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In Düsseldorf und Mainz soll ein jamaikanischer Sänger auftreten, der zur Ermordung von Schwulen aufruft. Der LSVD hat nun an den Veranstalter appelliert, das Konzert abzusagen.

O'Neil Bryan will am 25. September unter seinem Künstlernamen Elephant Man im Düsseldorfer Rheingold-Club auftreten. Bereits für den 19. September ist ein Konzert in Mainz geplant. Der Lesben- und Schwulenverband hat nun die Veranstalter auf die Texte des 34-Jährigen hingewiesen, der in mehreren Songs dazu aufruft, Schwule mit dem Maschinengewehr zu ermorden ("A Nuh Fi Wi Fault", "We Nuh
like Gay" und "Log on"). Die Songs werden zwar normalerweise nicht in Europa aufgeführt, auf Jamaika gehören sie aber zu großen Klassikern. Elephant Man hat sich bislang nicht von den Titeln distanziert und verdient nach wie vor an dessen Verkauf.

Der LSVD argumentiert, dass eine Aufführung in Deutschland gesetzeswidrig sei: "Uns scheint bei den oben genannten Titeln und Mordaufrufen der Tatbestand der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten gemäß Paragraf 111 StGB und der Tatbestand der Volksverhetzung gemäß Paragraf 130 StGB gegeben zu sein, sofern die besagten Songs zur Aufführung gebracht werden sollten. Strafbar machen sich in diesem Fall auch die Veranstalter", erklärte LSVD-Geschäftsführer Klaus Jetz. Man habe deshalb auch den Staatsschutz eingeschaltet.

Bereits im vergangenen Jahr verbuchten Homo-Aktivisten einen Erfolg gegen Elephant Man: Damals sind Konzerte in Stuttgart, München, Hamburg und Dortmund (queer.de berichtete). Außerdem indizierte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien die CD "Log on" wegen der schwulenfeindlichen Texte.

Vergangenen Monat führte der LSVD-Protest zudem zur Absage eines in Hamburg geplanten Konzerts des jamaikanischen Sängers Sizzla (queer.de berichtete). Der 33-Jährige ruft in mehreren Liedern ebenfalls zur Ermordung von Schwulen auf. So verlangt er in "Pump up", schwule Männer zu verbrennen oder zu erschießen.

Auf Jamaika gab es in den letzten Jahren wiederholt Übergriffe auf Schwule, bei denen Dutzende Menschen getötet worden sind. Für internationale Aufmerksamkeit sorgte vergangene Woche die Ermordung des britischen Generalkonsul John Terry (queer.de berichtete). Die Reggae-Sänger heizen die homophobe Stimmung mit Liedern über Lynchjustiz weiter an. Homosexualität wird auch juristisch als Verbrechen geahndet: Darauf stehen zehn Jahre Haft mit Zwangsarbeit. (dk)



38 Kommentare

#1 LorenProfil
  • 14.09.2009, 18:22hGreifswald
  • Und immer wieder muss gesagt werden:
    Solche singenden Hassprediger haben auf
    deutschen Bühnen nichts verloren und sollten
    nicht anders behandelt werden als deutsche
    Sänger oder Gruppen mit rechtsextremisti-
    schen und volksverhetzenden Texten.
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#2 maciicxProfil
  • 14.09.2009, 19:22hpnkw
  • Antwort auf #1 von Loren
  • sie haben auch auf jamaicanischen bühnen nichts verloren.
    dem unheil mit nationalismus oder festung europa begegnen zu wollen halte ich immer noch für den falschen weg. (gibt mir ruhig rot...)

    "und sollten nicht anders behandelt werden als deutsche Sänger oder Gruppen mit rechtsextremisti- schen und volksverhetzenden Texten."

    japp. vor allem sollten sie nicht anders behandelt werden als deutsche sänger mit homophoben texten. wenn man die so behandeln würde wie sie es verdienen. geschieht dummerweise nur selten.
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#3 FloAnonym
  • 14.09.2009, 20:58h
  • Wieso muss man da immer arroganze Veranstalter, die nur ihren Profi im Auge haben, anbetteln?

    Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass man nicht öffentlich zu Mord oder sonstiger Gewalt aufrufen darf (egal, ob in Liedform oder anderswie).

    Würde zu Mord an irgendwelchen anderen Gruppen aufgerufen, gäb es schon längst Auftrittsverbote, deren Einhaltung die Polizei prüfen und notfalls durchsetzen würde! Oder die entsprechenden Leute hätten gar Einreiseverbot in Europa! Aber sobald es um Schwule geht, sehen Poltik und Strafverfolgungsbehörden tatenlos zu!!

