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Der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck hat das Innenministerium gebeten, die Einreise von Elephant Man zu verhindern – bei seinen Songs handele es sich um "Hassmusik", wie sie auch von rechtsextremistischen Bands verbreitet werde.

Der jamaikanische Sänger solle auf die EU-Liste der Personen gesetzt werden, die den Schengen-Raum nicht betreten dürfen, fordert Beck. Grund: Elephant Man ruft in mehreren Songs zur Ermordung von Schwulen auf ("Queers must be killed! Take them by surprise").

Zwar würde er diese Lieder nach Angaben der Veranstalter bei den geplanten Konzerten in Mainz (am 19. September) und in Düsseldorf (am 25. September) nicht spielen. Allerdings hat er sich bislang von den Liedern nicht distanziert und verdient weiter an deren Verkauf. Der Lesben- und Schwulenverband forderte deshalb eine Absage der Verbote und schaltete den Staatsschutz ein (queer.de berichtete).

"Man bekommt vielleicht diese Hassmusik nicht aus der Welt; aber man kann dafür sorgen, dass damit in Deutschland kein Euro zu verdienen ist", so Beck, der seit 1994 für die Grünen im Bundestag sitzt. "Dies gilt für Reggaesänger aus Jamaika wie für rechtsextremistische Neonazi-Bands oder bestimmte deutsche Rapper". Er kritisierte dabei die Untätigkeit der Bundesregierung: "Es ist unverständlich, dass die Bundesregierung jetzt nicht von selber tätig wird." Der 48-Jährige erinnert daran, dass die Konzerte von Elephant Man im letzten Jahr wurden nach abgesagt worden seien, nachdem er und andere Aktivisten ein Einreiseverbot gefordert haben (queer.de berichtete).

Veranstalter bleiben hart

Die deutschen Veranstalter der Konzerte haben mit den Mordaufrufen des Künstlers hingegen keine Probleme – solange er nicht während des Konzertes die Tötung von Schwulen fordert: "Wir können dem Künstler ja nicht verbieten, solche Aussagen beispielsweise in Interviews zu tätigen", erklärte Marie Omnitz, Sprecherin des Rheingold-Clubs in Düsseldorf, nach Angaben von zeit.de. Sie vergleicht Elephant Man mit einer populären deutschen Band: "Es gab auch mal ein Album der Ärzte, das indiziert wurde". Omnitz verschweigt dabei allerdings, dass die Ärzte-Songs Jugendschützer hauptsächlich wegen der Beschreibung ungewöhnlicher Sexpraktiken erregte – nicht wegen Mordaufrufen. (dk)

Nachtrag (14:00 Uhr): Nach Informationen des Lesben- und Schwulenverbandes wurde das geplante Konzert im Mainz abgesagt. Der Geschäftsführer des Veranstalters Europalace GmbH erklärte gegenüber dem LSVD, dass man von den homophoben Songs des Interpreten nichts gewusst habe.



26 Kommentare

#1 Mister_Jackpot
  • 16.09.2009, 12:51h
  • Volker Beck hat wie immer recht und lässt sich da den Mund auch nicht verbieten. Bravo! Auch wenns nicht viel bringt, da Hass gegen Schwule auch bei uns in Deutschland mittlerweile wieder sehr salonfähig ist (wenn auch hinter vorgehaltener Hand)...die Veranstalter wissen das genau! So kann man auch Geld verdienen.....
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#2 LorenProfil
  • 16.09.2009, 13:07hGreifswald
  • Ich kann Volker Beck nur zustimmen. Auch sein
    Vergleich ist zulässig, da es sich in beiden Fällen
    um Aufrufe zu Gewalt und Mord gegenüber Men-
    schen handelt, die als minderwertig stigmatisiert
    werden (Homosexuelle, Ausländer).
    Ich habe dem Veranstalter in Düsseldorf gestern
    eine entsprechende Email gesendet, auf deren
    Antwort ich noch warte (wahrscheinlich vergeb-
    lich).
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#3 schwulenaktivist
  • 16.09.2009, 13:55h
  • Es ist seltsam, wie viele Homosexuelle bei uns ihre eigene Opfersituation verkennen und verharmlosen - nach dem Motto "solange mir nichts passiert ist's mir doch egal!" Kommen sie mal konkret an die Kandare, dann heulen sie ums Mitleid der Welt. Würden diese Jamaikaner so über die Frauen singen wie über die Schwulen, wäre wohl was los in der Politik!
    Wenn es uns allen egal ist, was über uns gesungen und verbreitet wird - auch im Ausland - wozu braucht es dann EPs und Adoptionen???
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#4 bananasEhemaliges Profil
  • 16.09.2009, 14:08h
  • Ich bin auch der Meinung, trotzdem, sorry, kann ich nicht verstehen, daß vor 5 Wochen, die Gruppe T.O.K beim Chiemsee-Reggae-Summer aufgetreten ist. Viele Wochen vor der Veranstaltung gabs eine Meldung, ich glaube, hier auf "queer"auch, daß der LSVD, Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Traunstein erstattet hat. Man hat nie wieder was gehört davon. Zur Erinnerung, 2008 hat der LSVD erreicht, das ein Album von denen auf den Index kam. 2009 passiert dann überhaupt nichts.
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#5 FloAnonym
  • 16.09.2009, 14:52h
  • Ein absolut passender Vergleich:
    der Unterschied ist nur, dass Politik und Justiz bei Neonazibands (zu recht) aktiv werden und einschreiten, aber bei Reggae-Hass-Musik gegen Schwule nichts tun.

