Caster Semenya wurde bei der WM in Berlin Weltmeisterin beim 800-Meter-Lauf. Jetzt ist ihre Goldmedaille in Gefahr: Ein Geschlechtstest soll feststellen, ob die Südafrikanerin wirklich eine Frau ist.
Vermeintliche "Expertinnen" maßen sich an, anderen Menschen zu sagen, dass sie ein anderes Geschlecht haben, als sie leben. Ein Kommentar zum Streit um die südafrikanische Sportlerin Caster Semenya
Von Heinz-Jürgen Voß
In den letzten Tagen wurde viel über die südafrikanische Sportlerin Caster Semenya berichtet, die sich einem Geschlechtstest unterziehen muss, nachdem sie eine Goldmedaille gewonnen hatte. So sicher, wie es dabei oft dargestellt wurde, weiß "die Biologie" gar nicht, wie sich Geschlecht ausbildet. Chromosomale, genetische, epigenetische, hormonelle und weitere Faktoren müssen zusammenkommen, damit sich spezifische Merkmale ausbilden.
Seit dem 18. Jahrhundert, zudem in materialistischen Auffassungen, werden Entwicklungsprozesse zentral gesetzt. Für biologisches Geschlecht heißt dies, dass viele Faktoren zusammenkommen müssen, dass erst durch deren Kommunikation und Wechselwirkung Merkmale spezifisch ausgebildet werden. Das Resultat steht also nicht fest, steht nicht in "Chromosomen" oder "Genen" "geschrieben", sondern bildet sich erst heraus. Das heißt auch, dass auch Annahmen vermeintlicher Zweigeschlechtlichkeit und der Annahme, dass Biologie und Medizin "wahres Geschlecht" bestimmen könnten, zu widersprechen ist: Geschlecht bildet sich erst heraus, Merkmale entstehen individuell unterschiedlich, der Ausgang ist offen - und nicht binär "weiblich" oder "männlich".
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Heinz-Jürgen Voß arbeitet an seiner Doktorarbeit, die sich mit der Herstellung von Zweigeschlechtlichkeit in biologischen und medizinischen Arbeiten befasst
Krass ist, dass sich vermeintliche "Expertinnen" anmaßen, anderen Menschen zu sagen, dass sie ein anderes Geschlecht haben, als sie leben - und dabei in Kauf nehmen, deren Leben nachhaltig negativ zu beeinflussen. Derzeit ist Geschlecht – weiblich oder männlich – gesellschaftlich bedeutsam und werden Menschen ohne eindeutiges Geschlecht (Intersexuelle) oft medizinisch operiert. Oft werden diese "medizinischen Behandlungen" von Betroffenen rückblickend als traumatisierend, als Gewalt, als Vergewaltigung beschrieben - ihr Leben wurde und wird noch immer zerstört.
An solchen menschenrechtsverletzenden Eingriffen hat auch die Biologie ihren Anteil, weil sie vortäuscht, dass sie wüsste, wie Geschlecht entstehe und dass es nur "weiblich" oder "männlich" gebe. Das weiß sie, bei genauer Betrachtung ihrer Ergebnisse, nicht und kann damit auch keinem Menschen sagen, welches Geschlecht sie hat.
das nenne ich kritische Wissenschaft, die dem gesellschaftlichen Fortschritt verpflichtet ist! Ganz im Gegensatz zu dem, was uns nicht wenige im biologisch-biologistischen "Mainstream" und im Einklang mit bzw. als Produkt der mittelalterlich konstruierten, heterosexistischen Dominanzgesellschaft immer wieder vorsetzt und jungen Menschen von kleinauf eintrichtert. Weiter so!
Von Einfaltspinsel Aus Kaiserslautern Mitglied seit 08.05.2009
Was man hier wieder für einen Stuss lesen darf.
Vermeintliche "Expertinnen"
Und was ist Heinz-Jürgen Voß? Doch auch einer dieser "Experten". Eben nur einer, der eine andere Meinung vertritt.
Es geht hier nicht um Politik oder Sexualforschung, sondern um Sport.
Und wenn besagte/r Sportler/in eine männliche Physiologie hat, wodurch sie/er ihren/seinen (was ein Wahnsinn) Mitkämpferinnen überlegen ist, ist das schlicht und ergreifend Unfairness/Betrug/Manipulation etc.
Hier werden Ergebnisse verwischt, dann ist das einfach kein Wettkampf mehr, sondern eine gesellschaftspolitische Veranstaltung.
Wenn ihre Physiologie männlich ist und sie ein XY-Chromosom hat, dann hat sie in der Frauen-Gruppe nichts verloren. Es ist unfair und diskriminierend gegenüber den weiblichen Sportlerinnen.
Es geht nicht darum, ob sich jemand als Frau oder Mann fühlt, sondern schlichtweg um Fakten. Physiologische, hormonelle, neurologische, anatomische etc.
