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Um die 150.000 Menschen haben in Washington nahe des Weißen Hauses dafür demonstriert, dass Präsident Barack Obama seine Versprechen zur Gleichstellung von Schwulen und Lesben endlich einlöst.

Die Teilnehmer forderten insbesondere, dass das Verbot für Schwule und Lesben im Militär aufgehoben wird. Obama hatte das Ende von "Don’t ask, don’t tell" bereits im Wahlkampf versprochen, das Thema während seiner Amtszeit aber bislang ausgespart, was zu Irritationen unter Homo-Aktivisten geführt hat. Bei einer Gala der Homo-Gruppe Human Rights Campaign stellte er sich aber erneut hinter die Forderung (queer.de berichtete). Als zweites großes Thema wurde auf der Demo die Öffnung der Ehe gefordert. Auf Plakaten standen Parolen wie "Hey, Obama, lass Mami Mami heiraten". Aktivisten wollen erreichen, dass das Verbot der Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Ehen durch Washington aufgehoben wird. Auch hier hatte sich Obama am Samstag eine Gesetzesinitiative versprochen.

Youtube | Leutnant Dan Choi wurde vor wenigen Monaten wegen seiner Homosexualität aus der Armee gefeuert.

Auch Lady Gaga liebt Judy Garland

An der Demo nahmen auch mehrere Stars teil, darunter etwa Cynthia Nixon (Miranda aus "Sex and the City") oder Sängerin Lady Gaga teil. "Das ist der wichtigste Augenblick meiner Karriere", erklärte die Lady Gaga bei einer Rede. "Ich stehe hier demütig vor euch. Ich weiß, dass einige von euch seit der Zeit des Stonewall-Aufstands für gleiche Rechte kämpfen. Vor euch ziehe ich den Hut. Und wisst ihr was: Auch ich liebe Judy Garland!", erklärte die "Poker Face"-Interpretin unter dem Jubel der Demonstranten.

Zu den Rednern gehörten unter anderem auch Judy Shepard, deren Sohn Matthew vor zehn Jahren wegen seiner Homosexualität getötet wurde, und Julian Bond, der Chef der Schwarzenorganisation NAACP: "Schwarze sollten sich nicht gegen Gleichbehandlung wehren. Wir haben viele echte und ernste Probleme in unserem Land. Die gleichgeschlechtliche Ehe gehört nicht dazu". Zuvor hatten Homo-Aktivisten kritisiert, dass bei Referenden Schwarze bei Referenden überdurchschnittlich gegen die Homo-Ehe stimmen, weil sie generell religiöser geprägt sind als andere Gruppen. Bond wies jedoch darauf hin, dass Schwarze noch vor einem halben Jahrhundert gegen die gleichen Ehe-Verbote zu kämpfen hatten, gegen die sich jetzt Schwule und Lesben wehren.

Youtube | Judy Shepards Sohn wurde vor zehn Jahren von Homohassern ermordet.

Kritik an Demo von Demokraten

Unter schwul-lesbischen Demokraten führte die Demonstration zu Kritik: "Barack Obama braucht keinen Druck", erklärte etwa der schwule Abgeordnete Barney Frank, der als Vorsitzende des Finanzausschusses über eine große Machtfülle verfügt. Der 69-Jährige sieht Obama auf dem richtigen Weg, er habe nur wegen der Finanzkrise bislang andere Prioritäten als Homo-Rechte setzen müssen. Die Demonstration nannte Frank "sinnlos" und verglich die Aktivisten mit denen der Lobbygruppe National Rifle Association. Die Waffenfreunde würden durch ähnliche Protestaktionen in Washington genauso versuchen, die Regierenden zu beeinflussen.

Bislang gab es in Washington Großdemonstrationen für Homo-Rechte in den Jahren 1979, 1987, 1993 und 2000. Erstmals wurde die Protestaktion dieses Jahr nicht von großen Homo-Gruppen organisiert, sondern durch lokale Basisorganisationen in allen 50 Bundesstaaten. (dk)

Youtube | Lady Gaga gehört derzeit zu den erfolgreichsten Sängerinnen der Welt.


22 Kommentare

#1 schwarzwaldbub
  • 12.10.2009, 14:23h
  • Tolle Veranstaltung.

    Deutsche Lesben und Schwule sollten ebenfalls auf die Straße gehen, falls die künftige schwarz-gelbe Regierung die Ungleichbehandlung von heterosexuellen und homosexuellen Partnerschaften nicht beenden will.
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#2 FloAnonym
  • 12.10.2009, 15:02h
  • "Unter schwul-lesbischen Demokraten führte die Demonstration zu Kritik: "Barack Obama braucht keinen Druck", erklärte etwa der schwule Abgeordnete Barney Frank, der als Vorsitzende des Finanzausschusses über eine große Machtfülle verfügt."

