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Ein kanadischer Blutspendedienst hat einen schwulen Mann verklagt, weil dieser trotz eines Verbots gespendet hat; dieser hat wiederum Gegenklage wegen Diskriminierung eingereicht.

Der 36-jährige Kyle Freeman hat zugegeben, in der Hauptstadt Ottawa seit 1990 insgesamt 18 Mal Blut an den die Canadian Blood Services abgegeben zu haben. Er hat auf dem zuvor ausgefüllten Fragebogen gelogen und angegeben, nicht schwul zu sein. In Kanada darf allerdings kein Mann, der in seinem Leben mit einem Mann Sex gehabt, spenden. Die gleiche Regelung gilt auch in Deutschland.

Als Freemans Blut routinemäßig getestet wurde, kam heraus, dass er sich mit Syphilis infiziert hatte. Die sexuell übertragbare Infektionskrankheit ist leicht zu behandeln, kann aber ohne Medikamente tödlich enden. Als er dann auf Nachfrage des Blutspendedienstes einräumte, schwul zu sein, wurde er verklagt.

Freeman argumentierte am Dienstag beim ersten Verhandlungstag, dass sein Infektionsrisiko nicht höher gewesen als bei heterosexuellen Männern. Er habe – außer mit seinem Lebenspartner – keinen ungeschützten Sex gehabt. Außerdem habe er sich regelmäßig auf eine HIV-Infektion testen lassen. "Das Risiko war meiner Ansicht nach nahe Null", so Freeman. "Mein Vater war ein Blutspender. Er hat mir immer beigebracht, dass das der beste Weg ist, Menschen zu helfen." Er hat bereits eine Gegenklage gegen die Canadian Blood Services wegen Diskriminierung eingereicht. Er erklärte, dass in der kanadischen Verfassung garantiert sei, dass niemand wegen seiner sexuellen Orientierung benachteiligt werden darf. Er sei aber nur wegen seiner Homosexualität von dem Blutspendedienst belangt worden.

Befürworter des Homo-Verbots argumentieren, dass Schwule generell gefährlicheren Sex hätten und daher zu einer Risikogruppe gehörten. Zwar werde das Blut stets auf sexuell übertragbare Krankheiten getestet, jedoch kann HIV erst Wochen nach der Infektion festgestellt werden.

In Deutschland setzt sich der Lesben- und Schwulenverband dafür ein, das generelle Verbot von Schwulen bei Blutspenden zu beenden. "Man kann nicht eine ganze Bevölkerungsgruppe unter Generalverdacht stellen", erklärte zuletzt LSVD-Pressesprecherin Renate Rampf. Sie argumentiert, dass bereits andere Länder wie Russland, Italien und Spanien das Homo-Verbot bereits aufgehoben hätten.

Auch Teile der Politik fordern die Gleichbehandlung von Schwulen: "Die Tatsache homosexuelle Männer lediglich aufgrund einer Eigenschaft – ihrer Homosexualität – zur Risikogruppe abzustempeln und damit auszuschließen ist problematisch weil das tatsächliche Verhalten überhaupt keine Rolle spielt", erklärte etwa der schleswig-holsteinischen FDP-Fraktionschef Heiner Garg. "Überlegenswert ist die Praxis in Frankreich, Menschen ohne Ansehen ihrer sexuellen Orientierung vor einer Blutspende durch einen Arzt gezielt zu ihrem Sexualverhalten zu befragen, um daraufhin über die Zulassung zur Spende zu entscheiden. Schließlich geht es darum anderen Menschen zu helfen – und in den meisten Fällen Leben zu retten – das können auch homosexuelle Männer." (dk)



15 Kommentare

#1 nonazisEhemaliges Profil
#2 stromboliProfil
  • 08.10.2009, 09:00hberlin
  • lasst uns mal überlegen wie weit wir diese "einschränkungen" auf andere soziale bereiche ausweiten könnten, oder gehts da wirklich nur um "blut"?
    Eine jener "selbstverständlichkeiten" normativen denkens ( hihi, hab mir das heteronormative verkniffen... ) das per vermutung ausschließt.
    Ich liebe wissenschaft.
    Wobei vergessen wird, dass bereits vor aids eine selektion stattfand ( DRK-Hessen) die schwule spender unerwünscht machte weil die durchseuchung der schwulen szene mit sonstigen krankheitserregern den heteropatienten gefährden könnte...
    sexualneurotischer schwachsinn hoch drei.
    Daraus gelernt als noch gesund: mein blut bekommt ihr nicht!
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#3 David von früherAnonym
  • 08.10.2009, 09:36h
  • Gähn.... da können viele Leute wohl nicht zwischen Riksikogruppen und RisikoVERHALTEN unterscheiden...
    Dann soll man endlich mal aufhören zu jammern es gebe ZUWENIG Blutspenden und beim Aufruf bitte hinzufügen "jeder HETEROSEXUELLE" Erwachsene darf spenden.
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#4 axelAnonym
  • 09.10.2009, 08:58h
  • Antwort auf #3 von David von früher
  • "...."jeder HETEROSEXUELLE" Erwachsene darf spenden....."

