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  • 10.10.2009           4       | | |

Zwischen Rainbow Bar und Blauer Lagune

Beim Gay Pride in Reykjavik ist jeder zehnte Isländer dabei
Beim Gay Pride in Reykjavik ist jeder zehnte Isländer dabei

Über Island gibt es ja eine ganze Reihe von Vorurteilen: Etwa, dass es dort kaum schwul-lesbisches Leben gibt, dass man die Insel nur im Sommer besuchen kann und dass das Land wegen der Wirtschaftskrise bankrott vor sich hin siecht. Diese Vorurteile haben eins gemein: Sie sind falsch.

Von Dennis Klein

Island gehört trotz seiner Insellage zu den homofreundlichsten Ländern Europas. Seit Anfang des Jahres führt wacht sogar die offen lesbische Regierungschefin Jóhanna Sigurðardóttir über die Geschicke des 320.000-Einwohner-Volkes. Knapp 40 Prozent der Bevölkerung leben in der pittoresken kleinen Hauptstadt Reykjavik, die aber dennoch als große Shoppingmetropole gilt. Hier hat sich eine kleine schwule Szene etabliert, die gegenüber Ausländern sehr offen ist.

Ein guter Anlaufpunkt ist dabei die "Rainbow Bar", die im Reykjavik Gay Center (Laugavegur 3) beheimatet ist. Hier kann man schnell mit den Einheimischen ins Gespräch kommen. Im August zeigt die Szene ihre ganze Pracht: Beim jährlichen CSD sind jedes Jahr über 30.000 Isländer dabei – das sind ganze zehn Prozent der Bevölkerung. Ein deutschsprachiger Gay Guide der nationalen Fluglinie Icelandair, den Interessierte kostenlos im Internet herunterladen können, gibt dazu weitere Informationen.

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Heißes Bad im Winter: Die Blaue Lagune lockt ganzjährig mit 37 bis 39 Grad
Heißes Bad im Winter: Die Blaue Lagune lockt ganzjährig mit 37 bis 39 Grad

Besonders für Naturliebhaber die Insel als Land der Geysire spannend. Nur ein bis zwei Autostunden außerhalb der Hauptstadt kann der Besucher etwa durch malerische schwarze Sandstrände spazieren, imposante Gletscher bewundern oder im Þingvellir-Nationalpark eine Landschaft bewundern, die sich seit der Ankunft der Norweger vor über 1.000 Jahren nur wenig verändert hat. Insbesondere der Wasserfall Gullfoss und der
Geysir zählen zu den Naturphänomenen, die kein Besucher so schnell vergessen kann.

Island ist auch im Winter eine Reise wert: Dank des Golfstroms schwanken die Temperaturen selbst in den kalten Monaten meist um den Gefrierpunkt – und sind angenehmer als etwa in Norwegen oder Schweden. Trotz des milden Klimas ist es aber kalt genug, um zwischen Oktober und März die tanzenden Nordlichter zu sehen. Derlei Gegensätze sind das Markenzeichen der großen, unbekannten nordischen Insel: So lieben es die Isländer bei Minustemperaturen, im Thermalfreibad Bláa Lónið (Blaue Lagune) zu relaxen. Das blaue Mineralwasser fühlt sich nicht nur angenehm auf der Haut an – es kann sogar Probleme wegen Hautkrankheiten lindern. Das Beste: Die Temperatur der Blauen Lagune liegt ganzjährig konstant bei 37 bis 39 Grad.

Der kostenlose Gay Guide von Icelandair wurde neu aktualisiert
Der kostenlose Gay Guide von Icelandair wurde neu aktualisiert

Die Finanzkrise braucht Touristen übrigens nicht zu stören. Zwar haben viele Isländer durch Bankspekulationen viel Geld verloren, doch das Land befindet sich wieder auf dem Weg der Besserung. Für Besucher hat der Kollaps der isländischen Krone noch einen positiven Nebeneffekt: Das einst recht teure Land ist nun für Touristen aus dem Euro-Raum ein Schnäppchen. Während man vor zwei Jahren noch für einen Euro 80 Kronen erhielt, sind es heute 180 Kronen. Der Euro ist also trotz Preissteigerungen doppelt so viel Wert als noch vor kurzem. So kostet ein kleines Bier 3,40 Euro (vorher 6 Euro), ein hausgemachter Hamburger im Restaurant 4,50 Euro (vorher 8,20 Euro) oder ein Hummergericht im Gourmet-Restaurant: 25 Euro (vorher 46 Euro).

Auch der Flug auf die Insel ist recht erschwinglich: Am günstigsten erreicht man den Flughafen von Reykjavik in der Regel mit der Icelandair, die in Deutschland Frankfurt, München, Berlin und Düsseldorf anfliegt. Gerade für Schwule ist die Fluglinie erste Wahl: Die Airline sponsert nicht nur den CSD in Reykjavik sondern gilt mit seiner strikten Antidiskriminierungspolitik als eine der homofreundlichsten Gesellschaften der Branche. Man muss auch wegen der langen Strecke keinen Sonderurlaub nehmen: Mit gerade mal 3½ Stunden Flugzeit ist man flotter in Island als auf den Kanarischen Inseln. Interessanter als sich mit Sangria volllaufen zu lassen ist der Urlaub auf der Vulkaninsel allemal.

Links zum Thema:
Kostenloser Gay Guide von Icelandair
Allgemeine Infos über Island
Homepage von Icelandair
Gay-Portal gayice.is
Mehr zum Thema:
Kurztrip zur Blauen Lagune (10.08.08)

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Tags:  island   icelandair   reykjavik   blaue lagune 
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Themenschwerpunkt

   Island   
Politik, Szene, Kultur und Tourismus im nördlichsten Land Europas

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Reaktionen zu "Zwischen Rainbow Bar und Blauer Lagune"


 4 User-Kommentare als Feed (RSS 2.0, ?)


Die ersten:   
#1
11.10.2009
03:17:48


(+1, 1 Vote)

Von konsol

(via Queer.de mobil)
danke für diesen Reisetipp. ihr habt mich sehr neugierig gemacht:)

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#2
11.10.2009
23:58:37


(0

Von Burkhard

"Auch der Flug auf die Insel ist recht erschwinglich: Am günstigsten erreicht man den Flughafen von Reykjavik mit der 'Icelandair'"

habe ich nicht noch vor kurzem anzeigen von icelandair bei euch gesehen?
wird man danach plötzlich günstigster anbieter?
egal, ob airberlin, germanwings und lufthansa günstiger sind???

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#3
12.10.2009
06:59:59


(0

Von Liedel
Profil nur für angemeldete User sichtbar

@Burkhard

Das ist lustig, ich plane gerade einen Islandtrip für nächsten Sommer (Juni) und muss feststellen, dass
Airberlin hier am günstigsten ist. Und wer noch einen "Hunni" bei der Lufthansa drauflegen will, dem sei verraten, dass LH die einzigen sind, die zu "humanen" Zeiten auf die Insel fliegen. Bei allen anderen finden Hin- wie Rückflüge ausschließlich in den späten Abendstunden/ nachts statt.

Auch die Preisbeispiele sind etwas schief.
Bitte noch erwähnen, dass Mietwagen in Island im Vergleich zu Deutschland/ Großbritannien/ USA sündhaft teuer sind . Aber wir Gays haben's ja bekanntlich

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#4
13.10.2009
18:13:12


(0

Von Lava

flieg auch bald nach island, meinen freund besuchen, yayyy^^

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