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Für die nächste DSDS-Staffel haben RTL und die Regulierungsbehörde Krawall-Juror Dieter Bohlen Regeln aufgelegt: Er darf sich unter anderem nicht mehr über die sexuelle Orientierung von Kandidaten lustig machen – Bohlen droht nach dem Maulkorb mit dem Rückzug.

RTL gab bekannt, dass man sich in der siebten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" an die vom Kontrollgremium "Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen" (FSF) ausgearbeiteten Beschränkungen halten werde. Demnach dürfen die Kandidaten nicht mehr gedemütigt werden, etwa durch Kritik an ihrem Aussehen, durch redaktionelle Nachbearbeitung, Vergleiche mit Tieren oder Fäkalsprache. Weder im Tages- noch im Hauptabendprogramm ist gestattet, "den Eindruck zu vermitteln, es sei normal, lustig oder legitim, sich über die sexuelle oder religiöse Orientierung anderer lustig zu machen oder sie aufgrund dieser Orientierungen zu beleidigen oder abzuwerten". Falls doch derartige Äußerungen fallen, müsse RTL die Szene herausschneiden oder mit einem Pieps-Ton unkenntlich machen.

Im vergangenen Jahr verhängte die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) eine Geldstrafe von 100.000 Euro, weil Kandidaten in herabwürdigender Weise dargestellt wurden (queer.de berichtete). Unter anderem wurde kritisiert, dass Dieter Bohlen einen Bewerber als "Vollschwuchtel" bezeichnet hatte (queer.de berichtete).

Bohlen kämpft für "Fäkalsprache"

Dieter Bohlen zeigte sich von der Regulierung entrüstet und drohte in der "Bild"-Zeitung mit seinem Rückzug: "Wenn jetzt Goethe-Deutsch ohne Wahrheit gefordert ist, dann muss Marcel Reich-Ranicki in der DSDS-Jury sitzen. Wenn ich die Wahrheit nicht mehr sagen darf, dann macht DSDS keinen Sinn mehr. Dann mache ich lieber ’ne Show im Internet", erklärte der 55-Jährige. "Ich stehe für Klartext. Der Roy Black der TV-Unterhaltung werde ich nicht! Bohlen bleibt Bohlen", verspricht er. Außerdem sei das Pöbel-Verbot "realitätsfremd", denn schon vor 20 Jahren habe Schimanski pro "Tatort" zirka 70 Mal "Scheiße" gesagt. "Und ich soll heute keine Fäkalsprache benutzen dürfen?".

Die sechste Staffel von DSDS gewann im Mai diesen Jahres der 22-jährige Schwabe Daniel Schuhmacher (queer.de berichtete). Sein daraufhin veröffentlichtes Debütalbum schaffte es bis auf Platz eins der deutschen und österreichischen Charts. (dk)



37 Kommentare

#1 Liedel
  • 28.08.2009, 14:32h
  • "Dann mache ich lieber ’ne Show im Internet"

    Juppa Dieter, endlich hast du's gemerkt. Macht Eva Herman übrigens auch (mit ihrem Pseudo-Christen-Internet-TV-Blabla)... die Herman hat sich als Pseudo- Soziologin versucht und du kannst bekannterweise nicht singen.
    Tut euch doch zusammen: Du reißt ein paar Sprüche und Eva führt danach eine "Wertedebatte". Da erreicht ihr nicht nur die Gruppe der Moralapostel, sondern auch die eingefleischten Diedää- Fans
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#2 Aramis
  • 28.08.2009, 16:28h
  • Wenn Bohlen keine Sprüche mehr loslassen darf, wird RTL aber mit den Einschaltquoten Federn lassen müssen... viele schauen doch nur weil er die Kandidaten niedermacht....