    Wieso soll eine Demo Druck sein? Diese Menschen wollen ganz allgemein (nicht nur Herrn Obama) auf ihre Unterdrückung hinweisen und fordern die Gleichstellung. Wenn Obama das als Druck empfindet, ist das wohl auch gerechtfertigt. Denn wenn er das eh plant, ist sowas auch kein Druck, sondern Unterstützung.

    "Die Demonstration nannte Frank "sinnlos" und verglich die Aktivisten mit denen der Lobbygruppe National Rifle Association. Die Waffenfreunde würden durch ähnliche Protestaktionen in Washington genauso versuchen, die Regierenden zu beeinflussen."

    Also da zeigt jemand sein wahres Gesicht:
    1. man kann doch wohl nicht Waffenfans mit Schwulen und Lesben vergleichen. Bei dem einen geht es um tödliche Waffen, bei dem anderen um Liebe.
    2. Wenn jemand meint, Demos seien "sinnlos", dann ist er offenbar historisch nicht besonders bewandert und hat noch dazu ein seltsames Verhältnis zu Grundrechten. Demos können sehr wohl etwas bewirken. Und selbst wenn nicht, ist das ein Grundrecht! Ob es ihm passt oder nicht...
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#3 Knueppel
#4 LorenProfil
#5 LorenProfil
  • 12.10.2009, 15:43hGreifswald
  • Antwort auf #2 von Flo
  • Ich finde auch, dass man die Demo als "druckvolle
    Unterstützung" Obamas verstehen kann, wenn man
    denn so will.
    Zu Barney Frank: Ist halt ein typischer Politiker
    und so redet er dann auch. Beweist damit nur, wie
    wichtig außerparlamentarische bürgerrechtliche
    Arbeit ergänzend zur parlamentarischen ist (auch
    hier in Deutschland). Politikern allein das Feld zu
    überlassen bedeutet zum Spielball der (macht)in-
    teressengeleiteten Konsenspolitik (a la FDP) zu
    werden. Da braucht es Druck und gegebenenfalls
    Unterstützung von außen.
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#6 20s and 30sAnonym
  • 12.10.2009, 16:18h
  • NEW YORK TIMES:

    "...The rally was primarily the undertaking of a new generation of gay, lesbian, bisexual and transgender advocates who have grown disillusioned with the movement’s leadership.

    Known as Stonewall 2.0 or the Prop. 8 Generation (a reference to the galvanizing effect that the repeal of California’s same-sex marriage law had on many young people), these activists, in their 20s and 30s, are at odds with advocates urging patience as Mr. Obama grapples with other pieces of his domestic agenda like the health care overhaul and the economic recovery.

    “I think this march represents the passing of the torch,” said Corey Johnson, 27, an activist and blogger for the gay-themed Web site Towleroad.com.

    “The points of power are no longer in the halls of Washington or large metropolitan areas.

    It’s decentralized now. You have young activists and gay people from all walks of life converging on Washington not because a national organization told them to, but because they feel the time is now.”

    www.nytimes.com/2009/10/12/us/politics/12protest.h
    tml
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#7 FloAnonym
  • 12.10.2009, 16:27h
  • Antwort auf #5 von Loren
  • Finde ich auch:
    es kann nie schaden, Politiker an ihre Versprechen zu erinnern. Und falls sie nicht gehalten werden, sollte man erst recht auf die Straße gehen!

    Viele Menschen sind sich gar nicht ihrer Macht bewusst. Selbst einer alleine kann schon etwas ändern und seinen Teil beitragen, aber in der Masse sind wir noch stärker.

    Man sieht nur mal, wie der Boykott von Shell wegen Brent Spar einen der größten Konzerne der Welt in die Knie gezwungen hat.

    Aber hierzulande werden ja z.B. CSDs mehr als Party als als politische Demo gesehen. Ich habe nichts dagegen, beides zu verbinden, aber der Grund sollte dennoch jedem klar sein und im Vordergrund stehen.
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#8 Count of CountAnonym
#10 Liedel
  • 12.10.2009, 16:52h
  • " (...) falls die künftige schwarz-gelbe Regierung die Ungleichbehandlung von heterosexuellen und homosexuellen Partnerschaften nicht beenden will."

    Dann will ich aber auch keine Stände der beiden Parteien mehr auf Straßenfesten sehen (und CSD- Trucks schon gar nicht)!
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