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  • 06. Oktober 2009, noch kein Kommentar

Prag gehört schon länger zu den beliebtesten Touristenzielen Europas. Die Schönheit der Stadt – und ihrer Einwohner – macht sie zum Pflichtprogramm für schwule Abenteurer.

Von Thomas Weißgerber

Prag ist ein architektonisches Juwel. Mit einem Stein gewordenen Jahrtausend an Geschichte ist die Stadt der 1000 Türme ein Märchenwunderland an der Moldau.

Viele atemberaubende Gebäude der Metropole sind dank glücklicher geschichtlicher Wendungen erhalten geblieben. Sie sind der Grundstein für einzigartige intellektuelle und kulturelle Perspektiven am Scheideweg der europäischen Zivilisation. Der moderne Reisende kann sich auf überraschend exotische Begegnungen freuen, wenn er nur ein wenig vom ausgetretenen Weg abweicht. Zunächst schrecken zwar die vielen Einflüsse aus der Sowjetzeit ab und lassen Prag manchmal nicht wie eine westliche Stadt erscheinen.

Außerdem haben die Exzesse der postkommunistischen Ära die tschechische Euphorie, wieder dem Westen anzugehören, ein wenig gedämpft. Die lange Geschichte von Fremdbestimmung hat die Prager inzwischen ängstlich gemacht, dass sie ihre Kultur verlieren könnten. Deshalb findet man außerhalb der schwulen und touristischen Gegenden weniger mehrsprachige Hinweise. So kann man aber wirklich der Bohème angehören: Man muss nur mit den Einwohnern eine gemeinsame Sprache finden – also improvisieren – und nach ein paar Bier versteht man sich auch ohne Tschechisch-Kenntnisse.

Andere Arten von Kontakt verlangen nach weniger Sprachwissen. Die eingefahrene Sexualität des Westens ist hier noch nicht so ausgeprägt. Es herrscht insgesamt eine größere Furcht vor Sex und Nacktheit. Die schwule und heterosexuelle Welt sind nicht so stark voneinander getrennt, so dass die typisch schwule Identität weniger ausgeprägt ist. Bars, Cafés und auch Beziehungen werden weniger mit Etiketten wie "homo" oder "hetero" belegt. Öffentliche Plätze sind daher teils große Cruisingzonen, bei denen es viele Teilnehmer gibt und die weniger kontrolliert werden. Wenn man sich hier freundlich verhält, kann man niemanden schocken, wenn man Interesse an ihm offenbart – egal ob sexuelles Interesse oder ein anderes.

Aber auch in den typisch westlichen Schwuleneinrichtungen ist Prag ein Traum: Die Stadt bietet das größte, stilvollste und internationalste Nachtleben Osteuropas – und die Tschechen lieben eine gute Party. Die superhübschen Jungs, die wirklich so aussehen wie in Bel-Ami-Filmen, wollen ohne Tabus feiern – und sind erstaunlich offen.

Dabei wird man nicht arm: Die Preise in der tschechischen Hauptstadt haben zwar in den letzten Jahren angezogen, im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen ist Prag nach wie vor ein Schnäppchen. Insbesondere Mahlzeiten und Bier können ohne Insolvenzängste genossen werden.

Die meisten Schwulenbars und –clubs, wie etwa "Saints", befinden sich nahe der grünen Straßenbahnlinie. Die schwulen Stopps sind Mustek und Muzeum, sowie im Osten Namesti Miru und Jiriho z Podebrad. Die Stadt lässt sich leicht mit der Straßenbahn erkunden, da sie fast überall hin fährt. Bei den Metro-Stationen können entweder Einzeltickets für 20 oder 75 Minuten oder eine Fünftageskarte erworben werden. Tickets sind ohnehin wichtig: Wer in den Bars eine "Trinkkarte" erhält, sollte diese nicht verlieren – denn das kann eine teure Gebühr zur Folge haben.

Der größte Schwulenclub Tschechiens ist das "Valentino" (Vinohradska 40). Hier gibt es eine Reihe von Theken und Cafés auf drei Etagen sowie eine Sommerterrasse und zwei Diskos: eine kleinere mit meist tschechischer Musik und eine große im Erdgeschoss mit einer angehängten Lounge. An den Wochenenden ist es hier brechend voll. Getanzt wird bis fünf Uhr morgens. Es gibt auch Darkrooms und ein unterirdisches Cruising-Labyrinth. Hier sollte man nicht mit dick gefülltem Geldbeutel kommen, da alles, was nicht niet- und nagelfest ist, gerne mal verschwindet. Jüngere Schwule erwarten hier auch manchmal einen kleinen Obolus für ihre Dienste.

Touristen aus dem Ausland pilgern besonders gerne zu "Escape to Paradise" (V Jame 8). Hier gibt es Nonstopp-Shows ab 22 Uhr, bei denen junge, leicht oder unbekleidete Männer sich erotisch zur Musik bewegen. Alleine oder in der Gruppe, manchmal eingeölt, bieten sie mehr als passive Unterhaltung: Jeder der rund zwei Dutzend Tänzer kommt für Privatunterhaltung auch gerne mit ins Hotel – oder man kann sie auf großen, bequemen Sofas noch in der Bar herzen. Achtung: Ihre Drinks gehen stets auf den Gast…

Die tschechische Fluggesellschaft CSA fliegt ab Hamburg, Hannover, Berlin, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, München und Stuttgart mehrmals täglich nonstop nach Prag. Die Ticketpreise für Hin- und Rückflug starten bei 89 Euro, inklusive aller Steuern und Gebühren. Bis zum 31. Oktober kann man sogar 15% sparen, wenn man bei der Onlinebuchung auf czechairlines.de den Promo-Code "CZECHOUT" eingibt.