Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?10980

Zwischen der italienischen Regierung und dem Vatikan ist es zu einem Streit gekommen, nachdem eine von Berlusconi kontrollierte Zeitung Homo-Vorwürfe gegen den Chefredakteur einer katholischen Zeitung erhob.

Die Zeitung "Il Giornale", die dem Bruder von Ministerpräsident Silvio Berlusconi gehört, hatte am Freitag dem Chefredakteur von "Avvenire" – dem Blatt der italienischen Bischofskonferenz – vorgeworfen, homosexuell zu sein. Damit reagiert die Regierung offenbar auf Angriffe der katholischen Zeitung auf die Regierung. Diese hatte der konservativen Regierung in Rom vorgeworfen, unmenschlich mit Bootsflüchtlingen aus Afrika umzugehen. Außerdem hatte sie wiederholt die Ausschweifungen Berlusconis kritisiert, der sich gerade in einer Scheidungsschlacht befindet und vor allem durch Partys mit jungen Schauspielerinnen auffällt.

"Ill Giornale" erklärte, der Chefredakteur von "Avvenire" habe Anfang des Jahrtausends eine Frau dazu gedrängt, sich von deren Ehemann zu trennen. Mit diesem Ehemann habe er eine sexuelle Beziehung unterhalten, so die Zeitung. Kardinal Angelo Bagnasco hat die Angriffe der regierungsnahen Zeitung inzwischen als "geschmacklos und sehr ernst" bezeichnet: "Ich stelle mich voll hinter den Chefredakteur von ‚Avvenire’, ebenso wie es alle italienischen Bischöfe und die Christenheit tun", so der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, der sonst bei Homo-Vorwürfen eine härtere Tonart einschlägt: So verglich er 2007 Homosexualität mit Inzest und Pädophilie (queer.de berichtete).

Die katholische Kirche sagte aus Protest am Wochenende ein Arbeitsessen zwischen Kardinal Maurizio Bertone und Ministerpräsident Berlusconi ab.

Italien gehört in Sachen Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben zu den rückständigsten Ländern Westeuropas. Gleichgeschlechtliche Beziehungen werden dort nicht anerkannt. Zudem gibt es kein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

13 Kommentare

#1 Sven_
  • 31.08.2009, 17:02h
  • Tja, da treffen die absoluten Moralwächter aufeinander in einer Schlammschlacht Sondergleichen.
    Mit Freier Liebe und Gleichberechtigung von Homosexuellen gäb's da keine Probleme.

    Wie gut, dass das nicht uns trifft!? :-)

    Naja, leider schon, denn solange "schwul" als Beleidigung gilt, kann es nicht mit rechten Dingen zugehen bzw., dass sind schon wirklich "RECHTE" Dinge (im Rechtsradikalen Sinne).

    Ich hoffe inständig, dass die beiden Gruppierunen sind völlig zerfleischen.
    Hoffen auf eine bessere Welt darf man ja :-)
  • Antworten » | Direktlink »
#2 MichaelAnonym
  • 31.08.2009, 22:06h
  • Einerseits ist es absolut dreist, dass ausgerechnet Berlusconi und Konsorten die Karte "Homosexualität" zieht, um sozial-politische kontroverse Haltungen (hier: in Bezug auf die Situation der Flüchtlinge) zu diffamieren.
    Andererseits muss sich die Gegenseite darüber nicht empören, denn gerade die katholische Kirche Italiens und an vorderster Front der Papst selbst sorgen dafür, dass diese Karte immer noch sticht. Schon lange nicht mehr gab es so einen armeseligen Stellvertreter.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 stephan
  • 31.08.2009, 23:34h
  • Sehr schön - so etwas wünsche ich mir öfter. Endlich kann sich die Community zurücklehnen und der Schlammschlacht zuschauen ... und am Ende hat sich die Zahl unserer nennenswerten FEINDE (ich schreibe das ganz bewusst und nicht euphemistisch GEGNER) halbiert. Wir sollten auch häufiger mal beim Vatikan anfragen, ob Berlusconi einen Dispens für seine Art von Lebenswandel erhalten habe, ob jetzt jeder Katholik so leben solle oder gar müsse und ob Berlusconis Lebensstil etwa im nächstens Katechismus zur Pflicht für gläubige Katholiken gemacht werden solle. ...

    Und dann einfach abwarten, wie diese Herren (falls man auch die Herren im Kleid so nennen darf) sich gegenseitig die Augen auskratzen. Phantastisch!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Liedel
  • 31.08.2009, 23:38h
  • "Ich hoffe inständig, dass die beiden Gruppierunen sich völlig zerfleischen"...

    Och da kann man noch weiter gehen.

