Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?11054

Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses setzen sich für ein Ende des "Gesetzes zum Schutz der Ehe" ein, das die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Ehen durch Washington verbietet. Ein neuer Kulturkampf bahnt sich an.

Von Dennis Klein

Der demokratische Parlamentarier Jerrold Nadler hat einen entsprechenden Entwurf eingebracht, 91 der 435 Abgeordneten haben ihn inzwischen als Mitinitiatoren unterzeichnet. Der Antrag muss nun in den Ausschüssen behandelt werden.

Nadler will damit den "Defense of Marriage Act" abschaffen, der 1996 von einem republikanisch dominierten Kongress mit großer Mehrheit verabschiedet wurde. Damals kam die Angst auf, dass Gerichte aus Gleichberechtigungsgründen die Ehe für Schwule und Lesben in bestimmten Staaten öffnen könnten. Tatsächlich erlaubte Massachusetts im Jahre 2003 als erster Bundesstaat die Homo-Ehe (queer.de berichtete).

Homo-Paare: 1.100 Rechte vorenthalten

Das von Homo-Aktivisten als diskriminierend empfundene Gesetz beinhaltet zwei Bestimmungen: Erstens muss kein Staat die in einem anderen Staat geschlossene gleichgeschlechtliche Ehe anerkennen, wie es für heterosexuelle Paare der Fall ist. Zweitens muss auch Washington nur Ehen zwischen Mann und Frau anerkennen. Damit werden verheiratete schwul-lesbische Paare etwa bei der Bundeseinkommenssteuer wie Fremde behandelt. Außerdem gibt es Nachteile für ausländische Partner von Amerikanern: Schwule und Lesben erhalten selbst dann keine Green Card, wenn sie mit einem US-Bürger verheiratet sind. Insgesamt werden gleichgeschlechtlichen Paaren über 1.100 Rechte vorenthalten.

"Vor 13 Jahren wurde dieses Gesetz eingeführt, um die heterosexuelle Ehe zu schützen vor dem theoretischen Fall, dass Schwule und Lesben heiraten dürfen. Heute wird es nur dazu genutzt, schwul-lesbische Familien zu dämonisieren", erklärte der 62-jährige Nadler, der einen Wahlkreis in New York City vertritt. Auch die lesbische Abgeordnete Tammy Baldwin und der schwule Jared Polis unterstützen seinen Antrag.

Furcht vor Scheitern ist groß

Der dienstälteste offen schwule Abgeordnete Barney Frank zählt dagegen nicht zu den Unterstützern, da er fürchtet, dass der Antrag scheitern und die Homo-Rechte damit zurückwerfen könnte. Dem Antrag seines Parteifreundes Nadler gibt er kaum Chancen, aus den Ausschüssen heraus zu kommen.

Frank deutete an, dass die Republikaner damit die Furcht vor einer Vernichtung der Ehe schüren könnten und damit auch andere Projekte gefährdet seien. Dabei nannte er ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz, die Abschaffung des Homo-Verbots im Militär und die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften bei Bundesbeamten. Kritiker befürchten zudem, dass eine Diskussion über die Homo-Ehe die geplante Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama überschatten könnte.

Konservative Lobbygruppen sind bereits gegen die angestrebte Aufhebung von Ehe-Gesetzes Sturm gelaufen. So erklärte die American Family Association, dass man sich gegen die "Attacke auf die Ehe" wehren müsste, da sonst die "Schleusentüren für Homosexuelle" geöffnet werden würden. Auch republikanische Abgeordnete sind entrüstet: "Die traditionelle Ehe, eines unserer wichtigsten judäisch-christlichen Werte, steht mehr denn je unter Artilleriefeuer."



#1 FloAnonym
  • 17.09.2009, 15:23h
  • Ich hoffe sehr, dass sich die Demokraten gegenüber den Republikanern durchsetzen und die Vernunft und Menschlichkeit siegt!!

    Aber in den USA sehe ich leider schwarz:
    die Homohasser dort sind zahlreich und mächtig!!

    Wollen wir die Daumen drücken!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LorenProfil
#3 hwAnonym
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 19.09.2009, 12:08h
  • Das Gesetz zum Schutz der Ehe soll in den USA also abgeschafft werden! Finde ich ja ganz gut, nur was passiert, wenn man sich bei uns für die Streichung des Artikels 6 des Grundgesetzes einsetzen würde?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 joshiProfil
  • 19.09.2009, 16:33hBerlin
  • Antwort auf #4 von FoXXXyness
  • Ehe ist ein relikt aus dem christlichen mittelalter. heute kaufen noch nicht mal heteros ihre frauen für ein paar schafe und kühe beim nachbarn.
    insofern brauchen weder die heten noch wir so eine institution oder einen schutzparagraphen im Grundgesetz.
    aber da es dabei um steuervorteile geht, wird das wohl niemand abschaffen wollen.....
  • Antworten » | Direktlink »