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Die Polizei appelliert in Hamburg an Opfer antischwuler Gewalt, die Tat den Behörden zu melden; noch immer sei die Anzeigebereitschaft aufgrund der Angst vor "rosa Listen" sehr gering.

"Die Polizei kann nur handeln, wenn sie auch Hinweise bekommt", erklärte Eckhard Carrie, einer von vier Ansprechpartnern der Hamburger Polizei für Schwule und Lesben, gegenüber der Tageszeitung "Welt". Besonders ältere Schwule glaubten, dass die Behörden weiterhin auf "rosa Listen" die Homosexualität von Bürgern vermerken würde. Zuletzt hatte es 2005 Streit um rosa Listen gegeben, als mehrere Bundesländer die Speicherung des Merkmals "Homosexualität" in besonderen Fällen propagierten (queer.de berichtete).

Anlass für die Forderung der Polizei war ein Überfall auf einen 27 Jahre im Rollstuhl sitzenden US-Studenten: Er wurde am Sonntagmorgen im Hamburger Stadtteil St. Georg offenbar für schwul gehalten und mit homophoben Sprüchen beleidigt ("Seid ihr Schwuchteln oder was"). Als er sich vom Ort entfernen wollte, warfen die südländisch aussehenden Täter den Rollstuhl um und traten ihm gegen den Kopf. Er musste daraufhin im Krankenhaus behandelt werden.

Zuletzt gab es vermehrt Berichte über homofeindliche Überfälle in Berlin (queer.de berichtete). Deshalb wurde in der Hauptstadt das "Bündnis gegen Homophobie" gegründet (queer.de berichtete). (dk)



16 Kommentare

#1 FloAnonym
  • 30.09.2009, 13:22h
  • Da kann ich mir nur anschließen:
    teilweise ist da die Scham leider immer noch sehr groß (was auch auf das Konto von Union und anderen Hassverbreitern geht). Vor allem, wenn Leute, die auf Cruising und so stehen, dabei überfallen werden oder von Callboys ausgeraubt werden, ist die Scham sicher sehr groß!!

    Dennoch sollte man jeden Vorfall schnellstmöglich zur Anzeige bringen:
    nicht nur um sich selbst und andere zu schützen, sondern auch damit die Täter nicht gewinnen und einen auch noch einschüchtern.

    Und selbst, wenn ein Täter nicht gefasst wird, ist es wichtig, dass das Ausmaß antischwuler Gewalt bekannt wird, damit Politik, Justiz und Gesellschaft erkennen, dass das tatsächlich ein großes Problem ist und man endlich gegensteuern muss.

    Deshalb:
    jeden antischwulen Übergriff, jede Gewalt, jede Beleidigung sofort anzeigen!!
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#2 Good ol friendAnonym
  • 30.09.2009, 14:48h
  • Antwort auf #1 von Flo
  • Erschreckend und bedauerlich, dass dieses widerwärtige Verbrechen an einem für schwul gehaltenen und behinderten Menschen in Hamburg offenbar nur eine Randnotiz wert ist. Und über die allgegenwärtige homophobe Gewalt im Alltag spricht sowieso niemand.

