Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?11083
  • 22. September 2009, noch kein Kommentar

Laut einer amerikanischen Studie kann alleine anhand der Facebook-Freunde auf die sexuelle Orientierung eines Mitglieds geschlossen werden.

Zwei Studenten des renommierten Massachusetts Institute of Technology, Carter Jernigan and Behram Mistree, haben ein Outing-Programm ("Gaydar") für die soziale Netzwerksseite entwickelt, berichtet der "Boston Globe". Dazu haben sie die sexuelle Orientierung von 1.500 Facebook-Profilen von Kommilitonen analysiert, die angegeben haben, ob sie schwul, lesbisch, bi- oder heterosexuell sind. Schwule und Lesben haben demnach weit mehr homosexuelle Freunde als Heteros. Das Programm analysiert nun die Freunde eines Nutzers und kann so auf seine sexuelle Orientierung schließen, selbst wenn er diese nicht angibt.

Jernigan und Mistree haben die Software an schwulen Nutzern getestet – und lagen fast immer richtig. Schwieriger war die Vorhersage dagegen bei Lesben, nahezu unmöglich bei Bisexuellen.

"Als sie mir das zum ersten Mal gezeigt haben, war ich sehr überrascht", erklärte Informatikprofessor Hal Abelson. "Das wirft die Frage auf, wem man die Kontrolle über diese Informationen überlässt. Ein Privatnutzer selbst hat dann nämlich keine Kontrolle mehr."

Die Jungforscher wollen mit dem Programm vor den Gefahren der sozialen Netzwerke warnen. Selbst wer wenig über sich in seinem Facebook-Profil schreibt, wird über andere Faktoren zum gläsernen Surfer. Obwohl sich die MIT-Studenten die Erlaubnis aller Beteiligten eingeholt haben, könnten andere Leute die Datenschutzbestimmungen leicht umgehen und etwa eine Outing-Kampagne starten. Das könnte in Ländern ohne Antidiskriminierungsgesetze, oder in denen Homosexualität illegal ist, fatale Auswirkungen für die Betroffenen haben. Auch weitere Merkmale – wie etwa Alkohol- oder Drogenkonsum – wären beispielsweise für private Krankenversicherungen interessant.

Facebook ist vor MySpace die größte "Social Network"-Seite der Welt. Hier können Teilnehmer persönliche Profile erstellen, sich mit ihren Freunden verlinken und sich in Gruppen organisieren. Das Netzwerk hat nach Angaben der Betreiber gegenwärtig 300 Millionen Mitglieder. Auch queer.de ist bei Facebook vertreten. (dk)