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In Italien ist es wieder zu brutalen Übergriffen auf Schwule gekommen. Überwachungskameras sollen nun Schlimmeres verhindern, die Opposition will ein "Gesetz gegen sexuelle Intoleranz" ins Parlament einbringen.

Die italienischen Medien haben in den vergangenen Wochen über eine Welle der Gewalt in Rom und anderen Städten berichtet. Zuletzt wurde ein 26-Jähriger in Florenz, der kurz zuvor an einer Demonstration gegen homophobe Gewalt teilgenommen hatte, brutal zusammengeschlagen. Das Opfer wurden vergangene Woche der Kiefer, das Jochbein und die Nase gebrochen. Er hat sich inzwischen mehreren Operationen unterziehen müssen. Die Ärzte setzten dem Mann sieben Metallplatten mit 30 Schrauben ein, um die Schäden in seinem Gesicht zu korrigieren.

Der mutmaßliche Täter wurde inzwischen festgenommen. Dabei handelt es sich um einen 32-jährigen Bauarbeiter aus einer Kleinstadt in der Lombardei. Er wurde anhand von Aufnahmen durch Überwachungskameras überführt. Gianni Alemanno, der Bürgermeister Roms, forderte daher, an allen öffentlichen Plätzen derlei Kameras aufzustellen. Gegner Alemannos warfen ihm dagegen vor, selbst eine Atmosphäre des Hasses zu erzeugen, der sich nun entlade. Mit seiner Wahl im vergangenen Jahr sei Rom eine "offene Stadt für die Faschisten" geworden. Alemanno, der seine Karriere bei den Neofaschisten begann und nun Mitglied in Silvio Berlusconis Partei ist, hat nach seiner Wahl ein CSD-Verbot in Rom gefordert (queer.de berichtete).

Opposition startet Gesetzesinitiative

Die Opposition fordert dagegen härtere Strafen für hassmotivierte Gewalttäter. Die lesbische Abgeordnete Paola Concia hat deshalb am Montag einen Gesetzentwurf ins italienische Parlament eingebracht, das höhere Strafen vorschreibt, wenn ein Täter aus "sexueller Intoleranz" Gewalt anwendet. Derlei Gesetze stammen vor allem aus dem amerikanischen Strafrecht. Hier wird eine härtere Strafe für Täter vorgeschrieben, die ein Opfer nur wegen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe angreifen.

Homo-Aktivisten haben bereits mit Demos in mehreren Städten auf die gewalttätige Atmosphäre aufmerksam gemacht. Für Freitag ist ein Sit-in vor dem Parlament angekündigt. Am 24. September ist eine Großkundgebung in Rom geplant, an dem auch Bürgermeister Alemanno und andere hochrangige Politiker teilnehmen wollen. (dk)



11 Kommentare

#1 hwAnonym
  • 14.09.2009, 19:00h
  • Die Demo kann aber nur ein Anfang sein.
    Das System ist krank.
    So krank wie hier, nur sichtbarer.

    Bei sozialen Protesten der letzten drei Jahre, war in Griechenland und Italien auffällig, dass faschistische Schlägerbanden öffentlich, bei Tage, Raum gegeben wurde, friedliche Demonstranten eine Portion Extra-Einschüchterung zu verpassen, indem die Symbolfiguren des staatlichen Gewaltmonopols, die Polizeien, zuschauten und gewähren ließen.

    In Griechenland konnte man sogar filmisch und fotographisch die Verwobenheit der Neofaschisten mit dem Polizeiapparat dokumentieren (z.B. Austeilung der Schlagwaffen).

    Der Anstieg schwulenfeindlicher Gewalt, entspricht der Zunahme jeglicher Form von alltäglicher Gewalt gegen Kinder, Illegale, Frauen, Roma undSinti, Saisonarbeiter, Obdachlose, sozial Schwache, Farbige, Juden/Moslems, Kommunisten, Gewerkschafter und GLBTs.