Ich kann auch nicht sagen, ich fühle mich wie ein Rollstuhlfahrer und meine dann, ich werde diskriminert, wenn ich in einer Rollstuhl-Basketballmannschaft nicht mitmachen darf, nur weil man meinen imaginären Rollstuhl nicht sieht. Das ist politisch korrekter und ideologischer Wahn. Nicht mehr.
Die Menschen sind NICHT gleich, sie sind unterschiedlich, deshalb soll man ungleiches nicht gleich machen, sondern jeden in seiner Eigenart schätzen und respektieren.
Antwort zu Kommentar #3 von Einfaltspinsel: Genau. Wischi-Waschi !
"..ie Menschen sind NICHT gleich, sie sind unterschiedlich, deshalb soll man ungleiches nicht gleich machen, sondern jeden in seiner Eigenart schätzen und respektieren..."
du schriebst: "Wenn ihre Physiologie männlich ist und sie ein XY-Chromosom hat, dann hat sie in der Frauen-Gruppe nichts verloren. Es ist unfair und diskriminierend gegenüber den weiblichen Sportlerinnen."
so einfach ist es eben nicht, dass es so eindeutige merkmale biologischen geschlechts gibt. vielmehr hat die biologie und medizin zahlreiche merkmale, nach denen sie geschlecht bestimmt. u.a. chromosomen, gene, hormone, innere und äußere genitalien. diese weisen bei menschen keinesfalls unbedingt in eine richtung "typisch weiblich" oder "typisch männlich". so gibt es u.a. auch menschen mit xx-chromosomensatz ("typisch weiblich"), die eine "typisch männliche" erscheinung bei statur, hoden, penis etc. zeigen.
das ist die eigentliche frage, um die es gehen sollte - und warum verfallen dann immer wieder menschen darein, nur "weiblich" oder "männlich" haben zu wollen? und warum wird stets angenommen, dass frauen im sport schlechter als männer sein: dass frauenfußball selten und zu schlechten sendezeiten im fernsehen übertragen wird, hat andere gründe (gesellschaftliche akzeptanz, patriarchale vorannahmen).
Von seb1983 Profil nur für angemeldete User sichtbar
Na entweder XX oder XY, ist doch nicht so schwer.
Fals sie nun genetisch ein Mann ist, sich aber beim Auslesen des Y Teils Fehler eingeschlichen haben, so wäre es meiner Meinung nach trotzdem unfair sie bei den Frauen starten zu lassen, falls sie dadurch einen Vorteil hatte.
Es will ihr ja niemand das Recht absprechen außerhalb des Wettkampfes zu leben wie sie es will.
Von stromboli Profil nur für angemeldete User sichtbar
eigentlich hab ich zu dem thema keine meinung, angesichts der tatsache, dass alles "legale" getan wird um gegenüber dem "sportlichen" gegner mittels technik,wissenschaft und drogen sich vorteile zu verschaffen. Wer wird in jahren, wenn die meisterschaften beendet, die ergebnisse der konrollen bekannt, noch von gleichheit im wettbewerb fabulieren.
Aber wir schaffen uns ein thema neu, weil auch so pikant: mann in frau-frau in mann und schnüffeln mal schnell zwischen den beinen rum, ob da was rumhängt oder nicht! Haben wir doch gerade auch mit dieser sängerin hier durch exerziert .. -wie hieß die noch mal schnell- gaga??- . Ja, was unseren nachholbedarf an gerechtigkeit auf bildzeitungsniveau an betrifft sind wir mittlerweile angekommen: mit der selben sicherheit,dem selben durchblick mit denen unsere mitmenschen zuvor sich den mund über uns und unser "herkommen ", unsere position in DEREN wertesystem den mund fusselig redeten, mit der selben sicherheit fällen wir unsere urteile über die neuentdeckten aussenseiter.
Mir tun die betroffenen leid angesichts der häme, der selbstgerechtigkeit in der sie abgeurteilt werden! Hauptsache das "leistungsverhältnis " stimmt! Es lebe der kleine unterschied.
Da interessiert mich der xx, oder xy einen scheiß! Mit dieser form der leistungsgesellschaft will ich nichts zu tun haben!
Von Einfaltspinsel Aus Kaiserslautern Mitglied seit 08.05.2009
Antwort zu Kommentar #5 von rübezahl: "und warum wird stets angenommen, dass frauen im sport schlechter als männer sein"
Das ist es eben. Frauen sind nicht schlechter. Ihre Physiologie ist anders: anderer Knochenbau, andere Fettverteilung, mehr Körperfett, weniger Muskelmasse, weniger Muskeln, anderer Hormonhaushalt etc.
Es ist einfach unfair, wenn ein männlicher Sportler gegen eine weibliche Sporterlin antritt, er wäre ihr stets gegenüber bevorteiligt.
Frauen sind nicht schlechter, sie sind anders. Es ist für Frauen (ohne Anabolika) nur sehr schwer Muskelmasse aufzubauen, ein Mann hat allein schon durch sein Testosteron eine bessere Chance Muskeln aufzubauen, er hat weniger Körperfett und sein Becken ist anders gebaut.
Es geht hier um Sport und Fairness. Nicht um Genderwahnsinn.
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