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Der Lesben- und Schwulenverband hat ein Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts kritisiert, das Schulen in der Hauptstadt verpflichtet, Gebetsräume für religiöse Schüler einzurichten.

Geklagt hatte der 16-jähriger Schüler Yunus M., der das Diesterweg-Gymnasium im Stadtteil Wedding besucht. Der überzeugte Muslim forderte, einen besonderen Raum nutzen zu dürfen, um außerhalb der Unterrichtszeit auf dem Schulgelände zu beten. Das Gymnasium hatte das zunächst mit Hinweis auf das Neutralitätsgebot abgelehnt. Daraufhin klagte der Jugendliche – und war nun erfolgreich: Von einem strenggläubigen Schüler könne "nicht erwartet werden, grundsätzlich nur außerhalb der Schulzeit zu beten", entschieden die Richter.

LSVD: Fundamentalisten behindern Unterricht

Der LSVD Berlin-Brandenburg sieht das Urteil als weiteren Sieg von "religiösen Hardlinern" an und fordert "Sexualkunde statt Gebetsräume": "Schon heute können aufgrund fundamentalistischer ‚religiöser’ Auffassungen einzelner Schüler die Lehrpläne in einigen Fächern kaum mehr eingehalten werden", LSVD-Sprecher Alexander Zinn. So würden islamische und evangelikale Vertreter dafür sorgen, dass Sexualkundeunterricht an Berliner Schulen "faktisch nicht mehr stattfindet". Auch im Sportunterricht gebe es unannehmbare Forderungen nach Geschlechtertrennung und "sittlichen" Bekleidungsvorschriften. Zinn fordert den Senat auf, gegen das "Fehlurteil" Berufung einzulegen.

Derzeit prüfe die Bildungsverwaltung ihr weiteres Vorgehen, erklärte deren Sprecher Jens Stiller. "Für uns bezieht sich das Urteil auf einen Einzelfall", so Stiller gegenüber dem "Tagesspiegel". "Inwieweit der Fall Präzedenzwirkung haben wird, müssen wir sehen."

Grüne schockiert

Die Opposition äußerte sich unterschiedlich zu der richterlichen Entscheidung: Die Grünen zeigten sich "irritiert": "Ich kenne kein Land außer dem Iran, in dem Gebetsräume an der Schule möglich sind. Das sollte kein Vorbild für Deutschland sein", erklärte Öczan Mutlu, schulpolitischer Sprecher der Ökopartei. Durch das Gerichtsurteil würden in der Gesellschaft bestehende Integrationsprobleme noch stärker in die staatlichen Schulen getragen.

CDU, CSU und FDP begrüßen Urteil

FDP-Bildungsexpertin Mieke Senftleben sprach dagegen von einem "klugen Urteil". Damit werde die Religionsfreiheit gewahrt und ein Zeichen für Toleranz gesetzt. CDU und CSU schlossen sich dem Richterlob an: "Staatliche Neutralität darf nicht damit verwechselt werden, dass Religion im öffentlichen Leben nicht sichtbar sein sollte", erklärten der bildungspolitische Sprecher Stefan Müller (CSU) und die Religionsbeauftragte Ingrid Fischbach (CDU). Die Union sprach sich aber gegen Gebetsräume exklusiv für Muslime aus, da diese "desintegrierend" sein könnten. Diese Räumlichkeiten müssten allen religiösen Schülern offen stehen.

Auch das katholische Erzbistum Berlin begrüßte die Entscheidung, da damit "die Religionsfreiheit gestärkt" werde, so Bistumssprecher Stefan Förner.

Die betroffene Schule fürchtet nun religiöse Konflikte, die sich auch auf den Schulbetrieb auswirken könnten. An dem Gymasium kommen 80 Prozent der Schüler aus Einwandererfamilien aus verschiedensten Ländern mit verschiedenen religiösen Überzeugungen: "Wenn alle auf ihr Recht pochen würden, könnte ich die Schule schließen", erklärte Schulleiterin Brigitte Burchardt. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

42 Kommentare

#1 splattergayAnonym
#2 hwAnonym
  • 30.09.2009, 14:22h
  • Antwort auf #1 von splattergay
  • Au ja. Und einen Sprengraum, ein Film- und Tonstudio für die
    Gläubigen der Kirche des 11. Septembers.
    Und auch einen Spaghetti-Saal für die Anhänger
    des gleichnamigen fliegenden Monsters.

    Der Darkroom als Naßzelle ?
    Oder als Fotolabor ?
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#3 FrankAnonym
  • 30.09.2009, 14:26h
  • Antwort auf #1 von splattergay
  • Und auf dem Schulhof wird ein Terrorcamp eingerichtet. Man muss doch in diesem Scheiss Deutschland (wie es so oft von Migranten bezeichnet wird) auf den Heiligen Krieg vorbereitet sein. Oder ? Und vielleicht stellt sich unser aller Freund Bin Laden als Ausbilder zur Verfügung. Jau, weiter so Deutschland !
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#4 goddamnedliberalAnonym
  • 30.09.2009, 14:26h
  • "FDP-Bildungsexpertin Mieke Senftleben sprach dagegen von einem "klugen Urteil". Damit werde die Religionsfreiheit gewahrt und ein Zeichen für Toleranz gesetzt."