    Was muss eigentlich noch passieren, bis wir endlich eine breite nationale Debatte über den immer aggressiveren, heterosexistischen und schwulenfeindlichen Terror in dieser Gesellschaft führen und vor allem konkrete Maßnahmen in der Sexualaufklärung, in den Massenmedien, einfach in allen relevanten gesellschaftlichen und politischen Bereichen, ergreifen???
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#3 schwulenaktivist
  • 30.09.2009, 15:25h
  • Es braucht gegen die Homophobie ebenso gezielte Erziehungsprogramme wie gegen Antisemitismus, Faschismus, Sexismus und Ausländerfeindlichkeit. Für JEDE neue Generation!!
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#4 BlueeyesM
  • 30.09.2009, 17:15h
  • Was nützt es , wenn man Zivilcourage zeigt u. die Polizei sich einschaltet unaufgefordet wenn man von 5 Südländern homophob angemacht wird u. die Polizei dann einem doch nicht hilft. Noch schlimmer wird es, wenn anschliessend auf die Frage - warum man nicht geholfen hat u. die Gelegenheit genutzt wurde den jungen Männern deutlichst aufzuzeigen , dass sowas einfach nicht geht - dass man dann von den Polizeibeamten zusammengeschlagen wird. 20 Hämatome 4 Wochen krankgeschrieben u. eine Anzeige in der es lapidar heist . Wiederstand gegen die Staatsgewalt. Wenn man dann liest die Polizei appelliert an die Gewaltopfer die Tätet anzuzeigen dann ist es wie Hohn. Nein noch schlimmer. Die Polizei schafft es durch Korbsverhalten dann das Opfer anzuzeigen u. es verurteilen zu lassen . Geldstrafe 1200.00 Euro. Das ist doch der Gipfel u. die Justitz u. der STaatsanwalt spielt hier dann einträchtig mit. Sie hinterfragen nicht sondern sehen ja das 5 Beamte bezeugen . Egal ob sie dabei waren oder nicht nichts wird hinterfragt u. ob die Verhältnismässigkeit stimmt u sw. usw. Der Überfall am Potsdammer Platz auf einen Demonstranten vor kurzem wäre genauso abgelaufen wenn nicht zufällig diese Situation gefilmt worden wäre. Somit bestätigt die Justiz die Beamten haut drauf solange keiner Filmt wir machen das schon. Somit wird auch den homophoben Menschen bestätigt , wir machen auch so weiter denn die Polizei tut es ja auch. Denn woher sollten sonst soviele Überfälle sich rechtfertigen wenn die Staatsgewalt selber kein Vorbild ist. Da nützt es wenig, immer wieder über Programme zu reden .
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#5 Mister_Jackpot
  • 30.09.2009, 17:39h
  • Antwort auf #2 von Good ol friend
  • Ich sags nicht gerne, aber ich glaub erst bei einem brutalen Mord auf offener Strasse an einem Schwulen wird es eine breitere Debatte geben....wen interessieren im Alltag schon "dumme Schwuchteln"...die sollen doch gefälligst zuhaus machen was sie wollen, aber bitte doch nicht auf öffentlichen Plätzen....da müssen sie sich ja nicht wundern zusammengekloppt zu werden...selbst Schuld! *IRONIE!!!

    Das Problem ist ganz einfach: es interessiert niemanden und da es unter Schwulen auch keinerlei Solidarität mehr gibt...siehe schwule Unionswähler/"Gläubige" und ähnliche Spackos (die sich im Grunde für ihr Sexualität immer noch schämen).....wird sowieso nichts passieren..denn nur wenn wir selbst was tun würden, gemeinsam in Massen und Demos...nur dann würd vielleicht ein bisschen was passieren....meine klare Meinung..
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#6 LorenProfil
  • 30.09.2009, 19:48hGreifswald
  • Wenn ich von dem Überfall in Hamburg hier lese,
    könnte ich vor Abscheu auf die Tastatur kotzen.
    Ebenso wenn ich sehe, dass ich nur hier etwas
    davon erfahre (oder war ich zu Wahl-fixiert?).
    Meine besten Genesungswünsche dem sicherlich
    traumatisierten Opfer. Ansonsten wurde bereits vor mir alles gesagt.
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#7 Good ol friendAnonym
  • 30.09.2009, 20:10h
  • Antwort auf #5 von Mister_Jackpot
  • @schwulenaktivist: Perfekt auf den Punkt gebracht!

    Dazu mal wieder ein kleines Erlebnis vom heutigen Nachhauseweg:

    Vor dem Haupteingang eines Sportzentrums für Jugendliche seit über eine Woche eine Schmiererei mit Kreide: "Marc ist gay." Und schräg daneben nochmal: "Marc ist homo."

    Dann vorbei an einem Skaterplatz, wo zwei etwa zehnjährige Jungs mit ihren Fahhrädern zugange waren. Schreit der eine den anderen lautstark an: "Du verdammte Schwuchtel."

