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Im Comicband des Männerschwarm-Verlags gibt es noch einmal schwule Knollennasen satt mit dicken Dödeln und liebenswerten Neurosen.

Von Carsten Weidemann

Die Trauer war groß, als Ralf König, der King des homosexuellen Knollennasenimperiums vor einigen Monaten seinen Rückzug aus diesem Territorium verkündete. Genug mit "schwul", es sei alles dazu gesagt, gezeichnet und überhaupt wolle er sich jetzt lieber anderen Themen widmen. Was er ja bereits seit einiger Zeit tut. Alttestamentarische Geschichten und die kritische Auseinandersetzung mit der Religion sind seine derzeitigen Spielwiesen.

Das Magazin "Männer" musste fortan auf den Comic am Ende des Heftes verzichten. Doch glücklicherweise gab es aus dieser Zeit noch genügend Stoff. Der Hamburger Verlag Männerschwarm erfreut die Fans seit Jahren mit einer Zusammenstellung der bei Männer erschienen Seiten in Comicbänden. "Schillerlöckchen" kommt deshalb gerade richtig, um den Schmerz über Königs (hoffentlich nur vorläufigen) Rückzug zu überwinden.

Worum es diesmal geht? Nun, es geht um mittelständische Büroangestellte mit leuchtenden Geschlechtsmerkmalen, um bestialisch müffelnde Sweatsox an Schwiegermutters Kaffeetisch und um tragisch verliebte Piratenkapitäne, deren Glasaugen im falschen Moment ins Badewasser plumpsen! Um Klassisches wie Wilhelm Busch und Neues von Max und Moritz, um heterosexuelle Polizisten in Cazzo-Pornos, um erektionsverhindernde Kruzifixe und um die gute, alte griechische Knabenliebe und warum Mogli so gern auf Balus pelzigem Bauch liegt.

Noch nicht genug? Wie wärs mit exotischen Pauschalreisen in homophobe Länder, schwer bewaffnetem Genuss von Erdbeerkuchen im Jahre 2040 und um Spanking auf den hübschen Hintern des asketischen Mönchs... um all des geht‘s und noch viel mehr. Nur um Schillerlocken geht es eigentlich nicht. Aber der Titel klingt halt fast so schön wie Sahneschnittchen.

Ralf König, Schillerlöckchen, Männerschwarm Verlag, Kartoniert, 64 Seiten, durchgängig farbig, 12 €



#1 MarstophProfil
  • 27.08.2009, 08:11hBerlin
  • Den neuen König habe ich gestern geschickt bekommen. Das ist eine wirklich sehr schöne Mischung und dokumentiert, wie vielseitig sich Ralf König im Laufe der Jahre verändert hat.

    Immerhin hat mich Ralf König durch´s Coming Out begleitet ab 1986 .
    Wir werden eben alle nicht jünger, aber im Bestfalle besser...

    Wofür ich Ralf König wirklich dankbar bin ist sein antireligiöses Engagement, womit er es als Comiczeichner ja vor kurzem sogar in die F.A.Z. schaffte, die über Monate seinen Comic "Archetyp" veröffentlichte. Es lohnt sich zu dem Thema auch ein Blick auf seine Homepage

    www.ralf-koenig.de
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