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Der Süden Floridas bietet mehr als Meer, Nachtleben und "Miami Vice": Hier können Besucher in die neue Wellness-Oase eintauchen, die auch Partyhuschen in seinen Bann zieht.

Von Dennis Klein

Viele deutsche Touristen lieben Miami wegen seines Klimas, seiner langen Sandstrände und seines ausgelassenen Nachtlebens. Gerade Schwule finden in der weltoffenen Stadt mit dem lateinamerikanischen Einschlag schnell Anschluss. Doch Miami gilt auch als die Fitness- und Gesundheitshochburg Nordamerikas. So wählte das "Natural Health Magazine" die Metropole zur gesündesten Stadt der USA. Und beim Schlendern durch die Stadt wird ohnehin klar: Die einheimischen Jungs sehen mehr als nur gesund aus.

Florida und Miami wollen diesen Vorteil nutzen und putzen sich zu der Wellness-Destination heraus. Touristen aus Europa profitieren dabei insbesondere vom günstigen Dollarkurs. Gerade kulinarisch gesehen ist Miami eine Wohlfühlinsel: Das Klischee, dass Amis nur fettige Burger und Hot Dogs essen, ist schon nach wenigen Minuten Aufenthalt widerlegt.

Ganz auf die neue Kundschaft hat sich etwa das Hotel Canyon Ranch in Miami Beach spezialisiert. Direkt am Sandstrand gelegen, bietet es nicht nur Massagen und eine farbenfrohe Saunalandschaft an, sondern auch Kurse etwa zum Klettern an der hoteleigenen Kletterwand oder Strandjogging an. Das schöne dabei: Alle Gäste dürfen ohne Aufpreis so lange und so oft, wie sie wollen, das umfangreiche Seminarprogramm nutzen. So können sie mit dem vergeistigten Peter um neun Uhr morgens meditieren und dann eine Stunde später mit der quirligen Stacey bei Yogaübungen den Körper komisch herumdrehen. Der ursprünglich aus der Schweiz stammende Managing Director Matthias Kammerer berichtet, dass gerade Schwule das Angebot gerne annehmen. Viele Homo-Paare kämen insbesondere aus konservativeren Teilen der USA, um hier die ausgelassene Atmosphäre zu genießen. Und natürlich hat die Saunalandschaft so ihre Reize: Anders als im Rest des Landes gilt es hier nicht als unerhört, wenn man mal alle Kleidungsstücke fallen lässt.

Auch andere Hotels legen auf die Wellnessatmosphäre wert. Wer es sich leisten kann, sollte im Luxushaus Mandarin Oriental absteigen, das die amerikanische Offenheit mit asiatischen Stilelementen verbindet. In dem Hotel befindet sich auch ein Fünfsterne-Wellnesscenter. Aber auch für den kleineren Geldbeutel finden sich eine Reihe günstiger Jugendherbergen oder Hostels direkt in oder um Miami.

Das Ausflugs- und Schwulenzentrum des ganzen Bundesstaates ist dabei Miami Beach. Der lange Sandstrand, an dem es von gestählten Körpern nur so wimmelt, ist am besten zu entdecken mit einem Fahrrad, das hier fast immer Vorfahrt hat. Hier kann man von Strandabschnitt zu Strandabschnitt fahren und ab und zu mal an einem der vielen Volleyballnetze ein sportliches Duell einlegen. Ein guter Anbieter für Leihfahrräder ist hierbei Bike and Roll, der eine große Auswahl an Velos ab 9,99 Dollar pro Tag in Programm hat. Gerade für Neuankömmlinge eignet sich auch die "Art Deco Bike Tour", eine Art Stadtführung auf dem Fahrrad, auf der ein fescher, junger Biker die Sehenswürdigkeiten der Gegend erläutert. Hier fährt man etwa an Robin Williams’ Haus aus "Birdcage" vorbei oder an Gianni Versaces Palast, vor dem er 1997 erschossen wurde (die Kriminalitätsrate ist inzwischen nach unten gegangen!). Die ganz Abenteuerlustigen können auch Skates, Skateboards oder die Elektro-Segwayroller ausleihen.

Die Einheimischen vergnügen sich sportlich ansonsten vor allem mit Golf, Tennis oder Wassersport. Infos hierzu bietet die "Park and Recreation"-Internetseite des Bezirks Miami-Dade. Das Naturjuwel Floridas ist allerdings der Everglades National Park, der weniger als eine Autostunde von Miami entfernt ist. Das subtropische Feuchtgebiet ist die Heimat von unzähligen Aligatoren, Kormoranen und Reihern. Auch hier kann man etwas für seine Fitness tun: Neben mehrtägigen Wander- oder Fahrradwegen freuen sich die Ranger auch über Hilfe bei ihrer Arbeit: So schwören Touristen darauf, etwa beim Unkrautjäten zu helfen. Hier bekommt man nicht nur hübsche Ranger zu sehen, sondern der gemeine deutsche Büroangestellte kann unter der heißen Sonne testen, ob er wirklich für ein Leben in der Natur geschaffen ist.

