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Die Sprecherin der schleswig-holsteinischen Linken hat sich von Äußerungen des Direktkandidaten Volker Lindenau distanziert, der FDP-Chef Guido Westerwelle wegen dessen Homosexualität angegriffen hatte. Die Kommentare seien "menschenverachtend" gewesen.

"Im Wahlkampf hat Volker Lindenau gestern schwulenfeindliche und ehrverletzende Äußerungen gegenüber Guido Westerwelle verbreitet. Davon distanziere ich mich entschieden", erklärte Sprecherin Cornelia Möhring. Sie versicherte, dass ihre Partei "seit ihrem Bestehen" für die rechtliche und die gesellschaftliche Gleichstellung sexueller und geschlechtlicher Identitäten und Orientierungen kämpfe. "In ihr ist kein Platz für die Diskriminierung von Gruppen oder Personen wegen ihrer sexuellen Präferenzen. Herrn Westerwelle mit einem Nymphensittich zu vergleichen, ist nicht nur geschmacklos, sondern menschenverachtend." Sie fordert Lindenau auf, sich von seinem Flugblatt zu distanzieren und sich bei Westerwelle "umgehend" zu entschuldigen.

Lindenau hatte als Direktkandidat im 30 Kilometer von der Landeshauptstadt Kiel entfernten Rendsburg Flugblätter verteilt, in dem er sich über Westerwelles Homosexualität lustig machte. Der Wahlkampf-Flyer enthielt dabei wenig politische Aussagen wie "Grundsätzlich wäre er gut zu Vögeln" (queer.de berichtete). Die FDP sprach daraufhin von "Hasstiraden auf Homosexuelle" und einer "schwulenfeindlichen Schmutzkampagne" der Linken.

Die Linke kämpft am 27. September in Schleswig-Holstein - parallel zur Bundestagswahl - auch um den Einzug in den Landtag. Nach einer Umfrage von infratest dimap kommt sie im Land auf sechs Prozent und würde damit erstmals Abgeordnete ins Kieler Parlament entsenden. Vor vier Jahren erreichte die Partei unter dem Namen PDS noch 0,8 Prozent. Derzeit kommt der Umfrage zufolge Schwarz-gelb mit 49 Prozent auf genau so viele Stimmen wie SPD, Grüne, SSW und Linke zusammen. (dk)



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57 Kommentare

#1 SchewardnadseAnonym
  • 18.09.2009, 13:01h
  • Menschenverachtend? Das ist nymphensittichverachtend oder Westerwellendespektierlich und damit ist auch langsam mal gut, liebe Menschen. Ich warte schon sehnsüchtig auf die Wiedereinführung der Majestätsbeleidigung bzw. der Verächtlichmachung der Republik...
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#2 maaartinAnonym
  • 18.09.2009, 13:47h
  • Antwort auf #1 von Schewardnadse
  • Menschenverachtend ist vielleicht etwas hoch gegriffen. Wenn einem zu Westerwelle aber nix besseres als dumme Fips Asmusen Witzchen einfällt ist das aber wirklich ziemlich arm. Das ist genaus spritzig wie das Aussehen als Argument gegen Angela Merkel zu bringen. Wenn das die Argumente sind, die man anbringen kann die beiden nicht zu wählen, sollte man wirklich besser seinen Mund halten.
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#3 hwAnonym
  • 18.09.2009, 13:47h
  • Und die Nymphensittiche ?

    Bleiben sie schnöde auf dem
    Westerwelle-Vergleich sitzen ?
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#4 gatopardo
  • 18.09.2009, 13:51h
  • Am Ende bin ich nicht sicher, ob das Lächerlichmachen von Schwulen nicht überall mehr Wählerstimmen garantiert ? Nichts trägt mehr zur Gaudi des Stammtisches bei, wenn wir Federn lassen müssen.
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#5 Lars3110
#6 bastapapsta
  • 18.09.2009, 13:56h
  • Also ich denke, eine Entschuldigung reicht nicht aus. Er sollte in der Partei dazu gebracht werden, dass er von der Kandidatur zurücktritt. Die Linke setzt sich -wie am Bsp. Berlin zu erkennen- aktiv gegen die Diskriminierung von Schwulen & Lesben ein. Wenn er als Direktkandidat antritt, sollte er das Parteiprogamm sehr gut kennen. Ich bin auch Mitglied der Linken und bin empört darüber. Die Linke wird daurch in ein schlechtes Licht gerückt.
    Solche parteischädigenden Leute sollten sofort freigesetzt werden, bevor sie noch mehr Schaden anrichten. Die FDP spricht beim Thema Homo Politik mit gespaltener Zunge, ie man weiss.
    beispielsweise hatte der Grünenpolitiker Volker Beck den Kardinal Meissner zu Recht als Hassprediger bezeichnet, da dieser wiederholt gegen Lesben und Schwule gehetzt hat. Der FDP viel nichts anderes ein, als sich negativ über Becks Ausssage zu äussern. Des weiteren hat die FDP sich negativ über die Proteste gegen das Homophobe Festival der Christlichen Rechten ( Christival ) geäussert, anstatt den homofeindlichen "Kongress" zu kritisieren.
    Es wird immer wieder deutlich, dass die FDP für eine nur teilweise stattfindende gleichstellung ist, sie will sich halt bei allen einschleimen. Von solchen parteischädigenden Leuten sollten wir uns schnell trennen, deren untaktisches verhalten für die FDP ein gefundenes Fressen ist, gegen die Linke zo polemisieren. Volker Lindenau ist nicht mehr tragbar für dieLinke.
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#7 hwAnonym
#8 FloAnonym
  • 18.09.2009, 16:35h
  • Ich finde es sehr gut, dass sich die Linkspartei von diesen Äußerungen des Kandidaten distanziert. Denn sind wir ganz ehrlich: würde jemand von der Union sich so über Schwule lustig machen, dann würden wir alle (zu Recht) darüber schmimpfen.

