Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?10942

Homosexuelle Geistliche in der Evangelical Lutheran Church in America müssen nicht länger zölibatär leben, hat die Hauptversammlung der Kirche beschlossen – jetzt drohen Konservative mit der Spaltung.

Beim Treffen lutherischer Geistlicher in Minneapolis befürwortete die Kirchenleitung mit 559 gegen 451 Stimmen, dass homosexuelle Angestellte künftig gleich behandelt werden wie heterosexuelle. Bislang durften Schwule und Lesben nicht sexuell aktiv sein.

Die Kirche verlangt von homosexuellen Pfarrern aber, dass sie in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben. Offene Beziehungen oder ähnliche alternative Lebensweisen können weiterhin zur Kündigung führen.

Kritiker der Öffnung gegenüber Homosexuellen drohten bereits vor der Entscheidung mit der Kirchenspaltung: "Ich verstehe nicht, wie die Kirche, der ich seit 30 Jahren uneingeschränkt diene, etwas gut heißen kann, was Gott verdammt", erklärte etwa Pfarrer Richard Mahan aus West Virginia. "Die Mehrheit der Gläubigen in meiner Gemeinde wird die Kirche verlassen, wenn dieser Entscheidung zugestimmt wird."

Pfarrer: Gott hat Tornado gegen Homos geschickt

Ein Baptistenpfarrer aus Minneapolis glaubt sogar, dass Gott persönlich gegen die Homo-Entscheidung intervenieren wollte: John Piper erklärte nach Angaben des Lokalsenders WCOO, dass ein Tornado, der seine Kirche teilweise zerstört hatte, eine "sanfte aber bestimmte Warnung" an die Lutheraner sei. Würde sie nicht davon absehen, "die Sünde zu legitimieren", würden weitere Tornados auf christliche Kirchen niedergehen.

In den USA bekennen sich insgesamt rund fünf Millionen Gläubige zur Evangelical Lutheran Church in America. Sie ist damit die viertgrößte protestantische Glaubensgemeinschaft im Land.

Zuletzt hat die anglikanische Kirche in den Vereinigten Staaten mit ihrer homofreundlichen Haltung für Aufregung gesorgt (queer.de berichtete). Die weltweit agierenden Kirche mit insgesamt rund 80 Millionen Mitglieder ist tief gespalten zwischen Homo-Befürwortern, die meist aus westlichen Ländern stammen, und erbitterten Homo-Gegnern aus Afrika und Asien. Auch hier drohen homofeindliche Kräfte mit einer Abspaltung und der Gründung einer homofeindlich eingestellten Kirche. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

47 Kommentare

#1 TimmAnonym
  • 24.08.2009, 16:36h
  • Eine weitere gute Meldung aus den Reihen der protestantischen Kirchen.

    Neben der Zulassung einer Resolution für offen homosexuell in einer Partnerschaft lebender lutherischer Pfarrer wurde des Weiteren eine Resolution zur theologischen Anerkennung von Homosexualität letzte Woche in Minneapolis verabschiedet. Danach sind zukünftig in der ELCA Segnungsgottesdienste möglich.

    Auch einige andere christliche Kirchen in den USA, wie die United Church, die anglikanische Episcopalchurch, die Presbyterian Church sowie die Unitarier haben diese akzeptierenden und befürwortenden Positionen zu homosexuellen Paaren offiziell bezogen.

    Ebenso stark diskutiert wird derzeit das Thema bei den Methodisten oder der Moravian Church (Hernhuter Brüdergemeine).

    Demgegenüber verbleiben andere christliche Kirchengemeinschaften wie die Mormonen, die Zeugen Jehovas, die römisch-katholische Kirchenleitung sowie grosse Teile der Pfingstbewegung oder der Baptisten in den USA weiterhin sehr negativ eingestellt, wenn es um das Thema der Anerkennung homosexueller Paare geht.

    Fazit: Bei diesem Thema geht ein tiefer Riss duch die christlichen Kirchengemeinschaften.
    Aber immerhin die Lutheraner schaffen die theologische Anerkennung homosexueller Paare jetzt als weitere christliche Denomination.

    Als homosexueller Mensch sollt man sich daher genau aussuchen, in welcher Kirche man Mitglied ist. Es gibt "gute" und "schlechte" christliche Kirchen beim Thema "Homosexualität".
  • Antworten » | Direktlink »
#2 lotusEhemaliges Profil
#3 Katrin
  • 24.08.2009, 17:39h
  • Auch wenn ich mit Kirchen und Religionen nichts am Hut habe, lese ich erfreut, dass zumindestens einige Kirchen die Fähigkeit haben, die ohnehin weit verbreitete Akzeptanz der Homosexualität in den Kirchenalltag aufzunehmen und sich für die gesellschaftliche Gegenwart zu positionieren.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Diz!Anonym
  • 24.08.2009, 18:04h
  • Der Mensch mit der Tornado-Nummer gehört definitiv einer psychologischen Prüfung unterzogen!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 goddamnedliberalAnonym
  • 24.08.2009, 18:24h
  • Antwort auf #3 von Katrin
  • Man muss zusätzlich honorieren, dass viele protestant. Kirchen bei dieser Positionierung ein erhebliches Risiko, nämlich das der Kirchenspaltung und des Abwanderns von Mitgliedern eingehen. Das kann u. a. richtig 'ins Geld gehen'. Aber auch die inneren Verwerfungen sind bei solchen Symboldiskussionen nicht ohne....
  • Antworten » | Direktlink »
#7 TimmAnonym
  • 24.08.2009, 19:02h
  • @Katrin

    Es gibt halt gute und schlechte christliche Kirchen im Jahre 2009, wenn es um das Thema "Homosexuelle Paare" und deren theologische und ethische Anerkennung geht.