    Wann wird das endlich gestoppt?! Wann werden Politik und Justiz endlich aktiv?!
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#4 TimmAnonym
  • 14.09.2009, 23:04h
  • AUf keinen Fall soll so ein Mensch hier auf deutschen Bühnen singen dürfen.

    Schlimm genug, dass er damit in Jamaika Erfolg hat und Geld verdient, aber hier in Deutschland können wir dies verhindern.
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#5 NorthsideProfil
  • 14.09.2009, 23:49hHamburg
  • Antwort auf #1 von Loren
  • Ja, ist schon ein toller Laden das Rheingold Düsseldorf. Bietet Musiker eine Bühne, die zur Ermordung von Minderheiten aufrufen (laut SVD). Aber nicht nur das, so mit Urheberechte und Lizenzierung sieht man es auch nicht so eng und nimmt einfach Texte aus Wikipedia als Ankündigung für diesen *******.
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#6 LorenProfil
  • 15.09.2009, 10:34hGreifswald
  • Antwort auf #2 von maciicx
  • Ich gebe dir vollkommen Recht, nur werden sich
    Konzertveranstalter in Jamaika wohl kaum vom
    Ausland vorschreiben lassen, wen sie dort auf-
    treten lassen und wen nicht, schon gar nicht bei
    Sängern, die dort beim Publikum erfolgreich sind.
    Gegebenenfalls wäre es denkbar, dass interna-
    tionale und jamaikanische LGBT-Organisationen
    solche Auftritte in Jamaika anprangern (und
    Menschenrechtsorganisationen auch). Meine
    Aussage bezog sich auf Auftritte in Deutschland,
    da wir hier Einfluss auf Konzertveranstalter ...
    ausüben können, um solche Auftritte zu verhin-
    dern.
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#7 MarekAnonym
  • 15.09.2009, 19:57h
  • Wirklich eine Schande; bei Mordaufrufen gegen andere Gruppen würden Politik und Justiz längst aktiv werden. Aber es geht ja wieder mal nur um uns Untermenschen...

    Es wird Zeit, dass andere Politiker Deutschland und die EU regieren...
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#8 Top-SecretAnonym
  • 15.09.2009, 22:50h
  • Ich kann Eure Argumentation zwar nachvollziehen, finde die Forderung nach einem Auftrittsverbot in Deutschland aber trotzdem nicht richtig. Der Grund: Ich höre seit Jahren Reggae und Dancehall und kann aus Erfahrung sagen, dass ich noch keine einzige Person getroffen habe (und ich habe viele getroffen), die Schwulenhass unterstüzt/gut findet/fördert. Das ist nun mal Teil der jamaikanischen Kultur...wie gesagt...ich kann es auch nicht nachvollziehen, habe allerdings auch kein Problem damit, da keiner seine Aussagen ernst nimmt und daraufhin Schwulenhass entwickelt.
    Ich war bei einem Elephant Man Auftritt in Wuppertal und kann nur sagen, dass das die beste Party meines Lebens war und weder agressive, noch gewaltverherrlichende Einflüsse auf das Publikum hatte. Alle hatten enoren Spaß und es war ein freundliches + friedliches Miteinander. Des weiteren (ich bin mir darüber bewusst, dass dieses Argument vermutlich nicht ankommt) versteht fast keiner den Text. Ich würde behaupten, dass mehr als 75% des Publikums nicht die genauen Textinhalte übersetzt wiedergeben könnte.
    Resumee: ich würde es äußerst bedauern wenn ich aufgrund einiger Textpassagen die manchen widersprechen, kein Aufftritt dieses Top-Entertainers mehr genießen dürfte. Würde dafür dann auch ins Ausland fahren, wie gesagt....die beste Party meines Lebens. Gruß
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#9 MichiAnonym
#10 juicy beats =)Anonym
  • 16.09.2009, 10:39h
  • homophobie ist schlimm jedoch schüttet ihr nur benzin ins feuer wenn ihr solche auftritte komplett verbieten wollt... nur ein sehr geringer teil seiner songs ist homophob... ihm sollten nur die homophoben songs verboten werden zu spielen.... dies wäre ein kompromis mit dem alle seiten einverstanden sind und 100000x mehr für beide seiten bringen würde... ihr müsst bedenken dass die aller meisten reggae / dancehall fans in deutschland absolut gegen homophobie sind und durch absolute auftritt verbote, welche durch homosexuelle veranlasst werden, aller höchstens nur zur homophobie getrieben werden!... somit würde man mit absoluten auftritt verboten nur genau das gegenteil erreichen!... man muss eine einigung finden um homophobie aus der welt zu schaffen und und darf auf gar keinen fall neues futter in den käfig geben!!!....
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