    Ich frage mich auch, wie das mit dem Piepston laufen soll... ist doch angeblich eine Live-Sendung...oder wird dann doch endlich offiziell zeitversetzt ausgestrahlt????
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#3 jochenProfil
  • 28.08.2009, 18:51hmünchen
  • ich finds echt total megageil und supersüß , dass der Bohlen und RTL nicht mehr ihr geld mit öffentlicher demütigung und persönlicher beleidigung als form der fernsehunterhaltung und zum amusement des geilen publikums verdienen dürfen.
    (denke der satz war mal wieder zu lang...)

    bezeichnend aber für das publikum ist es, dass diese form der "unterhaltung" (also die erniedrigung und das vorführen von menschen) bei so vielen zuschauern so beliebt ist.
    ( was vor 2000 jahren bei den römern oder später im mittelalter funktionierte, funktioniert also fast genauso noch heute)

    die ausrede, dass das ja alle freiwillige wären lass ich nur teilweise gelten. denn wie freiwillig ist es von einem jugendlichen dem von RTL vorgegaukelt wird DSDS wäre DIE chance in seinem leben....es gibt kids die glauben das wirklich.

    DSDS fördert die verrohung der sitten.
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#4 FreidenkerAnonym
  • 28.08.2009, 19:28h
  • Antwort auf #3 von jochen
  • Geh zu den Grünen und heul Dich aus! - Oh, nein, pardon, Bemerkungen über die mögliche politische Einstellung von Leuten, die meinen, sich öffentlich äußern oder präsentieren zu müssen, sind natürlich auch nicht mehr erlaubt. Im Falle von "DSDS" kann man auch nicht erwarten, daß Teilnehmer nach der soundsovielten Staffel endlich wissen, worauf sie sich einlassen und was ihnen blüht. Meine Güte, die Menschen sind so dumm! Wie sie bspw. auch nicht beurteilen können, ob ihnen eine Kneipe zu verqualmt ist. Da muß der Staat eingreifen! (Angesichts soviel Doofheit sollte man diskutieren, ob unsere Menschen überhaupt noch in der Lage sind, über die Zusammensetzung der Parlamente zu entscheiden. Wie wäre es mit einer kleinen Hilfestellung, etwa in Form einer Einheitsliste?)

    Na, o.k., für Dich eine gute Meldung: Der "Casting"-Zirkus regrediert zur "Mini-Playbackshow" ("Das hast du aber ganz, ganz doll gemacht!") und wird spätestens in zwei Jahren mangels Zuschauerinteresse eingestellt.

    Gelobt sei unsere "Freiwillige Selbstkontrolle", die dafür sorgt, daß es in der Bundesrepublik - wie vom Grundgesetz festgelegt - keine Zensur gibt, man also bspw. seine Filme oder Fernsehsendungen nicht vor der Veröffentlichung einem Gremium vorlegen muß, damit dieses überprüft, ob Moral, Sitte und Anstand gewahrt werden (neudeutsch: Jugendschutz, Gesundheitsschutz, Weltschutz usw.). Lang lebe unsere FDGO!
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#5 I.Ramos GarciaAnonym
#6 Mündiger BürgerAnonym
  • 28.08.2009, 19:38h
  • Antwort auf #1 von Liedel
  • Schlechte Nachricht für Dich: Die Fangemeinde von D.B. dürfte etwas größer sein als jene von E.H. Und: B. bringt die Leute zum Lachen - H. nur jene mit Sinn für unfreiwilligen Humor (und auch dafür gibt's lustigere Zeitgenossen).

    Hoffentlich macht Bohlen seine Drohung ernst: Er hätte die Mittel und die Popularität, um so eine Sache im Netz aufzuziehen und damit der grassierenden Zensurwut und Entmündigung in unserem Land ein Schnippchen zu schlagen.

    Auf eine Sendung, in der in "Lindenstraßen"-Manier Menschen ganz, ganz vorsichtig klar gemacht wird, sie könnten vielleicht, eventuell, wenn es sie nicht zu sehr traurig macht, aber du hast doch auch andere Qualitäten, ey, du, nicht so ganz doll singen können, also eigentlich überhaupt nicht, paß mal auf, ich tanz dir das mal vor, undzwar linksdrehend antifaschistisch biologisch-dynamisch, wir können auch noch mal drüber reden, aber zum Trost mach ich dir erstmal einen ganz, ganz leckeren Salat (natürlich vegan), kann ich jedenfalls verzichten.
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#7 axelwEhemaliges Profil
  • 28.08.2009, 20:43h
  • wie wäre es mal mit "schlag den Bohlen" statt schlag den raab?

