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Umfangreiche Ausstellung zur kunsthistorischen Bedeutung des schwulen Zeichners Touko Laaksonen in der Berliner Galerie Schlechtriem Brothers

Von Carsten Weidemann

Machos, Muskeln, Megakolben: Die Galerie Schlechtriem Brothers widmet ihre neue Ausstellung dem schwulen Künstler "Tom of Finland". Die Schau gibt eine Übersicht über das Oeuvre des Künstlers Touko Laaksonen alias Tom Of Finland (1920-1991) beginnend in den 1940er Jahren bis zu seinem Tode. Gezeigt werden an die 50 Zeichnungen die in Zusammenarbeit mit dem Nachlass des Künstlers für die erste Ausstellung in Berlin seit 15 Jahren ausgewählt wurden.

Touko Laaksonen begann bereits mit fünf Jahren Cartoons zu zeichnen. Der Junge wusste schon früh, dass Frauen ihn weniger interessieren als Männer, und so ist es kaum verwunderlich, dass seine bevorzugten Modelle echte Kerle aus seiner Heimat Finnland waren. Er studierte Kunst in Helsinki und arbeitete erfolgreich in der finnischen Werbeindustrie.

Im Verborgenen arbeitete er aber immer weiter an seinen zunehmend erotischer werdenden Zeichnungen hyper-maskuliner Männer. Als er 1957 einige seiner homoerotischen Bilder im amerikanischen Magazin Physique Pictorial unter dem Pseudonym Tom of Finland veröffentlichte war die Legende geboren.

Bis in die späten sechziger Jahre wurden Toms "schmutzige Zeichnungen" zu einer Art Norm für homosexuelle Kunst und Toms Männer zur Schablone eines neuen schwulen Selbstbewusstseins. Seine Darstellung von Matrosen, Highway policemen und anderen Macho men hat den Idealtypus des schwulen Ledermanns zumindest an der US-Westküste in den 70er Jahren stark geprägt.

Tom of Finlands Kunst spielt bis heute eine wichtige Rolle in Sachen Selbstvertrauen, positiver Selbstdarstellung und Öffnung der Gay-Community.

Nach langer Zeit im Underground oder der Schmuddelecke findet sein Werk nun endlich Beachtung in internationalen Museen und wird als Inspiration vieler Künstler rezipiert. Zurzeit sind seine Arbeiten im Nordischen Pavillon der Biennale von Venedig und in der Ausstellung "Compass in Hand", Museum of Modern Art, New York ausgestellt. Tom of Finland befindet sich in den öffentlichen Sammlungen u.a. im Museum of Modern Art New York, im Art Institute of Chicago und im San Francisco Museum of Modern Art.

Im Frühjahr des Jahres erschien im Taschen Verlag eine große Monographie "Tom of Finland XXL" herausgegeben von Dian Hanson mit Texten von John Waters u.a., welche einen fantastischen Überblick über die Vielseitigkeit seines Werkes gibt.

Ausstellung vom 26.09.-21.11.09 in der Galerie Schlechtriem Brothers, Kleine Kurstr. 1, 10117 Berlin-Mitte, geöffnet Mi-Sa 12-18 Uhr



#1 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 22.09.2009, 13:53h
  • Diese Ausstellung war überfällig; gut, dass es sie geben wird, bedauerlich lediglich, dass Berlins Staatliche Museen Tom of Finland ignorieren. Eine solche Ausstellung gehörte ins Kulturforum, Neue Nationalgalerie oder Kupferstichkabinett. Wem sie dort eine Zumutung wäre, hätte Grund über sich nachzudenken.
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#2 seb1983
  • 22.09.2009, 14:39h
  • Alles etwas vor meiner Zeit, aber eins kann man wohl sagen: Tom of Finland hat das Zerrbild der Heteros über Schwule entscheidend mitgeprägt.

    Wenn ich einen ahnungslosen Hetero frage wie denn Schwule aussähen und was sie so tun im Alltag kämen entweder die affektierten Tunten oder solche Bilder heraus.
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#3 Liedel
  • 22.09.2009, 14:46h
  • Meine Güte, der Mann war doppeltes Lehrerkind. Was soll da anderes bei rauskommen als Schweinskram
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#4 jayadevaAnonym