Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?10947

Statt queer.de sollten schlaue Leser künftig bei queer.gay surfen können – das zumindest fordert eine Gruppe von Homo-Aktivisten aus aller Welt, die Domainadressen mit der Endung .gay etablieren wollen.

Von Dennis Klein

Die Top-Level-Domains (TLD) durchdringen das wie kaum eine andere Regulierung. Am gebräuchlichsten sind dabei die zweistelligen Länderkennungen (.de, .at) oder die mehrstelligen amerikanischen Abkürzungen, die sich auf die Art der Information beziehen (.com, .org). Diese sind in den letzten Jahren ausgebaut worden: So vergab die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) 2005 die Endung .mobi für Handy-Anwendungen oder .travel für Reiseanbieter.

Homo-Gruppen fordern nun eine eigene TLD für Schwule und Lesben: Die Kampagne DotGay wird dabei unter anderem von der schwul-lesbischen Handelskammer der USA und der International Gay and Lesbian Travel Association (IGLTA) unterstützt. So sollen Internetnutzer leichter schwul-lesbische Angebote finden können. Szenefremde Organisationen oder Personen sollen .gay-Adressen dagegen nicht betreiben dürfen. Auch der CSD Berlin findet die Idee gut: "DotGay könnte die Bühne der weltweiten Homo-Szene im Internet sein. Wir unterstützen daher die Initiative", erklärte CSD-Organisator Robert Kastl.

Ob die Initiative Erfolg hat, steht noch in den Sternen: Entscheiden muss die kalifornische Non-Profit-Organisation ICANN, die alle Top-Level-Domains genehmigen muss. Dabei handelt es sich nicht um eine unabhängige Organisation. Sie untersteht direkt dem US-Handelsministerium. Und dieser politische Einfluss macht sich bemerkbar, besonders wenn es um das Thema Sexualität geht: Als etwa 2005 ein Unternehmen die Porno-Endung .xxx registrieren wollte, stimmte die ICANN zunächst zu. Als dann aber religiöse Gruppen wie die American Family Association Proteste gegen die "unmoralische" Internetadresse initiierten, verbot das Handelsministerium kurzerhand die xxx-Zone. Da die selben Organisationen, die gegen Pornografie zu Felde ziehen, gewöhnlich auch Schwule und Lesben hassen, ist eine ähnliche Protestwelle bei .gay so sicher sein wie das Amen in der Kirche.

Die DotGay-Bewegung will einen Anfang 2010 seinen Antrag bei der ICANN einreichen. Wenn sich ICANN und US-Handelsministerium gnädig zeigen, könnte die Top-Level-Domain schon Ende des nächsten Jahres online gehen.



28 Kommentare

#1 lotusEhemaliges Profil
#2 Benedictus
  • 25.08.2009, 16:20h

  • bitte nicht. TL-Domains sollten nicht nach sexuellen Orientierungen eingerichtetet werden. Wir würden die Büchse der Pandorra öffnen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 VolumeProProfil
  • 25.08.2009, 16:49hMönchengladbach
  • Ich bin dagegen!

    Wenn man das machen würde, dann würde man sich immer nur noch weiter ghettoisieren. Es ist ein Fehler zu glaube, man könnte von anderen akzeptiert werden, wenn man sich abschottet.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 KerberosAnonym
  • 25.08.2009, 17:24h
  • .gay als ZUSÄTZLICHE Möglichkeit (nicht Verpflichtung!) für Gay-Sites wäre sicher nicht verkehrt. So kann internationale Verbundenheit zum Ausdruck gebracht werden OHNE sich gleichzeitig dabei ab(aus)zugrenzen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 karlunoEhemaliges Profil
#6 FloAnonym
  • 25.08.2009, 18:39h
  • Wieder mal ein Beispiel für eine spontane Idee, deren Folgen gar nicht beachtet wurden:

    1. wir wollen Bestandteil der Gesellschaft sein und uns nicht ins schwule Ghetto zurückziehen und nun fordern wir im Internet ein schwules Ghetto.

    2. Prima, da freuen sich die schwulenahassenden Staaten und alle anderen übereifrigen Zensoren:
    So sind schwule Internetseiten noch leichter zu zensieren. Man muss nicht mehr hunderte Seiten einzeln zusammensuchen und sperren, sondern es genügt, pauschal den ganzen Bereich ".gay" zu sperren.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 partyboy89Ehemaliges Profil
#8 david87
  • 25.08.2009, 18:54h
  • Ich finde es auch nicht so dramatisch von wegen Ghettoisierung und so. Es ist einfach nur eine weitere und vorallem freiwillige Möglichkeit für Gay-Sites im Internet.
    Bei Schwuugle wurde anfangs auch heiß disskutiert und von Ausgrenzung geredet.
    Die Seite hat sich mittlerweile doch etabliert und ihre Anhänger gefunden.
    Wem eine Webseite nicht gefällt soll sie einfach nicht besuchen. Das Internet ist freiwillig.
    -
    Das der Antrag bei der ICANN durchkommt glaub ich aber nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Aramis
  • 25.08.2009, 19:36h
  • Antwort auf #8 von david87
  • Zum einen macht es den Inhalt der betrffenden Seiten auch nicht besser, wenn man es explizit mit .gay kennzeichnet...
    Aber diese Seiten kann man wesentlich besser sperren... hat mal jemand daran gedacht, das es unzählige ungeoutete Lesben/Schwule/Transgender weltweit gibt, die nicht offen an diese Seiten können??? Das wäre ein weiteres Hindernis und somit Ausgrenzung...
  • Antworten » | Direktlink »
#10 axelAnonym