    Hier Bilder als Beispiel, wenn der rechte Mob, mit oder ohne V-Camara-Überwachung, Zeichen setzen darf.

    Wie sagte der alte Römer: Sie trieben alles unter den Augen aller...

    www.vorwaerts.ch/wordpress/wp-content/uploads/2008/10/scontr
    i17-300x199.jpg


    www.vorwaerts.ch/wordpress/wp-content/uploads/2008/10/scontr
    i19-300x199.jpg


    www.vorwaerts.ch/2008/10/30/rom-neofaschisten-verprugeln-stu
    denten/


    Die Wolken von Wirtschaftskrisen tragen immer den Regen des Faschismus in sich.

    Mussolini '22
    Piłsudski '26
    Salazar '32
    Hitler '33
    Schuschnigg '34
    Metaxas '36
    Franco '36
    Pavelic '41

    Ich wähle DIE LINKE. Ich will hier mit möglichst vielen, möglichst sicher, auf der Straße demonstrieren, mit einer möglichst großen Fraktion im Bundestag, die bisher als einzige nicht neoliberal ist.
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#2 Julek89
  • 14.09.2009, 19:13h
  • Tja, Italien kann man homorechtlich eigentlich auch zu Osteuropa zähen, obwohl man sagen muss, dass Länder wie Tchechien oder Slowenien viel weiter sind...naja...die liegen ja auch nicht wirklich in Osteuropa...

    Vielleicht merken die ja mal, dass die alle damit nicht weiter kommen...
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#3 Good ol friendAnonym
  • 14.09.2009, 20:06h
  • An Zynismus wohl kaum zu überbieten:

    Die, die mit ihren erzreaktionären Freunden aus dem Vatikan und anderen Ewiggestrigen beständig Stimmungsmache gegen alle, die irgendwie "anders" sind, betreiben,

    missbrauchen dann die resultierende Gewalt gegen Schwule, um ihre Pläne für den totalen Überwachungsstaat weiter voranzutreiben.

    Wenn wir uns von so etwas und für so etwas vereinnahmen lassen, sind wir selbst schuld.

    Allerdings ist ein "Gesetz gegen sexuelle Intoleranz", das aus nichts anderem als der Androhung härterer Strafen besteht, ganz genauso unsinnig. Und vor allem können es deren Propagandisten mit einer neuen SexualAUFKLÄRUNG und der Ächtung/Ahndung der Anfänge von Gewalt (z.B. Beleidigungen, Hassrede etc.) sowie einem Ende der mittelalterlichen Heteronormativität nicht wirklich ernstmeinen.

    Mein guter Rat an unsere italienischen Freunde: Lasst euch nicht zu Idioten von Neofaschisten und Freiheitsräubern machen, die leider immer mehr die Politik in Europa dominieren.
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#4 gatopardo
  • 14.09.2009, 22:32h
  • Ach ja, Krokodilstränen gefällig ? Alemanno wird auch von Schwulen gewählt, wie auch einige meiner ehemaligen schwulen ital. Freunde zu rechten Parteien und zum Faschismus neigen, weil sie ihren national-katholischen Aposteln mehr "Ordnung" zutrauen. Vielleicht muss man sich aber dennoch zusammennehmen, um seine Wut nicht auf diejenigen Italiener zu entladen,die dem Treiben in diesem aussergewöhnlichen Land ein Ende bereiten möchten und ohnmächtig zusehen müssen, wie jene heuchlerische Allianz von Vatikan, Kardinälen, christlichen Politikern und Mafia die allgemeine Moral verteidigt.
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#5 hwAnonym
  • 15.09.2009, 02:30h
  • Hier noch ein filmischer Eindruck zum Wüten des faschistischen Mobs auf offener Straße, bisher nur in Rom.

    Er zeigt sehr gut die brutale kriminelle Energie,
    am helligsten Tage !

