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Christliche Nächstenliebe: In den USA sammelt die katholische Kirche Geld gegen die Homo-Ehe – protestantische Pfarrer beten sogar für den Tod von Präsident Barack Obama.

Der katholische Bischof Richard Malone hat angeordnet, dass am kommenden Sonntag eine Sonder-Kollekte in den Kirchen erhoben werden soll. Mit den Extra-Einnahmen will er dafür werben, die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben im Bundesstaat Maine in letzter Sekunde zu verhindern. Dazu soll etwa Radio- und Fernsehwerbung geschaltet werden.

Das Parlament hat die Gleichberechtigung im Eherecht erst im Mai beschlossen (queer.de berichtete). Gegner haben allerdings bereits erwirkt, dass ein Volksentscheid im November darüber entscheiden soll, ob Schwule und Lesben heiraten dürfen.

Die direkte Demokratie war bereits im November letzten Jahres dafür verantwortlich, dass die bereits geöffnete Ehe in Kalifornien wieder auf heterosexuelle Paare beschränkt wurde. Eine knappe Mehrheit sprach sich damals für den "Schutz der heterosexuellen Ehe" aus (queer.de berichtete). Insbesondere Spenden der Kirchen – speziell der Mormonen – haben zu der Niederlage der Homo-Aktivisten geführt. Diesen Erfolg wollen die Katholiken in Maine wiederholen. Derzeit ist der Ausgang dieses Referendums noch völlig offen.

Youtube | Bericht über Pfarrer Steven Anderson

Pfarrer: Obama muss sterben

Mehrere radikale protestantische Pfarrer haben derweil erklärt, sie beteten für den Tod von Präsident Barack Obama. Als Grund nannten sie neben seiner Unterstützung für Eherechte vor allem das Thema Abtreibung. Sie kritisieren den Präsidenten, weil er sich gegen ein generelles Abtreibungsverbot ausgesprochen hat.

"Ich denke, es ist richtig, für den Willen Gottes zu beten", erklärte etwa der Baptistenpfarrer Wiley Drake aus Buena Park (Kalifornien) bei "Fox News Radio". "Wenn Obama sich nicht ändert, werde ich Gott fragen, dass er die in der Heiligen Schrift niedergeschriebenen Wort vollstreckt und den Tod Obamas hervorruft".

Auch Pfarrer Steven Anderson aus Phoenix (Arizona) wünscht Obama das frühzeitige Ableben: "Ich will nicht, dass er ein Martyrer wird. Wir brauchen keinen weiteren Feiertag. Ich will, dass er stirbt wie Ted Kennedy – an einem Gehirntumor", erklärte er bei einer Predigt, die bereits zu Protesten vor seiner Kirche geführt hat. Auch der Inlandsgeheimdienst soll Medienberichten zufolge auf den Gottesmann aufmerksam geworden sein. Senator Kennedy, auf den Anderson sich beruft, ist am 25. August gestorben; auch er galt wegen seiner liberalen Ansichten als rotes Tuch für viele konservative Christen.

In den USA haben – gegen den Widerstand aller großen Kirchen – bislang die Staaten Connecticut, Iowa, Massachusetts und Vermont die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet. In New Hampshire sollen Homo-Paare ab dem 1. Januar 2010 heiraten dürfen. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

55 Kommentare

#1 Tim_ChrisProfil
  • 09.09.2009, 17:10hBremen
  • "Wenn Obama sich nicht ändert, werde ich Gott fragen, dass er die in der Heiligen Schrift niedergeschriebenen Wort vollstreckt und den Tod Obamas hervorruft".

    Das zeigt, wie sehr solche Fanatiker, wie dieser Baptistenpfarrer einen an der Waffel haben.
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#2 TimmAnonym
  • 09.09.2009, 17:11h
  • Die Überschrift stimmt leider wiedereinmal in dieser Allgemeinheit nicht.

    Katholische Kirchenleitung und baptistische Pfarrer gegen Obama und die Homo-Ehe, hätte die Überschrift lauten müssen

    Wie oft muss man eigentlich noch auf Queer solche verallgemeinernden Artikelüberschriften lesen, die am Thema vollkommen vorbei dann zielen.

    Aktuell haben sich beispielsweise in der lutherischen Kirche, der ELCA, 95 Pfarrer offen homosexuell auf einer innerkirchlichen Liste aufgestellt und dort wurden Segnungsgottesdienste erlaubt sowie offen homosexuelle Geistliche zugelassen. Dies ist auch in einer Reihe von anderen US-amerikanischen Kirchen der Fall.