    Obwohl - sind beide nicht sonderlich i......
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#8 anonymusAnonym
  • 28.08.2009, 23:31h
  • WAS???? Bohlen droht mit Rückzug?????
    Wenn er doch e n d l i c h seine Drohung wahr machen würde - aber da jeder weiß was für´n geldgeiles Monster er is .... wird daraus wohl auch nix ...
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#9 mok120Profil
#10 TimmAnonym
  • 29.08.2009, 05:17h
  • Mmmhhh schwieriges Thema...

    Auf der einen Seite bin ich auch klar gegen Zensur, aber auf der anderen Seite stelle ich fest, dass es insbesondere mit den Programmen im Fernsehen, die sich an die jüngere Zielgruppe richten, vom Niveau, von der Ausdrucksweise und von politischer Korrektheit immer weiter abwärts geht.

    Mit der Privatisierung des Fernsehens seit Ende der 1980er/Anfang der 1990er und dem Erscheinen der Privaten, was ich grundsätlich sehr aufgrund des Brechens des Meinungsmonopols und der Darstellung der Vielfalt unserer Gesellschaft begrüße, ging leider oftmals in vielen Sendungen das Niveau dermaßen den "Bach runter", das man nur noch angewidert dies zur Kenntnis nehmen kann.

    Jochen hat mit seinem Kommentar und Hinweis auf die Mechanismen des Alten Roms vollkommen Recht. Nur was macht man gegen diese negativen Auswüchse der Medien, die sich gerade dann auf die jüngere Bevölkerungsgruppe negativ auswirkt.

    Zurück in die 1950er mit öffentlichem Meinungsmonopol der großen zwei Volksparteien und der zwei großen Volkskirchen will ich sicherlich auf gar keinen Fall. Aber mehr Niveau und weniger "Niedermachen von Menschen" im Fernsehen in den verschiedensten Programmen wäre schon ein Fortschritt für das Fernsehen.

    Es ist auch okay, wenn Sendungen wie Tatort weiterhin Kraftausdrücke und Fäkalsprache wie bei Schimanski zeigen, da sie halt die Geselleschaft in solchen Sendungen wiederspiegeln.

    Nur halt Sendungen, die dezidiert an ein jüngeres Publikum/an die Jugend gehen, sollten vielleicht doch "ein wenig" gemaßregelt werden. Es ist schon schlimm genug, wenn Bohlen, Raab und Co sich so "daneben" benehmen und damit der Gesellschaft "den Spiegel vorhalten".

    Bisschen mehr Niveau und weniger Fäkalsprache sowie mehr politische Korrektheit wäre dem Fernsehen zu wünschen. Interessanterweise stellt man fest, dass dies bei Sendungen/Fernsehsendern, die sich an ein älteres Publikum richten, beachtet wird (siehe z.B. den Fernsehsender Phoenix oder Nachrichtensendungen,..). Gleiches gilt beispielsweise für den Kinderkanal Kika, wo gutes Niveau für Kleinkinder/Kinder erreicht wird. Und das zeigt, dass Sendungen mit diesem Niveau durchaus produzierbar sind.

    Warum sollte dies also nicht auch bei Sendungen für Jugendliche/junges Publikum möglich sein ?

    Aber letztlich wollen leider insebsondere Jugendliche/junge Leute dieses "schlechte" Niveau oftmals sehen und wollen ihre Schadenfreude befriedigt sehen. Das führt dann leider im Laufe der Jahre seit den 1990er zu immer "schlechterem" Fernsehen, da die Spirale sich immer weiter nach "unten drehte".

    Wie man diese negative Medienentwicklung bekämpft, das ist letztlich schwierig zu lösen.

    Zensur ist letztlich schlecht, aber vielleicht sind Apelle an die Fernsehmacher "ein wenig" hilfreich, damit Sie zu mehr Niveau zurückkehren. Schwierig, schwierig, schwierig, ...
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