    Solche Schlägertruppen wurden in wirtschaftlichen Krisenzeiten gerne z.B. in den USA, Italien, Griechenland, Chile gegen streikende Arbeiter oder demonstierende Studenten und Berufsgruppen in der ersten Einschüchterunsphase eingesetzt.
    Liberale reden so etwas gerne herunter, um in der heißen Phase abzutauchen. Danach faseln sie von innerer Emmigration, zwecks Werteerhalt - wohl wahr- und archaischer Schläue.

    Hier zum Filmbericht 2008, lief nicht in Cannes oder Venedig.
    Die ca. ersten 11 Sekunden sind Werbung.
    Die Polizei ging gegen die Opfer vor.

    tv.repubblica.it/copertina/scuola-scontri-a-piazza-navona/25
    719?video
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#6 alexander
  • 15.09.2009, 06:47h
  • der teufelskreis, der von neoliberalen und konservativen bewusst gefördert wird, funktioniert.
    man schafft eine allgemeine verunsicherung, um dann mit grossem tamtam die "öffentliche ordnung" wiederherzustellen.
    und sogar schwuletten wählen dann diese parteien, um wieder unbeschadet in der öffentlichkeit knutschen zu können, glauben sie ?
    und die kirche mischt kräftig mit !
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#7 goddamnedliberalAnonym
  • 15.09.2009, 13:39h
  • Antwort auf #4 von gatopardo
  • Ich kenne zwar keine faschistoiden ital. Schwulen, gutkatholische mit einer Neigung zu entsprechenden Parteien schon. Das Problem vieler Italiener ist, dass sie - selbstverliebt, wie sie nun mal oft sind - denken, dass in ihrem Land die Dinge ja nie so heiß gegessen werden, wie sie gekocht werden und dass sie sich gerade deswegen den Mund verbrennen, wenn die Lage dann doch mal ernst wird. Tja, und dann ist es leider zu spät...

    Zum Vatikan:

    Wie spricht der 'Stellvertreter'?

    "Wenn eine solche Behauptung aufgestellt und homosexuelles Tun folglich als gut akzeptiert wird oder wenn eine staatliche Gesetzgebung eingeführt wird, welche ein Verhalten schützt, für das niemand ein irgendwie geartetes Recht in Anspruch nehmen kann, dann sollten weder die Kirche noch die Gesellschaft als ganze überrascht sein, wenn andere verkehrte Vorstellungen und Praktiken an Boden gewinnen sowie irrationale und gewaltsame Verhaltensweisen zunehmen." (Ratzinger 1986)

    Das heißt im Klartext: Wenn es in gutkatholischen Ländern wie Italien homophobe Gewalt gibt, dann sind die Schwulenbewegung und die mit ihr verbündeten polit. Kräfte daran schuld!
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#8 FloAnonym
  • 15.09.2009, 15:02h
  • Das wundert mich nicht:
    Wer Hass sät wird Gewalt ernten...

    Wenn die Politik immer gegen Schwule und Lesben wettert und uns als Menschen 2. Klasse darstellt, liefert sie damit Gewalttätern die Rechtfertigung für ihre Taten.

    Die Täter der Worte sind keinen Deut besser als die Ausführer der Taten.
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#9 kaysiProfil
  • 15.09.2009, 22:39hBangor
  • Antwort auf #7 von goddamnedliberal
  • Hat ja auch was wenn wir uns verstecken uns klein halten und unsere Gefühle verheimlichen gäbe es auch weniger übergriefe da hat der Papst doch ganz recht (Das war ein Scherz)

    Leider müssen wir immer noch damit fertig werden dennoch ruft der Papst im gegensatz zu anderen religiösen Führern nicht zur Gewalt gegen Homosexuelle auf (wer hätte gedacht das ich den Papst jemals in schutz nehme) dennoch basieren Homophobe immer wieder und öfter ihre Taten mit "In der Bibel steht" Oder "Der Papst sagt aber" sehr schade und natürlich auch schlecht für die Konfessionenn die sich für uns einsetzt
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#10 axelwEhemaliges Profil