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  • 16. September 2009
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In Uruguay gibt es Unklarheiten, ob ein beschlossenes Gesetz wirklich das Adoptionsrecht für schwul-lesbische Paare beinhaltet.

Das Gesetz war letzte Woche unter dem Jubel von Homo-Aktivisten von beiden Kammern des Parlamentes verabschiedet worden (queer.de berichtete). Es gebe den "Kindern mehr Rechte, nicht den Erwachsenen", erklärte damals Senatorin Margarita Percovich.

Rechtsexperten bemängeln nun, dass der Entwurf nicht sauber formuliert sei. So sei in keinem Absatz direkt von gleichgeschlechtlichen Paaren die Rede. Außerdem würden in manchen Absätzen Adoptiveltern als "Mutter und Vater" beschrieben. So erklärte der Anwalt Juan A. Ramirez gegenüber der in Montevideo erscheinenen Zeitung "El País", dass das Gesetz nicht auf Homo-Paare angewendet werden könne, da diese nicht ausdrücklich erwähnt werden würden: "Jede objektive Interpretation des Gesetzes führt zu dem Ergebnis, dass schwule und lesbische Paare entweder vergessen worden sind – oder nicht erwähnt werden sollten. Die Abgeordneten haben sich nicht getraut, den Stier bei den Hörnern zu packen – sie haben es offen gelassen."

Senatorin Percovich erklärte dagegen, dass das Gesetz zwar Homo-Paare nicht ausdrücklich erwähne. Es sei allerdings deutlich, dass die Möglichkeit der Adoption durch Eingetragene Lebenspartner dem Geist des Gesetzes entsprechen würde – und daher zulässig sei. Immerhin sei die Bedingung entfernt worden, dass Adoptiveltern entweder verheiratet oder alleinstehend sein müssen. Sie sei sicher, dass Richter im Zweifelsfall die Adoption von Homo-Paaren zulassen würden.

Uruguay hat als erster und bislang einziger Staat Südamerikas Eingetragene Partnerschaften eingeführt (queer.de berichtete). Außerdem wurde das Homo-Verbot im Militär aufgehoben. Größter Gegner der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Land ist die katholische Kirche, der zwei Drittel der Bevölkerung angehören. Erzbischof Nicolas Cotugno hatte erklärt, dass eine Gleichstellung beim Adoptionsrecht den "fundamentalen Rechte des Menschen" widersprächen: "Diejenigen, die sich dazu entschließen, ein Leben in Homosexualität zu leben, haben sich gegen Nachwuchs entscheiden", so Cotugno. (dk)