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  • 06. Oktober 2009
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Wolfgang Tillmans begleitete in den Neunzigern die Schwulen- und Raverszene mit seiner Kamera. Jetzt erhielt er den Kulturpreis 2009 der Deutschen Gesellschaft für Photographie.

Von Carsten Weidemann

Als Photograph hat der 1968 geborene Wolfgang Tillmans in der internationalen Kunstwelt höchste Auszeichnungen erhalten – allen voran 2000 als erster Photograph und Ausländer den renommierten Turner Prize der Tate Gallery in London. Und am vergangenen Wochenende durfte er noch einen Preis entgegen nehmen. Die ehrenwerte Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) ehrte Tillmans, der sich nun in die Reihe der Preisträger stellen darf, in der unter anderem bereits Cartier-Bresson, Chargesheimer, F.C. Gundlach, David Hockney, Irving Penn, Man Ray und Wim Wenders zu finden sind.

In einer Feierstunde in den Räumen des Heidelberger Kunstvereins stieß man im Rahmen des 3. Fotofestivals Mannheim_Ludwigshafen_Heidelberg mit einem Gläschen Sekt auf den in London und Berlin lebenden Wolfgang Tillmans an. Und sparte dabei nicht mit Lob: "Sein umfassendes und vielfältiges photographisches Oeuvre ist vor allem durch achtsame Beobachtung seiner Umwelt, ein bewusstes künstlerisches Spiel zwischen Perfektion und Imperfektion sowie konsequente und innovative Präsentationsformen geprägt", heißt es in der Begründung des Verbandes. Er sei einflussreich, stilbildend und habe vor allem den Wirkungskreis der Photographie in den letzten 20 Jahren in ungewöhnlicher Art und Weise erweitert.

In seiner Laudatio meinte der Photograph Professor F.C. Gundlach, selbst DGPh Kulturpreisträger 2001: "Die Zeitzeugenschaft und der Augenblickscharakter von Wolfgang Tillmans Fotografien weisen weit über sie selbst hinaus. Seine scheinbar beiläufig entstandenen Aufnahmen behalten auch losgelöst von ihren Entstehungskontexten Bestand. Nicht wenige von ihnen gehören inzwischen zum visuellen Gedächtnis seiner Generation."

Vor allem seine dokumentarischen Bilder aus den Neunzigern, durch die er seine eigene Umgebung, die schwule Szene und Raver-Events, ablichtete, gehören zu diesem erwähnten visuellen Gedächtnis seiner Generation. Tillmans, der inzwischen selber als Professor für interdisziplinäre Kunst an der Städelschule in Frankfurt am Main lehrt, ist inzwischen aber weit über das rein beobachtende hinaus gegangen. In den letzten zehn Jahren spielte die Abstraktion eine wesentliche Rolle innerhalb seiner Arbeiten. Es entstanden Studien über Licht und Farbe, in denen photochemisches Papier ohne Kamera belichtet wird.

Galerie:
Wolfgang Tillmans - Werke
9 Bilder