    Das wird sich wohl auch erst ändern, wenn sich die politischen Verhältnisse in diesem Land ändern...
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#6 NielsAnonym
  • 16.09.2009, 15:08h
  • Wäre schon fair, wenn ihr für die Omnitz-Zitate zumindest die Quelle nennt/verlinkt.

    Nämlich: www.stoerungsmelder.org
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#7 KerberosAnonym
  • 16.09.2009, 16:59h
  • Also wirklich, der Typ ist selbst für die aufgetakelste Tunte noch eine Beleidigung. "Elephant Man" als Anspielung auf den Rüssel? Nun, wer da Übertreibungen nötig hat, der ist in der Regel eher zu kurz gekommen.

    Zurück zu Thema: Die gequirlte Scheiße die der feine Herr "Künstler" verbreitet findet ja im karibischen Raum TATSÄCHLICH reichlich "Abnehmer". Es geht also definitiv um Mord, um Anstiftung zum Mord, und um Beihilfe zum Mord. Was wäre wohl geschehen wenn z.B. während des "Dritten Reiches" deutsche "Künstler" auf Tournee in den USA oder Kanada zur Ermordung von Juden aufgerufen hätten?

    Ich finde, die EU ist modern und aufgeklärt genug, und sollte ALLEN Pennern die zu Hass und Mord aufrufen die Einreise grundsätzlich verweigern. Auch dann wenn diese angeblich entschärfte Texte verwenden wollen. Es ist kein gutes Zeichen, wenn die ganze Welt sehen kann, dass man mit Hass-Musik reich wird. Nachahmer und "Berufene" werden sich so genug finden.
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#8 MarekAnonym
  • 16.09.2009, 17:39h
  • Wenigstens die Grünen werden in solchen Fällen regelmäßig aktiv, wenn schon alle anderen Parteien nichts unternehmen...

    Ich bin sicher, in Regierungsverantwortung könnten die Grünen ganz verhindern, dass mit Mordaufrufen gegen Schwule Geld gemacht wird...

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    "Veranstalter bleiben hart. Die deutschen Veranstalter der Konzerte haben mit den Mordaufrufen des Künstlers hingegen keine Probleme"

    Nein, wo sich Geld verdienen lässt haben korrupte Menschen ohne Moral nie Probleme. Deswegen müssen Politik und Justiz ja einschreiten, weil es auf Freiwilligkeit eben nicht funktioniert.

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    "Wir können dem Künstler ja nicht verbieten, solche Aussagen beispielsweise in Interviews zu tätigen", erklärte Marie Omnitz, Sprecherin des Rheingold-Clubs in Düsseldorf"

    Nein, verbieten kann man das denen nicht, dass sie andernorts solche Aussagen tätigen. Aber solche Leute muss man auch nicht engagieren...

    Aber der Düsseldorfer Rheingold-Club würde wahrscheilich auch kein Problem damit haben, eine Naziband auftreten zu lassen, solange sie dort nur "harmlosere" Lieder singt.

    Mal ganz abgesehen davon, dass ich kaum glaube, dass dort jemand aufpasst, was genau der Typ sagt und singt und ihn notfalls von der Bühne holt...

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    "wurde das geplante Konzert im Mainz abgesagt. Der Geschäftsführer des Veranstalters Europalace GmbH erklärte gegenüber dem LSVD, dass man von den homophoben Songs des Interpreten nichts gewusst habe."

    Wenigstens ein Veranstalter zeigt sich einsichtig (wenngleich man natürlich fragen muss, ob er das wirklich nicht gewusst hat oder jetzt nur auf den öffentlichen Druck reagiert).

    Aber der Düsseldorfer Rheingold-Club hält ja daran fest. Die würden wohl auch Nazibands auftreten lassen, wenn sie keiner daran hindert.

    Umso wichtiger, dass Politik und Justiz endlich aus ihrem Schlaf aufwachen und aktiv werden - ist ja nicht das erste mal, das in Deutschland auf Veranstaltungen zu Mord aufgerufen wird.
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#9 FloAnonym
  • 16.09.2009, 17:53h
  • Antwort auf #8 von Marek
  • "Umso wichtiger, dass Politik und Justiz endlich aus ihrem Schlaf aufwachen und aktiv werden - ist ja nicht das erste mal, das in Deutschland auf Veranstaltungen zu Mord aufgerufen wird."

    Und wenn außer den Grünen nicht auch mal andere Parteien anfangen aktiv etwas dagegen zu unternehmen (statt nur zu labern oder gar überhaupt nicht zu reagieren) wird das auch nicht das letzte Mal sein, dass in Deutschland auf Veranstaltungen zu Mord aufgerufen wird.

    (Aber wie gesagt: bei allen anderen wäre das schon längst unterbunden, nur nicht, wenn es um Schwule geht...)
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