    Ich lief genau in dem Moment vorbei und erwiderte: "Wen meinst du? Ich bin schwul, aber noch lange keine Schwuchtel." Erstauntes Starren!

    Was will man von einer nachkommenden, jungen Generation erwarten, die nicht nur in aggressivster Weise auf die Unterordnung in die herrschenden Verhältnisse, auf Leistung, Leistung, Leistung getrimmt wird, sondern der auch von allen Seiten und Kanälen schon in diesem Alter eine derart aggressive Schwulenfeindlichkeit eingehämmert wird ???

    Ich hatte ehrliches Mitleid mit den beiden Jungs.
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#8 Ice-ManAnonym
  • 30.09.2009, 22:30h
  • Hallo,

    an BlueeyesM: Dieser Fall, bei dem ein Demonstrant von Beamten zusammengeschlagen wurde, nur weil dieser die Dienstnummer notieren wollte, ist mir aus Youtube bekannt. Was daraus wurde, leider nicht mehr. Ein Nachspiel dürfte es so oder so geben.

    Aber nichts destoweniger gilt, dass man sich nicht von Gewalttätern einschüchtern lassen sollte und darf, da man denen sonst in die Hand spielt.

    Empfohlen ist immer, Selbstverteidigungskurse oder besser gleich in den Kampfsport-Vereinen mitzumachen, dann kann ein Angriff evtl. im Ansatzt abgewehrt werden. Es gilt aber auch, sofort zu reagieren. Wenn man in den Vereinen bleibt, können die erlernten Fähigkeiten auch später sicher genutzt werden und vergisst nicht mehr die Hälfte nach einer Weile wie bei einem Kurs.
    Alleine unterwegs zu sein ist immer gefährlich, besonders am Abend.

    Aber dazu stehen (gay oder wie auch immer) und für sein/ihr Recht zu kämpfen, ist immer schwer. Das Versteckspiel geht nicht ewig gut und schadet nur sich selber.

    Für das Opfer und allen anderen, wünsche ich nicht nur baldige Genesung, sondern auch den Willen und die Kraft, dem ganzen entgegenzutreten. Und sei es öffentlich. Denn Mut erwächst nicht dadurch, keine Angst zu haben, sonder dadurch, trotz der Angst zu handeln.

    MfG
    Ice-Man
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#9 Ice-ManAnonym
  • 30.09.2009, 22:37h
  • Antwort auf #7 von Good ol friend
  • Nicht übel deine Reaktion, GoF.

    Du hast den Jungs gezeigt, wo der Hammer hängt. Aber ich Stimme Dir zu. Die Jungs sind echt zu bemitleiden.

    Habe heute Abend auf MSN von einer Meldung gelesen, dass ein sehbehinderter 12-Jähriger von 2 Dummbatzen verprügelt und ausgeraubt wurde, in der öffentlichen U-Bahn-Haltestelle. Die Cam hats aufgenommen und die Täter werden jetzt gesucht (anders als die CSU/CDU propagiert, schützen die Cams nicht vor solchen Tätern).

    Armes Deutschland, wir Gays sind nicht die einzigen, die so behandelt werden wie Dreck.

    MfG
    Ice-Man
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#10 SportmordshipAnonym
  • 01.10.2009, 06:59h
  • Antwort auf #9 von Ice-Man
  • Was? Respekt, weil er zwei Zehnjährigen gezeigt, "wo der Hammer hängt"? Ich glaube, ich muss mal wieder anfangen BILD als regelmäßiges Satireblatt zu kaufen, hier wird das langsam echt bizarr im schlimmsten Sinne des Wortes.

    Und @ "Good ol Friend". Du bist und bleibst eine pentrante, betriebsblinde Schwuchtel, da kannste machen wasde willst. Bloß, Kinder bemitleiden ist vielleicht nicht der erfolgsversprechende Therapieansatz?

    Aber, Babysteps, Babysteps! Nichts übereilen. Wird schon. Eines Tages. Irgendwie irgendwo irgendwann. Wenn Dragonwarrior sich vielleicht doch mal erbarmt und dir auf private Rechnung ein paar Sitzungen bei sich gestattet.
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