    Ich hoffe, dass endlich mal die "Wahrheit" über unsere Päpstin Benedikta rauskommt (die hats doch immer so mit der Wahrheit). Und natürlich, dass es endlich zum nicht mehr hinauszuzögernden Massenouting von Priestern, Bischöfen, ja eigentlich des kompletten Vatikanstaats kommt.
    Und dass sämtliche von katholischen Geistlichen missbrauchte / gezeugte Kinder ihr Schweigen brechen.

    Nach dem Skandal um die Piusschwestern dürfte das der Todesstoß für die katholische Kirche werden Naja, werd ich wohl im Rentenalter sein, bis das passiert...
  • Antworten » | Direktlink »
#5 gatopardo
  • 31.08.2009, 23:40h
  • Schmierentheater, das immer amüsanter wird, je mehr sich diese Heuchler mit Moralstandpunkten beschmeissen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 stromboliProfil
  • 01.09.2009, 09:27hberlin
  • Antwort auf #3 von stephan
  • gern würd ichs auch so sehn!
    Nur; wenn mittels homophobie schlammschlachten unter gleichgesinnten stattfinden, ist dies nicht gleich nützlich für uns.
    Inhaltlich gehts um mehr:
    einerseits stützt der vatikan das rechtsbündnis und die "moralische" erneuerung; andererseits steht sie unter druck in den ländern, aus denen die flüchtlinge kommen: dort mehren sich die übertritte hin zu islamistichen und zu den evangelisten. Die RKK hat ihren unterbau durch soziale engagements in form der verwaltung der armut und ihrer spiritualisierung - so schafft man heilige, ohne zu ändern!
    Nun hat die faschistische komponente in der innenpolitik italiens die oberhand gewonnen und , ohne zweifel, siehe wähler-%te, ihre abgrenzungsfunktion gegenüber allem fremdem: ob romas , auf die hetzjagdten veranstaltet werden.. (hier übrigens als ventil für die korrumpierte macht aus staat und mafia) oder imigrationskonzentrationslager entstehen;
    fini's AN und bossi/maroni's lega nord bestimmen mittlerweile den inhaltlichen kurs! Und reden offen von unerwünschten fremden! Traum aller nazispakken in der brd; die schleichende vereinnahmung der machtschaltstellen, dank eines, im grunde tölpelhaften gockels, der die machismo-instinkte der italiener befriedigt.
    Politik reduziert auf werbeaussagen , die der ehemalige autoverkäufer berlusconi mittels medienmacht unters wahlvieh verstreut.

    Entsprechend die attacke auch nur schaumschlägerei von beiden seiten: Nicht die selbstbestimmung sexueller aktivität ( auch in ihrer lächerlichen form der altersphantasien eines gockels..) steht zur debatte, sondern die nutzung eben dieser sexualität um den gegner zu diffamieren. Und wir werden als katalysatoren benutzt, um botschaften zu transportieren...
    Sowas geht für uns in der regel in die hosen!
    Vieleicht erinnern wir uns mal an die röhmkampagne und dem wort von :
    de.wikisource.org/wiki/R%C3%B6hm_(Tucholsky)

    im zweifelsfalle auch für den bischof!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Mister_Jackpot
  • 01.09.2009, 14:49h
  • Ach Gott wie schlimm...da könnte "jemand" schwuhul sein im Vatikan...LOL....
    Dieses Rumgezicke unter den konservativ religösen in Rom zeigt ganz klar im Umkehrschluss die immer noch währende totale Ablehnung von Homosexualität. Ob wir uns darüber freuen sollten? Hmm es bleibt jedenfalls ein fader Beigeschmack, obwohl es doch irgendwie eine gewisse Komik hat..das kann ich nicht leugnen! ;-)
  • Antworten » | Direktlink »
#8 alexander
  • 01.09.2009, 16:16h
  • auf den punkt gebracht : die grössten schweine spielen sich als moralisten auf, wie gehabt !
  • Antworten » | Direktlink »
#9 goddamnedliberalAnonym
  • 01.09.2009, 19:07h
  • Das politische Spektrum in Italien reicht wohl nur noch von Klerikal- zu Genitalfaschisten...

    Pasolini würde sich im Grab umdrehen, wenn er wüßte , welcher soziokulturellen Degeneration sein Land entgegensteuert.

    Oder vielleicht auch nicht. Denn er hat das Abgleiten in eine faschistoide konsumistische Massenmedien-Debilität schon vorausgesehen, als unsere Toskana-Fraktion sich in 'Bella Italia' noch an den Resten roter Polit-Folkore erfreute. Leider haben sie übersehen, dass Antiklerikalismus, Liberalität und Individualismus den Grundstein zum Fortschritt legen, auch und gerade zum sozialen. Sonst können aus roten Patriarchen schnell Bonsai-Duces werden....
  • Antworten » | Direktlink »
#10 alexander