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Das Parlament der indonesischen Provinz Aceh hat einstimmig beschlossen, Schwule künftig auszupeitschen und für bis zu acht Jahre ins Gefängnis zu bringen - Ehebrechern droht gar die Steinigung.

Die halbautonome Provinz an der Nordwestspitze der Insel Sumatra hat bereits 2003 als einziger Teil Indonesiens die Scharia eingeführt. Mit dem jetzt erlassenen Gesetz, dem alle 69 Abgeordneten des Provinzparlaments zustimmten, soll die Hinwendung zu einer orthodoxen Form des Islam weitergeführt werden. Das Gesetz soll in 30 Tagen in Kraft treten. Es gilt offiziell nur für Muslime.

Im April hatte bei den Parlamentswahlen zwar die liberalere Aceh-Partei gegen Hardliner gewonnen, allerdings nimmt das neue Parlament erst kommenden Monat seine Arbeit auf. Selbst für Gegner der drakonischen Strafen ist es hart, diese wieder abzuschaffen, da dies von Klerikern als Angriff auf den Islam gedeutet werden und möglicherweise Unruhen auslösen könne.

Menschenrechtsaktivisten erklärten, dass das Gesetz gegen internationale Vereinbarungen verstoße, die das Land unterzeichnet habe. Im Rest Indonesiens, zu dem auch das beliebte Touristenziel Bali gehört, ist Homosexualität weiterhin legal. Ein Versuch des Justizministeriums, gleichgeschlechtliche Liebe mit zwölf Jahren Haft zu bedrohen, ist 2002 gescheitert.

Der Islam erreichte Aceh bereits im 8. Jahrhundert, weit früher als andere Teile Indonesiens. Daher entwickelte sich dort eine orthodoxere Auslegung, die der Religionsinterpretation in Saudi-Arabien ähnelt. In der 4,2 Millionen Einwohner zählenden Provinz gibt es seit Jahrhunderten separatistische Bestrebungen, erst gegen europäische Kolonialmächte, dann gegen die Zentralregierung in Indonesien. Diese gewährte der Provinz 2001 größere Rechte an die Provinz, um den Aufstand zu beenden.

Eine andere indonesische Provinz sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen, als dort beschlossen wurde, HIV-Positive zwangsweise einen Mikrochip einzusetzen (queer.de berichtete). Damit wollte die Provinz Papua Patienten von sexuellen Kontakten abhalten. Nach internationalen Protesten ließ man dieses Vorhaben wieder fallen (queer.de berichtete). (dk)



65 Kommentare

#1 seb1983
#2 LorenProfil
  • 15.09.2009, 16:15hGreifswald
  • Ein weiteres Argument dafür, dass Staat und
    Religion strikt getrennt sein müssen. Die
    Lesben und Schwulen in Aceh, die nun unter
    dieser den allgemeinen Menschenrechten wider-
    sprechenden Gesetzgebung zu leiden haben,
    benötigen nun die internationale Solidarität
    aller Lesben und Schwulen, ihrer Interessenver-
    bände, von Menschenrechtsorganisationen und
    nicht zuletzt eine scharfe Verurteilung dieser
    Gesetzgebung durch die Regierungsvertreter
    vor Ort (Botschafter).
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 15.09.2009, 17:03h
  • Mit dieser Entscheidung haben sich die Provinz und die Insel Sumatra als Urlaubsziel für die weltweite Regenbogen-Community disqualifiziert! Als ich in Hamburg wohnte, hatte ich schwule Bekannte, die ihren Urlaub auf Bali verbrachten. Da scheint noch die Welt in Ordnung zu sein.

    Schwule auspeitschen - die haben wohl zuviele von den alten Piratenfilmen gesehen! Bleibt zu hoffen, daß die Nachfolgeregierung diesen Unsinn wieder abschafft!
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#4 hwAnonym
  • 15.09.2009, 17:11h
  • Antwort auf #1 von seb1983
  • Folgekrankheiten des Kolonialismus, des 2. Großen Weltwirtschaftskrieges(39-45) und eines gescheiterten "relativ aufgeklärten Nationalismus" (s. z.B Türkei), Folgen des "Kalten Krieges", s. US-Taliban, rechte Diktatoren und ihre internationalen Freunde.

    Ja, und so hat es einen Hauch von Iran. Auch dort wurde früh -und seit Obama offiziell bestätigt- die Perspektive eines zivilisierten Staates erwürgt, erschlagen, erschossen und inhaftiert.

    Was begann, wie vor Jahrzehnten in Portugal,
    endete so......

