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Nach Ansicht des hessischen CDU-Fraktionschefs Christean Wagner müssen die Christdemokraten ihr konservatives, christliches Profil stärken; Homo-Rechte müsse die Partei deshalb ablehnen.

Wagner erklärte gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", die Union müsse wegen des schlechtesten Abschneidens bei einer Bundestagswahl seit 1949 nicht nur ihr wirtschaftspolitisches, sondern auch ihr konservatives Profil stärken. Nur so könnten Stimmen, die an die FDP oder Nichtwähler verloren gegangen seien, zurückgeholt werden. Neben einem Bekenntnis zu "Vaterlandsliebe und Patriotismus" nannte er als wichtigste konservative Themen die Ablehnung von Spätabtreibungen und Homo-Rechten.

Die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren dürfe nicht hingenommen werden, wenn das "C" im Parteinamen gestärkt werden soll, so Wagner: "Wir müssen klar und deutlich sagen, dass wir als Partei auf einem christlichen Fundament stehen", so Wagner. Er verwies auch darauf, dass "Ehe und Familie unter dem besonderen Schutz der Verfassung stehen". Bei aller Toleranz dürften Homo-Paare deswegen nicht die gleichen Rechte erhalten wie Heterosexuelle.

In Hessen berät die schwarz-gelbe Landesregierung derzeit über einen Gesetzentwurf zur Neuregelung des Landesrechts bei der Homo-Ehe (queer.de berichtete). Die FDP fordert hier eine weitgehende Gleichstellung. Nach der Äußerung des CDU-Fraktionschefs ist es nun aber unwahrscheinlich, dass die Christdemokraten einer Gleichbehandlung von Homo-Paaren ihren Segen erteilen werden.

Grüne kritisieren Wagner

Die hessischen Grünen kritisierten die Äußerungen Wagners. Der CDU-Fraktionschef schwelge in Erinnerungen an die Dregger-Ära, erklärte Grünen-Geschäftsführer Kai Klose. Dafür sei Wagner sogar zum Bruch des Koalitionsvertrags bereit, erklärte er mit Blick auf die Äußerungen zur Homo-Ehe. Klose fragte, ob es in der CDU denn niemanden gebe, "der den Mut hat, dem Kurs dieses Ewiggestrigen zu widersprechen". (dk)



98 Kommentare

#1 TimmAnonym
  • 01.10.2009, 11:52h
  • Dann soll sich Herr Wagner mit seiner ewig gestrigen Meinung mit der hamburgischen CDU-Fraktion oder der saarländischen CDU-Fraktion oder mit schwulen CDU Politikern wie Ole von Beust oder dem neuen im Bundestag vertretenen offen schwulen CDU-Abgeordneten Kaufmann aus Stuttgart oder mit Frau Wolff aus Hessen über seine Meinung unterhalten.

    Die Äußerung von Wagner ist innerhalb der CDU in dieser Form nicht mehr konsensfähig und Herr Wagner dürfte hier auch zumindest auf teilweisen Widerstand in den eigenen Reihen treffen. Die Zeiten ändern sich auch langsam innerhalb der CDU und Herr Wagners Haltung dürfte nicht ganz unumstritten in der CDU sein; wenngleich mehrheitsfähig könnte sie immer noch sein; das hängt dann immer stark davon ab, welche Köpfe vor Ort da bei der CDU entscheiden.
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#2 SuperMarioEhemaliges Profil
#3 mezzoAnonym
  • 01.10.2009, 12:12h
  • Nun ja, glaubt der Herr wirklich, dass er mit seinem C die Wähler von der FDP zurückholen kann? Die FDP-Wähler haben ja gewußt, dass Guido Westerwelle schwul ist und ihn trotzdem gewählt. Der Rückschluß ist also vollkommen daneben.
    Des Weiteren sind alle anderen großen Parteien für die Homorechte. Es stehen den 33.8 % CDU Wählern 60,2 % Wähler entgegen, die die anderen Parteien gewählt haben (SPD, Linke, Grüne, FDP). Diese Wähler hätten nichts gegen die Einführung von Homorechten.
    Viele CDU-nahe Schwule, und die gibt es, wählen jedoch diese Partei nicht wegen Ihrer Homopolitik.
    Glaubt wirklich einer in der CDU, dass die CDU-Wähler diese Partei nur allein aus dem Grund nicht mehr wählen würden, wenn sie sich für eine Gleichstellung einsetzt? Der Mehrheit sind Homosexuellen Rechte doch eigentlich vollkommen egal. Gibt es sie ist es ok, gibt es sie nicht ist es für die Mehrheit auch kein Beinbruch, weil sie dadurch nicht betroffen sind. Die CDU könnte dagegen schwule Wähler ansprechen, die ihr bisher Ihr Kreuz verweigert haben. Vielleicht sollte man der CDU nur mal klarmachen, dass es womöglich mehr Homosexuelle in unserem Land gibt als sie es für wahr haben möchten. Jedoch ist auch jeder Homosexuelle ein Wähler.
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#4 hwAnonym
  • 01.10.2009, 12:32h
  • Der Erfolg oder Mißerfolg solcher Botschaften
    korreliert mit den Wirtschaftsnachrichen.