    Ich finde es gut, dass zumindest die Lutheraner zu den "guten" Kirchen gehören. Denn auch die lutherischen Staatskirchen in Schweden, Norwegen, Dänemark, Island und hier in Deutschland in der lutherischen/uniierten EKD haben in den vergangenen Jahren Homosexualität ethisch und theologisch akzeptiert und anerkannt (erinnert sei an das EKD-Dokument von 2002 "Verantwortung und Verlässlichkeit stärken").

    Aber wie gesagt: die Unterschiede zwischen den einzelnen christlichen Kirchen sind extrem, wenn es um das Thema Homosexualität geht.

    Wer sich als Christ bewertet, sollte sich daher genau anschauen, welche Position die jeweilige Kirche hat.

    Ich für meinen Teil würde nie in der katholischen Kirche sein wollen, während ich mich in der EKD theologisch und ethisch als homosexueller Mann gut aufgehoben fühle.

    Übrigens nebenbeibemerkt: Nina Hagen ist aktuell auch in eine Landeskirchengemeinde der EKD eingetreten und hat sich dort in Schüttorf taufen lassen. Sicherlich wäre Nina Hagen nie in die katholische Kirche eingetreten.

    Und so geht es mir ähnlich: ich schaue mir sehr genau an, wie die jeweilige Kirche sich im Thema "Homosexuelle Paare" verhält.

    Das ganze Zölibatssystem des römisch-katholischen Klerus sowie das Verbot der Frauenordination dort halte ich für ethisch verantwortungslos.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 AmiInBerlinProfil
  • 24.08.2009, 21:16hBerlin
  • Sorry, folks: I need to write in English to express myself clearly, but I can understand the German fully:

    There's a mistake in this text. "Beim Treffen lutherischer Geistlicher in Minneapolis befürwortete die Kirchenleitung mit 559 gegen 451 Stimmen, dass homosexuelle Angestellte künftig gleich behandelt werden wie heterosexuelle."

    It wasn't just "Geistliche" who made this decision. According to the ELCA's constitution, at least 2/3 of the members of the Churchwide Assembly, as it is called, must be laypersons (non-ordained), so only a max. of 1/3 may be pastors or bishops. Women and men must be represented equally, at least 10% must be from minority groups (which is far greater than their representation within the general church membership).

    That makes this decision even more noteworthy: it was not made by some theologically elite group.

    There are imperfections in the decisions; matters that could have been handled more inclusively of gays and lesbians, but, overall, I am thrilled by this, and cried in the arms of my partner as I watched the voting during the live webcasts.

    I am a victim of the previous rules, having been fired from my position immediately and forced to resign from the list of ordained persons serving the church when it became known that I am gay. Depending on their bishop or employment situation, some others have not faced the same fate. Now, the situation is quite different, although congregations, etc., can still reject gay/lesbian candidates.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Tim_ChrisProfil
  • 24.08.2009, 22:28hBremen
  • "John Piper erklärte ... dass ein Tornado, der seine Kirche teilweise zerstört hatte, eine "sanfte aber bestimmte Warnung" an die Lutheraner sei. Würde sie nicht davon absehen, "die Sünde zu legitimieren", würden weitere Tornados auf christliche Kirchen niedergehen."

    Na sicher doch. Wenn - was nicht ist, aber nehmen wir es spasseshalber einfach mal an - also wenn ein wie auch immer gearteter Gott mit einem solchen Tornado für die teilweise Zerstörung dieser Kirche verantwortlich wäre, dann einzig aus dem Grund, dass in den Kirchen immer so viel Menschenverachtung und Hetze gepredigt wird, aber sicher nicht, weil Teile der Kirche aufhören gegen "seine Kinder", die er nach seinen Vorstellungen genau so wie wir sind auf diese Welt gesetzt hat, zu hetzen oder diese Ausgrenzung und Hetze weiter zu propagieren.

    Aber ist ja klar, dass diese Scheinheiligen wieder mal irgendwas erfinden, womit sie unsereinen zum Sündenbock machen können, wenn ihnen keine besseren Argumente mehr einfallen. Kennen wir ja schon, das Spiel. Wir sind schon für Überschwemmungen, Hurricans, Schneestürme, Dürre, Erdrutsche, Lawinen, Vulkanausbrüche und Erdbeben verantwortlich. Zudem noch für Hungersnot, Gletscherschmelze, Erderwärmung, Flugzeugabstürze, Zug- und Schiffsunglücke, Kinderlosigkeit und Überbevölkerung, und für die Ausbreitung von Seuchen und Krankheiten sowieso.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 goddamnedliberalAnonym
  • 25.08.2009, 07:41h
  • Antwort auf #9 von Tim_Chris
  • So isses wohl.

    Es gibt aber auch bei uns 'Scheinheilige', die plötzlich von Naturkatastrophen wie Krankenhausviren, Rauchern, bare fickenden Heteros, Flatrate-saufenden Jugendlichen, Tornados etc. etc. erzählen, wenn es schlicht und einfach nur um die Verhinderung von HIV-Infektionen unter Schwulen geht...
  • Antworten » | Direktlink »