    Führende Vertreter des sogenannten 'Zentralrats der Muslime', der ein dubioses Verhältnis zur westlichen Zivilisation kultiviert, sind übrigens auch in der FDP....
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#5 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 30.09.2009, 14:39h
  • "Staatliche Neutralität darf nicht damit verwechselt werden, dass Religion im öffentlichen Leben nicht sichtbar sein sollte"

    Sichtbarkeit von "Religion" im öffentlichen Leben darf nicht damit verwechselt werden, dass man "Religion" Sonderprivelegien einräumt, die für andere nicht gelten.
    Ansonsten, wie splattergay schon sagte, muss auch ein Darkroom für die homosexuellen Schüler eingerichtet werden. So wie Schüler jeder anderen Gemeinschaft, ob spirituell oder nicht, einen eigenen Raum brauchen, um ihre persönlichen Rituale ausleben zu können. Da hat die Schulleiterin sehr recht, das wird dann ziemlich knapp mit den Räumen.
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#6 TimmAnonym
  • 30.09.2009, 14:43h
  • Was für ein katastrophales Fehlurteil.

    Die staatlichen Schulen müssen neutral bleiben. Wenn wir heute im 21. Jahrhundert in einer Gesellschaft des religiösen Pluralismus leben, dann muss der Staat im Bildungsbereich Neutralität wahren und nicht die Schulen zu einem Ort umfunktionieren, wo jeder Schüler seine Religion dann praktiziert.

    Wenn es nach dem Urteil gehen würde: dann bitte auch einen Gebetsraum in jeder Schule für die Anhänger des Sphagetthi-Monsters und ein islamischer Gebetsraum in der Schule mit Teppichen ausgestaltet (aber natürlich verschiedene Räume für Schiiten, Suniten oder Aleviten, da die Teppichmuster unterschiedlich gestaltet sind und ein Sunit sicherlich nicht auf einem schiitischen Teppich knien will) und ein buddhistischer Gebetsraum, wo buddhistische Schüler ihre orangenen Gewänder anlegen können und nicht von islamischen Teppichen in ihrer Ruhe gestört werden; und einen Gebetsraum für römisch.katholische Schüler, wo das Weihwasserbecken zum Bekreuzigen am Eingang ist und ein Gebetsraum, wo die Lutherbibel ausgelegt ist, aber bitteschön nicht die Züricher Bibel, die will man da nicht sehen, die muss in den anderen Gebetsraum und natürlich einen Raum für die atheistischen Schüler, denn die wollen auch einen Raum, wo sie darüber reden können, dass es keinen Gott gibt. Schliesslich ist die negative Religionsfreiheit in unserem Lande ebenso geschützt...

    Nein das Urteil ist eine Katastrophe und überfordert den Staat, wenn er allen religiösen Schülern und nichtreligiösen Schülern in den Schulen einen Raum zum Gebet einräumen soll. Das sind nicht nur finanzielle Probleme, die die Baukosten in den Schulen explodieren lassen, sondern es verstößt gegen die Neutralität des Staates in den Bildungsinstitutionen unseres Staates. Wer seine Religion praktizieren will, kann dies gerne machen, aber bitteschön nicht in den von Steuergeldern gezahlten Bildungsinstitutend des Staates.

    Gegen das Urteil muss Berufung eingelegt werden und das sogar dringend und das schreibe ich hier als lutherischer Christ, der die Neutralität des Staates sehr schätzt !!!
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#7 Karl-HeinzAnonym
#8 splattergayAnonym
  • 30.09.2009, 14:49h
  • Die Schüler sind in der Pause in der Regel doch sowieso auf dem Schulhof. Dann kann der Schüler im Klassenzimmer meinetwegen seinen Gebetsteppich ausrollen und beten. Aber warum einen extra Raum dafür ? Das geht m.M. nach zu weit.
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#9 seb1983
  • 30.09.2009, 14:50h
  • Nur was passiert denn nun wenn dann auch noch Schiiten, Sunniten und was weiß ich beten wollen.

    Oder noch schlimmer: Weibliche Muslime!!! Die können ja unmöglich zusammen mit den Männern.... also nein, da rutscht noch die Burka hoch oder das Kopftuch runter...

    Bin mir eh zu 99% sicher dass der von seinem Vater (mal wieder ein Konvertit) zum strammen Homohasser erzogen worden ist, 5 mal am Tag beten und dazwischen Schwuchteln verprügeln.
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#10 ChristineAnonym
  • 30.09.2009, 15:10h
  • Vor vielen Jahren bekam es in unserer Gegend eine evangelikale Schülergruppe fertig, einen kleinen Raum für ihre Morgenandacht von der Schule (staatliches Gymnasium) zur Verfügung gestellt zu bekommen. Diese frommen Schüler durften dann das Schulgebäude bereits eine halbe Stunde früher betreten, alle anderen (Fahr-) Schüler drückten sich bei Kälte, Regen und Schnee draußen die Füße platt. Eines Tages kamen auch meine kleine Schwester und ihre Freundin auf die Idee, der Kälte durch Teilnahme an der Morgenandacht zu entrinnen. Die Andachten fanden sie aber seltsam und blieben lieber wieder fern. Eines regnerischen Tages waren die beiden aber dann doch wieder "fromm" aufgelegt. Drinnen im Warmen wurden sie aber kräftigem geistigen Druck ausgesetzt, weil sie inzwischen mehrere Andachten "geschwänzt" hatten. Zum Glück beichteten die beiden daheim ihre Geschichte, weil sie sich mithilfe der bis dahin ahnungslosen Eltern wieder vom morgendlichen Beten und Nachdenken "abmelden" wollten. Das End von der Geschicht: Auf Druck mehrerer besorgter Eltern mussten schließlich wieder alle Schüler draußen auf den Schulbeginn warten, die religiösen "Andachten" durften nicht mehr in schulischen Räumen abgehalten werden.
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