    Amerikanischer Patriotismus braucht amerikanische Christen für das Machtpotential

    Russischer Patriotismus braucht russische Christen
    für das Machtpotential.

    Nach der Abstimmung in Irland braucht der deutsche("europäische") Patriotismus deutsche Christen für das Machtpotential.

    Die Botschaft Wagners lautet: Die Schwuchtel ist in diesem Zusammenhang wehrkraftzersetzend.

    Vaterlandsliebe und Patriotismus sind der Hauptrohstoff aggressiver Gesellschaften.
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#5 spontiAnonym
  • 01.10.2009, 12:47h
  • die cdu ignoriert völlig die unterschiedliche haltung christlicher kirchen. wenn sie von christlich redet, meint sie katholisch.

    ehrlicher wäre es, sie würde sich umbenennen in KDU und nicht weiter den begriff "christlich" mißbrauchen.

    ich denke, die katholische kirche selbst hat ihre christlichkeit verloren und darf sich auch nicht als solche bezeichnen.
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#6 TimmAnonym
  • 01.10.2009, 13:08h
  • Herr Wagner vergisst auch, dass in einigen Bundesländern bereits die CDU der Gleichstellung im Landesrecht jeweils zugestimmt hat. Dies ist sehr schön auf einer Unterseite des LSVD nachlesbar:

    *
    www.lsvd.de/423.0.html

    CDU-Landesregierungen in Berlin, Saarland, Hamburg oder Schleswig-Holstein hatten jeweils zugestimmt oder hatten sich zumindest wie in Nordrhein-Westfalen oder Mecklenburg-Vorpommern der Stimme enthalten.
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#7 Franky_EyesProfil
  • 01.10.2009, 13:38hBerlin
  • Artikel 6 GG: Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

    Wo steht da bitte was von Mann und Frau?
    Also wovon reden die cduler immer?
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#8 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 01.10.2009, 13:40h
  • Antwort auf #5 von sponti
  • Vermutlich meint diese CDU mit christlich katholisch. Für die Katholiken sind die anderen "Kirchen" ja sowieso keine "Kirchen" im eigentlichen Sinn.
    Sie sehen sich als die alleinigen wahren Christen.
    Ich persönlich weiß bis heute nicht, wer oder was den nun christlich ist. Vielleicht haben die Katholiken recht, vielleicht die Evangelen, die Evangelikalen oder was weiß ich wer.
    Vielleicht irren sich alle, vielleicht ist kein selbsternannter Christ christlich. Ich weiß es nicht. Es wäre ja schön wenn alle, die sich christlich nennen, sich mal einig werden würden, was denn nun christlich ist.
    Das kriegen sie aber einfach nicht gebacken. So wird das nichts mit der Glaubwürdigkeit. Wie auch immer, "christliche" Spiritualität hat wie jede andere Spiritualität nichts in der Politik zu suchen.
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#10 LorenProfil
  • 01.10.2009, 14:08hGreifswald
  • Ja ja , die Koch-CDU atmet im Geist der alten
    Dregger-CDU. Die hessische CDU, schon immer
    ein besonders reaktionärer Sonderfall. Vor mir
    wude bereits das Nötige gesagt, wobei hw einen
    Blick hinter die vordergründige Rethorik des
    Herrn Wagner gewagt hat.

    P.S. Wie reagiert nun aber die hessische LSU?
    Ich bin gespannt .
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