    Nicht ganz richtig. Er darf auch nicht Afrika bereisen, Ex-Häftling sein, muss Gesund sein und am besten noch Arischen oder Nordischen Blutes.

    Aber das hatten wir doch schonmal, oder?

    Was mich wundert: Was ist mit dem Familienvater, der zweimal im Monat oder öfters zu ner Prostituierten geht?
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#5 BlutspenderAnonym
  • 09.10.2009, 10:00h
  • Für alle Blutspenderinnen und Blutspender und alle, die das Thema Blutspenden interessiert, gibt es nun die Blutspender-Community der DRK-Blutspendedienste, www.blutspender.net, die es Spendern ermöglicht sich kennen zu lernen, auszutauschen und vieles mehr.
    www.blutspender.net
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#6 XDAAnonym
  • 09.10.2009, 11:52h
  • Antwort auf #5 von Blutspender
  • Ich hab mal ne Anfrage vor nem Jahr oder so an die DKMS gemacht, weil man sich dort ja zur Spende von Knochenmark registrieren lassen kann. Dort sind gemäß dem Transfusionsgesetz logischerweise auch Schwule gesperrt, die DKMS selbst kann sich über das Verbot offiziell nicht hinwegsetzen, aber guckt da auch nicht so genau hin.

    Ich bin jedenfalls registriert und who knows, vielleicht rette ich so ja jemanden mal das Leben.
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#7 norbertcdnkathEhemaliges Profil
  • 09.10.2009, 14:06h
  • Es ist auch in deutshcland so üblich das gewisee Gruppen nicht spenden drürfen.
    Aber das ist nicht alleine auf die Schwulen bezogen, sondern auch auf dijenigen die in gewisse Länder reisen. oder auch vorerkrankungen haben oder irgendwelche medizinische dinge haben machen lassen. als beispiel sei erwähnt, einen Ohrring stechen zu lassen , das führt dazu ein halbes jahr nicht spenden zu dürfen.
    Ich denke nach dem Blutskandal vor zick jahren, sind die Blutspendedienste vorsichtig worden.

    Und auch wegen vieler Tierseuchen wie BSE .

    Seit 1993 organiesiere ich blutspendeaktionen hir in meinem Ort und da weiß ich genau Beschied wie umpfangreich die vorsichtsmasnahemn sind und wer ausgeschlossen wird.
    In diesem Frageobgen wird auch gefragt, wer kontakt auch zu Frauen hat in einem bordel oder ähnlichem , wird das mit ja beantwortet so kann er nicht spenden, das risiko allgemein ist zu hoch.
    Bedenkt eins wenn was passieren sollte wer zahlt dann und dann kommen alle kritiker und fragen warum nicht besser kontroliert wurde.
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#8 stromboliProfil
  • 09.10.2009, 16:06hberlin
  • Antwort auf #7 von norbertcdnkath
  • stutz... denk, grübel; spendest du vieleicht auch noch blut? Dies obwohl homo,sicherheitsrelevant oder ähnliches ; ... " das risiko allgemein ist zu hoch. Bedenkt eins wenn was passieren sollte wer zahlt dann und dann kommen alle kritiker und fragen warum nicht besser kontroliert wurde."
    tzzttzt...
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#9 norbertcdnkathEhemaliges Profil
  • 09.10.2009, 16:41h
  • Antwort auf #8 von stromboli
  • Ja stelldir vor ich spende blut, denn nirgends wo wird so gut kontrolliert wie beim Blutspendedienst.

    Keine sorge es gibt noch ein auschlußverfahren das ich selber bestimmen kann. Dennoch wird das Blut getestet , aber nicht verwendet.

    Merke dir , blutspende ist wie Ölwechsel beim Auto.
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#10 stromboliProfil
  • 10.10.2009, 10:59hberlin
  • Antwort auf #9 von norbertcdnkath
  • lach.. bevor oder nachdem die karre an die wand gefahren... immer den airbag nutzen beim flüssigkeitswechsel; aber lass dich nicht erwischen beim rumtricksen; wissen schützt vor strafe nicht und wenn dann dochmal einer genauer hinguckt..., und wenns schief geht, kostetes nicht nur den guten ruf
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