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  • 17. August 2009, noch kein Kommentar

In Russland hat ein ehemaliger "Big Brother"-Teilnehmer ein Boulevardblatt und eine schwule Website auf vier Millionen Rubel (90.000 Euro) Schmerzensgeld verklagt, weil die Medien behauptet hatten, er sei schwul und habe als Callboy gearbeitet.

Nach Angaben seiner Anwälte ist der 28-jährige Wassily Pechen der erste Promi in Russland, der gegen den "Vorwurf", homosexuell zu sein, klagt. Wie die "Moscow Times" berichtet, ist die Verhandlung am 8. September angesetzt.

Pechen wurde 2005 russlandweit bekannt, als er an "Big Brother" teilnahm. Danach trat er wiederholt in Talkshows und Realityshows auf. Seine Klage richtet sich gegen die Boulevardzeitung "Express Gazeta" und das Homo-Portal "Gay.ru". Die Vorwürfe: "Express Gazeta" veröffentlichte nach Pechens "Big Brother"-Teilnahme einen Artikel unter der Überschrift "Um reich zu werden, hat Pechen in einem Moskauer Schwulenclub gearbeitet". Dabei wird ein Student der Militäruniversität zitiert, der erklärte, der Fernsehkandidat habe als Callboy gearbeitet. Er habe 200 Euro pro Geschlechtsakt verlangt.

Auch Gay.ru berichtete über die Aktivitäten Pechens und zitiert dabei aus dem Artikel der Boulevardzeitung. Außerdem schrieb die Website, dass der Kandidat "regelmäßig in den Schwulenclubs der Hauptstadt anzutreffen war und die Aufmerksamkeit reicher schwuler Moskowiter genossen hat."

Pechen erklärte, dass die Berichte ihm in seinem Beruf geschadet hätten und zu sexueller Belästigung geführt hätten. "Es wurde schwierig, eine Job zu finden", so Pechen gegenüber den Medien. Auch fürs Fernsehen habe er nicht mehr arbeiten können, ohne sexuelle Beziehungen mit den Produzenten zu haben. Mehrere Fernsehverantwortliche hätten ihm gesagt: "Du bist doch einer von uns - also lass uns miteinander schlafen".

Die Anwälte von "Express Gazeta" erklärten dagegen, dass die Artikel keine verleumderischen Aussagen beinhaltet hätten. Gay.ru-Chef Ed Mishin meinte, sein Portal habe lediglich berichtet, wie "seine Freunde über seine nicht traditionelle Orientierung" denken. Die Klage habe er nur eingereicht, um seinen Bekanntheitsgrad zu steigern.

Der Moskauer CSD-Organisator Nikolai Aleksejew sieht für den Kläger keine Chance auf Erfolg, wenn seine Klage auf die Aufdeckung seiner sexuellen Orientierung basiert: "Es ist kein Verbrechen mehr, schwul zu sein und wird auch nicht mehr als Geisteskrankheit eingestuft", erklärte er gegenüber der BBC.

Zuletzt hat ein Gericht in den USA entschieden, dass der "Vorwurf" der Homosexualität keine Beleidigung mehr darstelle (queer.de berichtete). Allerdings könne es weiterhin beleidigend sein, s weiterhin beleidigend sein könne, wenn sexuelle Handlungen einer Person beschrieben werden würden, die nicht der Wahrheit entsprechen. (dk)