Bei all den Aktivitäten sollte man nicht vergessen zu essen. Gerade auf dem Weg von den Everglades zurück nach Miami gibt es mit dem direkt an der Landstraße gelegenen Laden "Robert is here" eine echte Perle: Nirgendwo sonst gibt es bessere Smoothies und gesündere Fruchtgetränke für ein paar Dollar. Überhaupt sollte jeder – egal ob Wellnessurlaub oder Sauftour – die kulinarischen Vorzüge Miamis kennen lernen. Alles andere wäre einfach dumm. Hier mischt sich wie nirgend sonst die amerikanische Küche mit der Kubas, Südamerikas und Europas – und das Ganze ist meist sogar auch noch gesund. Besonders empfehlenswert ist dabei im künstlerischen Design District. Küchenchef Michael Schwartz mischt in seinem Restaurant Zutaten, die sich sonst weniger gut kennen – und bleibt dabei "unpretentious", also bodenständig. Ebenfalls ein Muss: Das Restaurant "Sushisamba" mischt japanische, brasilianische und peruanische Küche. Man kann dort bei südamerikanischen Sushistückchen auf der Einkaufsstraße in Miami Beach Leuten beim Schlendern zuschauen.

Einen Negativpunkt hat Miami trotz des großen Angebots allerdings: Die Grenzbeamten am Flughafen sind wahrscheinlich die unfreundlichsten Menschen der Welt – ganz im Gegensatz zum Rest der Einheimischen. Hier empfiehlt es sich, einfach freundlich zu lächeln und die Schikanen bei der Ankunft schnell zu vergessen. Wer erstmal diese Hürde hinter sich gebracht hat, wird Miami lieben; und nach einem Wellnessurlaub wieder mit vollen Batterien an den Schreibtisch beim heimischen Arbeitgeber zurückkehren.



#1 M in FloridaAnonym
  • 20.08.2009, 14:59h
  • Der Artikel ist platt und bietet nichts Neues.
    Was ist: "...amerikanische Offenheit mit asiatischen Stilelementen..."? Ein smoothie ist kein Grund fuer die lange Reise nach Florida - bitte mehr Substanz!
    Die Einreise in die USA kann ueberall in den USA problematisch sein (ist besser geworden).
    Miami ist trotz des Umrechnungskurses sehr teuer. Lincoln Road, Collins Avenue und Ocean Drive sind mehr straight als gay und langweilig.
    Wer sich nicht auskennt, bezahlt sehr viel Geld! Von August bis Oktober ist Miamispice Zeit (ilovemiamispice.com), Restaurants bieten Menues zu festen Preisen an. Diese Restaurants koennte man sich sonst, ernsthaft, nicht leisten! Auch Hotels sind in dieser Zeit nicht voll und bieten bessere Preise an.
    Fort Lauderdale (30 Minuten noerdlich von Miami)wurde nicht erwaehnt - hat mehr schwules Leben und viel mehr schwule Geschaefte, Hotels, Restaurants und Bars als Miami.
    Fitness hin oder her, man braucht ein Auto!
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#2 gatopardo
  • 20.08.2009, 17:15h
  • Antwort auf #1 von M in Florida
  • Vermutlich wird man sich als Europäer keine so weite Reise nach Miami wegen der Gastronomie, der vielen Strände oder der schwulen Szene mit den tollen Naturbuschen auferlegen, was wir teilweise auch alles auf den tropischen Kanaren oder anderen Teilen Südeuropas haben können. Stichwort Fort Lauderdale, das ich wegen seiner ganz anderen Art in den 90ern immer so genossen habe. Es wird sich doch nicht geändert haben, dass man dort bei "café cubano" , süssem Nichtstun in Gesellschaft von Lationos und abendlichen herrlichen Meeresfrüchten an der "waterfront" kein schlechtes Gewissen haben musste, Kathedralen, Klöster oder Museen nicht besichtigt zu haben, weil es sie kaum gibt. Dieser Artikel lässt mich nun doch wehmütig überlegen, nach 18 Jahren mal wieder ins unbeschwerte Florida zu reisen.
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#3 gatopardo
#4 Liedel
  • 21.08.2009, 01:03h
  • "Die Grenzbeamten am Flughafen sind wahrscheinlich die unfreundlichsten Menschen der Welt"...

    Das gilt wohl für Chicago O'Hare, Newark und vor allem JFK genauso
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