    Daher werdet doch endlich differenzierter in euren Artikelüberschriften, wenn es um die Kirchen geht. Mit solchen "reißerischen" Artikelüberschriften verfehlt ihr die Auseinandersetzung zu den EINZELNEN Kirchen jeweils total.
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#3 alexander
  • 09.09.2009, 17:33h
  • über die auswüchse religiöser fanatiker ist hier schon mehr als genug gesagt worden, die werden sich ohnehin nicht ändern.
    aber hier wird die kirche als mittel zum zweck für radikal faschistische ziele missbraucht !!!
    und demokratie mit "direkter demokratie" bekämpft !!!
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#4 alexander
  • 09.09.2009, 18:31h
  • # 2. timm
    die überschrift ist absolut ok !
    52 % der amerikaner bezeichnen sich als protestanten, 24 % als katholiken, um die hauptreligionen zu nennen. die bevölkerung der usa umfasst 305.548.183 menschen (1. nov. 2008).
    in der elca sind 4,8 mio. lutheraner vereinigt !?

    martin luther würde sich ohnehin im grabe umdrehen, ob dieser vereinsmeierei.

    ausschlaggebend ist doch allein die tatsache, dass "alle religionsgemeinschaften" ein gesellschaftliches zusammenleben ausserhalb "ihrer" normen mit allen, vor allen dingen auch sehr fragwürdigen mitteln, verhindern wollen !

    warum distanziert sich nie ein "kirchenoberer" von solchen exzessen ???
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#5 LorenProfil
  • 09.09.2009, 18:41hGreifswald
  • Was die katholische Kirche in Maine angeht:
    Im Westen nicht Neues (leider).

    Zu den beiden Pfarrern, die Obama den Tod
    wünschen:
    Hoffentlich werden irgendwelche religiöse Eiferer
    und Wirrköpfe auf diese Weise nicht ermutigt,
    einen Anschlag auf Obama zu verüben. Es gibt
    schon genug Verbrecher, die sich auf einen von
    ihnen postulierten "göttlichen Willen" berufen
    und ihre Morde als Vollstreckung desselben dar-
    stellen.
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#6 Julian D.Anonym
  • 09.09.2009, 19:12h
  • Also bei allem Verständnis für unterschiedliche Positionen, aber wenn Leute sogar "beten", damit andere Menschen sterben, dann zeigt das, dass diese Menschen nichts mehr mit Religion am Hut haben, sondern diese nur missbrauchen, um Hass zu verbreiten.
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#7 goddamnedliberalAnonym
  • 09.09.2009, 19:16h
  • Antwort auf #5 von Loren
  • "Hoffentlich werden irgendwelche religiöse Eiferer
    und Wirrköpfe auf diese Weise nicht ermutigt,
    einen Anschlag auf Obama zu verüben."

    'Wirrköpfe', die auf unliebsame 'linke' Politiker und manchmal auch rebellische (eben protestantische!) Pastoren schießen, haben oft klar denkende Hintermänner. Gerade in den USA. Möge Obama nicht den Weg der Kennedys, von Martin Luther King und Harvey Milk gehen....

    Sicher bin ich mir da leider nicht!
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#8 Julek89
  • 09.09.2009, 19:20h
  • Also, das muss man sich doch echt mal reinziehen. Jetzt fangen diese verklemmten, in Clownskostümen steckenden Hassverbreiter schon an, Menschen den Tod zu wünschen! Menschen, die sich für Gerechtigkeit einsetzen!!

    Naja gut, wenn es Gott wirklich geben würde und er Einfluss darauf hätte UND dann auch noch DAS wollte, wie diese kranken "Menschen" wollen, dann hätte er sich die "passenden" Leute schon geholt!!!
    HAT ER ABER NICHT!!! ALSO!!! Bla bla halt!

    Oh man, ich weiß echt nicht,was diese Leute konsumieren!!!

    Übrigends: Leute, geht am 27. Sept. wählen!!!

    Wählt nur nicht die CDU/CSU!!!

    Denn man sieht ja, was in diesen christlichen Köpfen steckt!

    Anscheinend nicht viel!

    Ich persönlich werde meine Stimme den Linken geben! (So am Rande ;-))
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#9 TimmAnonym
  • 09.09.2009, 19:36h
  • @Alexander
    Nein der Artikel ist verfälschend, wenn er solche Überschriften wählt. Das muss schon viel konkreter in der Überschrift beschrieben werden, um welche jeweilige Kirche es sich handelt.

    In dieser Form lehne ich den Artikel und insbesondere die Überschrift ab.
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#10 jayadevaAnonym
  • 09.09.2009, 20:16h
  • Die Ablehnung von Schwulen (mal mehr, mal weniger ausgeprägt) verbindet alle Kirchen und Religionen. Dass einzelne ihrer Vertreter damit nicht konform gehen, macht die Sache nicht besser!
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