliche Institution bedroht.

    Im Kulturellen wird Homosexualität durch die Abrahamitische Religion mit Stirnrunzeln betrachtet, da diese in ihrem Glauben eine Bedrohung der Ehelichen Institution darstellt. In der Mesopotamischen Kultur wurde Homosexualität als höhere Ebene für spirituellen Sex angesehen und weiterhin praktiziert. Auch in der pre-islamischen, arabischen Kultur wurde es praktiziert und die Bi-Sexualität war im Aufschwung.
    Heut zu Tage besagt die Mentalität im Irak und im Nahen Osten im allgemeinen, dass man als 'Aktiver' akzeptiert, aber als störend empfunden wird. Auch wenn man in einen Homosexuellen Akt verwickelt ist wird dies weitestgehend toleriert. Als 'Passiver' jedoch wird man zum Opfer. Sie sehen dich als Prostituierten an, welcher sich von einem zum anderen weiterreichen lässt. Sollte es zum Geschlechtsverkehr kommen, ohne dass es vorher eine emotionale Verbindung gegeben hat, wird man nicht länger respektiert.

    Darum habe ich im Irak keine Dates. Ich bevorzuge es, in Begleitung in andere Länder zu reisen. Natürlich gibt es vertrauenswürdige Männer, auf die du dich verlassen kannst, aber diese sind natürlich schwer zu finden. Du kannst Sex mit hetero- oder bi-sexuellen Männer haben, da diese überall vertreten sind. Mein Ratschlag ist aber gerade auf der Arbeit oder in der Nachbarschaft vorsichtig zu sein. Abhängig davon, wo man lebt, könnte man zum Ziel der Milizen werden, welche dich bedrohen oder gar erpressen könnten.

    Du kannst im Irak schwul sein und viele werden es akzeptieren. Freunde werden dich nicht verlassen nur weil du schwul bist. Es kann aber vorkommen, dass sehr feminine Männer, oder aber sehr maskuline Frauen, von Zeit zu Zeit angegriffen werden. Aber auch Firmen lehnen einen Menschen nicht unbedingt ab, weil er schwul oder feminin ist.

    Es gab in der Vergangenheit einen Bericht über “Todesschwadronen”, welche für die Hinrichtung von Homosexuellen verantwortlich waren. Aber ich denke, dass die Medien hierbei übertrieben haben. Es wurde auf das ganze Land bezogen, kam aber nur in kleinen Teilen vor. Es waren vor allem Jungs, welche als Prostituierte gearbeitet haben, die von den Milizen hingerichtet worden sind. Sie stammten aus verarmten Vierteln von Bagdad. "
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#5 Katrin
  • 17.08.2009, 17:31h
  • Antwort auf #2 von Jens
  • Wo tut denn die Kirche Gutes mit dem Steuergeld?. Klar, wenn Du ein Bischofsdasein in Luxus meinst kann ich das nachvollziehen. Aber ansonsten kommt vom Steuergeld nichts bei den Armen an.
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#6 Katrin
  • 17.08.2009, 17:41h
  • Die Macht einen Menschen willkürlich nach eigenem Gusto zu quälen und zu töten zu lassen ist schon beeindruckend und das Im Irak, wo die Homosexualität nicht strafbar ist und wo die Rechtsorgane ihre Bürger trotzdem nicht schützen können. Immerhin verdanken wir den Amerikanern, dass der Irak einen konstanten Beitrag zum Ölanbietermarkt leistet und die Förderraten nicht täglich hoch und runter gehen. Von aussen gesehen ist damit der Irak stabil, genauso wie die anderen Länder in der Region. Und anders als bei den Nachbarölländern bleibt noch nicht einmal etwas von dem Ölgeld im Land hängen. Die Macht über Leben und Tod ist doch ein billiger Preis den wir den Lokalfürsten lassen. Stell Dir vor sie wollten unser Geld, was dann?
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#7 stephan
  • 17.08.2009, 18:37h
  • Eine wahrhaft fürchterliche Situation! Und als ebenfalls schlimm, empfinde ich unsere Hilflosigkeit: Was soll man tun, außer Protestbriefe (z.B. im Rahmen der urgent actions bei ai) zu schreiben und auch unsere eigenen Politiker immer wieder auf die fürchterlichen Zustände hinzuweisen!
    Schreibt Mails und sprecht unsere Bundespolitiker jetzt im Wahlkampf an - besonders diejenigen, die sich vorrangig mit Außenpolitik beschäftigen!

    Noch zu Jens #2 zwei kurze Anmerkungen:
    a. Die Kirchen lassen sich wirklich jede 'gute' Tat großzügig honorieren und schreiben dann nur ihren Namen auf das ganze Projekt, dass jedoch zu mindestens 80/85/92/100% aus Steuergeldern bezahlt wird und zudem kassieren sie reichlich über die Gehälter der Bischöfe, Weihbischöfe, Dignitäre, ... und über sog. Reichnisse (Verträge, die auf die Säkularisation zurückgehen).
    b. Solange die Kirche konnte, hat sie Homosexuelle auch blutig verfolgt ... Wenn man einer reißenden Bestie Ketten anlegt und sie dann nicht mehr mordet, ist sie lange noch nicht gutmütig!
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#8 ThomasxProfil
  • 17.08.2009, 18:46hNürnberg
  • Der Artikel stellt eine sehr schlimme und prekäre Lage der Homosexuellen dort dar.

    Wie kann man denen helfen?
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#9 free_worldEhemaliges Profil
#10 free_worldEhemaliges Profil