    Indonesiens Generäle entfesselten vor 40 Jahren einen der schlimmsten Massenmorde des 20. Jahrhunderts (CIA-Quelle)

    www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Indonesien/1965-massa
    ker.html


    ". Die Armee und islamische Kämpfer ermordeten in den folgenden Monaten hunderttausende Kommunisten, vermeintliche Anhänger und politische Gegner. Gleichzeitig brachen jahrhundertealte Ressentiments gegen die chinesische Minderheit auf und mündeten in den Völkermord an den Chinesen Indonesiens..."

    de.wikipedia.org/wiki/Sukarno

    "...Ex-Machthaber Suharto gestorben
    Das Ende eines skrupellosen Diktators
    Der frühere indonesische Machthaber Suharto ist tot. Der 86-Jährige, der das Land von 1967 bis 1998 mit harter Hand regiert hatte, verstarb in Jakarta. Er galt als einer der korruptesten Diktatoren der jüngeren Geschichte. In seiner Amtszeit wurden Hunderttausende verfolgt und ermordet.

    www.tagesschau.de/multimedia/bilder/suharto10_v-mittel16x9.j
    pg


    www.tagesschau.de/ausland/suharto6.html
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#5 seb1983
  • 15.09.2009, 17:44h
  • Antwort auf #4 von hw
  • Naja Indonesien hat ja zu den Niederlanden gehört, und die haben sich in Europa was Schwulenrechte angeht inzwischen ganz gut gemacht...

    Ich fand es nur lustig dass immer wieder von einem angeblichen "roll back" in Deutschland gesprochen wird, während Länder wie Indonesien versuchen Homosexualität wieder unter Strafe zu stellen und dann zumindest in Provinzen Peitschenhiebe einzuführen.
    Peitschenhiebe.... das muss man sich mal vorstellen!! Da wird ja sogar der Vatikan zum Schwulenparadies (was er inoffziell eh schon ist).
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#6 XDAAnonym
#7 JoachimhAnonym
  • 15.09.2009, 18:20h
  • Antwort auf #4 von hw
  • Selten so viel Blödsinn von Dir auf einem Haufen gelesen. Gerade Aceh - und um diese teilautonome Provinz geht es - ist das schlechtest geeignete Beispiel, um Schwulenverfolgung als simple Folge des Kolonialismus darzustellen.

    Im Gegensatz zum restlichen Land war diese Provinz am kürzesten unter niederländischer Besatzung gestanden und hatte über ein Jahrtausend durchgehend mehr oder minder Eigenständigkeit, hervorgegangen aus einem der ersten islamischen Königreiche am Indischen Ozean.
    Daraus erklärt sich auch die Sonderstellung des eher archaischen geprägten Islam in Aceh im Ggs. zum restlichen Indonesien.

    Merke: Gehirnwäsche funktioniert nur bei Menschen, die nicht selbst denken!
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#8 hwAnonym
  • 15.09.2009, 18:26h
  • Antwort auf #5 von seb1983
  • Natürlich sind solche Strafen, wie auch Folter zur
    Verhaltensänderung oder Beweismittelbeschaffung
    für Gerichtsverfahren, mittelalterlich. Brennende Schmerzen statt megapanische Todesangst durch Ersticken (water-boarding). Halt barbarisch.

    Gar keine Frage. Das touristische Druckmittel wird nicht greifen, weil die Familien und Cliquen des oben abgebildeten Kleptokraten und Schwarzgeldmoguls sich diesen Geldbrunnen von Anfang an unter den Nagel gerissen haben.

    Eine neue einflußreiche ökonomische Schicht mit
    Eigeninteressen, wie sie sich bei uns über Jahrhunderte herausbildete und sich z.T. transformierte, entstand dort nicht.

    Die erzeugt in der Fläche gerade Erdogan in der Türkei, ungewollt zum Wohle der nächsten und übernächsten schwulen Generation, durch konsequentes Umleiten von Finanzströmen.

    Mein erster Ex-Partner hat Hotels in Thailand und Indonesien. Von daher kenne ich aus etwas anderer Sicht weitere "politische" Gepflogenheiten", Um-, Auf- und Zustände.

    Wenn du auf ein paar Jahrzehnte zurückschauen kannst, wirst du Entwicklungen im Überblick auch neu sortieren und bewerten.
    Aber bitte nicht nicht mit 30 wie 50 oder 60 sein. Und sich das kindliche "warumeeee ?"
    erhalten - oder entwickeln.
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#9 axelwEhemaliges Profil
  • 15.09.2009, 18:35h
  • Tja, so ist das dort.

    Was dagegen tun? Naja, solange es noch Schwuppen gibt, die dort Urlaub machen, wird sich daran nichts ändern.

    Was hat Indonesien sonst noch zu bieten? Mal abgesehen von Sonne, 100% Luftfeuchtigkeit und Stränden nicht sehr viel, aber ein Großteil der Komponenten für PC`s stammt von dort. Leider.
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#10 hwAnonym
  • 15.09.2009, 18:45h
  • Antwort auf #7 von Joachimh
  • Wo sprach ich von simpler Folge ?

    Kann es sein das du Gläubiger der Kirche des 11.Septembers bist ?

    Die nehmen anders wahr. Das stimmt.

    Die lesen den ca. 40 Millionen Dollar teuren Kongress Report über den Samenausstoß eines Präsidenten, den ca. 3 Millionen Dollar teuren Report über 9/11 und freuen sich, das nach einer Weile freihändig aufsagen zu können. Andere Liga.

    Gleich kommt das V-Wort.
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