    Aber gerade da ist auch mein Kritikpunkt an der Linkspartei: wenn jemand von der Union sowas sagt, ist die Linkspartei ganz vorne mit dabei Rücktritt, Parteiausschluss und was weiß ich zu fordern. Aber in der eigenen Partei distanziert man sich, hofft auf eine Klarstellung und das wars....

    Letztendlich hat das ganze der FDP genützt und der Linkspartei geschadet. Wenn die Linkspartei sich selbst schadet, ist das ihr Ding. Aber wenn fremde Parteien jetzt sogar schon der FDP Vorteile verschaffen, finde ich das schlimm...

    Deswegen ist mir auch eine Distanzierung nicht genug! Wenn ich die ständigen rassistischen Ausfälle von Jürgen Rüttgers nicht mit einer Klarstellung aus der Welt geschafft finde, gilt das gleiche auch für die Linkspartei.
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#9 gatopardo
  • 18.09.2009, 16:58h
  • Antwort auf #8 von Flo
  • Es ist ja nicht so, dass Linke durchweg schwulenfreundlich sind und keine Witze über uns erzählen. In meinem aktiven Lebensabschnitt hatte ich Kollegen aller Schattierungen, die auch auf meinen erbitterten Protest hin durchweg grossen Spass an oftmals hässlichen Schwulen-Juden- Kanakenwitzen oder frauenfeindlichen Äusserungen hatten. Sowohl Rüttgers als auch Lindenau geben lediglich die weitverbreitete Meinung einer schweigenden Mehrheit wieder. Distanzierung hin, Distanzierung her, die Dinge werden gesagt, weil man dem Volk aufs Maul geschaut hat. Mit solchen Ausrutschern, die ja keine sind, müssen wir leider immer wieder rechnen und nicht einmal ein Rücktritt werden sie aus der Welt schaffen. Resignation ?
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#10 FloAnonym
  • 18.09.2009, 17:30h
  • Antwort auf #9 von gatopardo
  • Ich stimme zu, dass solche Äußerungen oft keine Entgleisung sind, sondern wohlüberlegt, um am rechten Rand zu fischen. (Weswegen ich es gerade bei der Linkspartei besonders verwerflich finde.) Auch Rüttgers ständige rassistsische Äußerungen sind meiner Meinung nach keine Versehen, sondern er will mit solchen Stammtischparolen eine ganz gewisse Klientel ansprechen.

    Aber in einem Punkt sehe ich es anders als Du:
    wenn solche Äußerungen nicht mehr nach einer Distanzierung aus der Welt sind, sondern den Urheber wirklich seine politische Karriere und damit auch einen Teil des Einkommens kosten, werden sich solche Leute in Zukunft zweimal überlegen, ob sie wirklich Stammtischparolen bedienen wollen um mehr Stimmen zu erhalten.

    Im Übrigen glaube ich auch nicht, dass es eine schweigende Mehrheit gibt, die Schwule per se lächerlich findet. Es gibt sowohl Schweigende, die Schwule hassen, als auch solche, die uns Gleichstellung wünschen und auch solche, denen es ganz egal ist.

    Was mir gerade in letzter Zeit auffällt: bei Älteren findet im Moment auch ein Sinneswandel statt: ich habe schon mehrfach gesehen, dass gerade Senioren, denen man eher eine Affinität zur Union zutraut oft Schwule und Lesben absolut in Ordnung finden und es gemein finden, dass sie diskriminiert werden, nur weil sie lieben. Dafür sieht man leider gerade bei Jugendlichen wieder schwindende Tolerant. Vor ein paar Jahren war das noch genau rumgedreht. Deswegen ist es auch so wichtig, gerade an Schulen, in Sportvereinen, Jugendeinrichtungen, etc. über Homosexualität aufzuklären. Und da die Union das verhindern will, ist das nur noch ein weiterer Grund, nicht die Union zu wählen.
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